Nominierungen 2017

Der Leseclub Augustiniok ist in der Jugendjury des Deutschen Jugendliteraturpreises.


Dienstag, 31. März 2015

Die Buchspringer

von Mechthild Gläser
aus dem Loewe Verlag

Jeder der ein Lieblingsbuch besitzt, hat sich schon mal gewünscht, er könnte in die Geschichte eintauschen und sie selbst miterleben. Ich hab mich schon sehr oft gefragt, wie es wohl wäre, mit einer Buchfigur befreundet zu sein.


In dieser Geschichte geht es um Amy, sie liebt Bücher und würde am liebsten in ihnen wohnen. Als Amy und ihre Mutter Alexis über die Ferien in Alexis Heimat verreisen, erfährt Amy, dass sie über die Fähigkeit verfügt, in Bücher zu reisen und dort Einfluss auf die Geschichte nehmen kann. Was ihr im normalen Leben nicht gelingt, ist für sie in der Bücherwelt ganz einfach... Amy findet schnell Freunde und zusammen mit Goethes Werther und Schir Khan aus dem Dschungelbuch streift sie durch die Bücherwelt. Doch auch die Bücherwelt ist nicht immer friedlich und schon bald muss Amy für die Welt kämpfen, die sie so sehr liebt. Jemand stiehlt die rudimentären Ideen aus Büchern, also die Ideen der Autoren, ohne die die Geschichte keinen Sinn mehr ergibt. Mit Werther und Schir Khan versucht Amy herauszufinden, wer dahinter steckt. Und erfährt so einiges über sich und ihre Familie.
Die Geschichte ist sehr phantasievoll, und die Ideen sind echt gut. Ich fand es richtig toll, die Buchfiguren aus Amys Sicht kennen zu lernen. Die Autorin hat den Figuren Leben eingehaucht. Sie sind sozusagen "Schauspieler" die in ihren Rollen richtig aufgehen, sie haben auch außerhalb ihrer Geschichte ein Leben. Mir gefällt auch der Schreibstil richtig gut, es erinnert mich an Englische Literatur, wie Jane Austen, nur nicht ganz so dramatisch. Amy ist eine sehr mutige und charmante Protagonistin, manchmal ein wenig zu mutig und sie reagiert, für meinen Geschmack, oft zu unüberlegt, was sie ein kleines bisschen naiv wirken lässt. Das hat mir aber nicht so viel ausgemacht.
Was mich davon abhält, diesem Buch 5 Marienkäfer zu geben, ist, dass mir Amys Leben zu undurchsichtig geblieben ist. Sie erzählt zu wenig über ihr Leben außerhalb der Bücher. Es war nicht ausführlich genug!
Mir hat etwas gefehlt.
Ab 14

Hier kannst du dieses Buch Kaufen!

Gelesen von Raquel

Montag, 30. März 2015

Liv forever

von Amy Talkington aus dem Gulliver-Verlag



Liv kommt auf die beste Zeichenschule Großbritanniens und lernt dort neben der eingebildeten Angie erst mal zwei Typen kennen: den geheimnsivollen Gabe, der sich von allen absondert und Liv beichtet, er könne Geister sehen, und der smarte Mädchenschwarm Malcom, der gut aussieht und den alle vergöttern. Als Malcom sie beim Ball um einen Tanz bittet, ist es um Liv geschehen. Sie verlieben sich und müssen doch ihre Liebe geheim halten, um keine Verwarnung der Schule zu bekommen. Immer wieder spürt sie einen Lufthauch im Rücken und Gabe mit seinen Geistergeschichten bringt sie noch um den Verstand. Alle warnen sie vor einer Liebe mit dem Frauenaufreißer Malcolm, doch sie trifft sich trotzdem mit ihm nachts allein im Wald. Aus unerklärlichen Gründen stirbt sie dort und wird zum Geist. Jetzt kann auch sie die Geister sehen, von denen Gabe gesprochen hat - sie ist selbst einer von ihnen. Und für sie gibt es jetzt nur noch eines: Malcolm ein letztes Mal berühren - und ihren Mörder finden...



Das Buch war gut geschrieben, aus der sehr neuen Sichtweise einer Toten und mit viel Gefühl, aber dennoch irgendwie angsteinjagend. Während des Lesens habe ich mir immer irgendwo eingebildet, Lydia oder jemand anderes zu sehen. Das war schon unheimlich.
Trotzdem - das zeugt ja nur von einer guten Beschreibung der Charaktere mit plastischen Details und bildhafter Sprache und einer guten Vorstellungskraft meinerseits. :)
Titel und Cover passen gut und waren ansprechend, Charaktere und Schreibstil mystisch und ein bisschen geheimnsivoll - also: gutes Buch, empfehlenswert!
Gut geeignet für Mädchen ab zwölf oder dreizehn.


Alter: all age


Gelesen von Anna (13)

Blind Walk

von Patricia Schröder

aus dem Coppenrath Verlag



Die 17-jährige Lida und der 19-jährige Jesper sind seit einem halben Jahr ein Paar, zusammen wollen sie an einem Event teilnehmen, das sich Blind Walk nennt. Sie werden mit wildfremden Menschen an einem ihnen unbekannten Ort für eine Woche ausgesetzt und müssen versuchen, da wieder weg zu kommen. Sie haben ein Handy, das nur halb geladen ist, eine Karte, die keine Namen und Orte preisgibt, einen Kompass und eigentlich auch viel zu wenig Proviant. Nervenkitzel pur!

Als sich die Jugendlichen zum ersten Mal treffen, sind sie schon mittendrin im Abenteuer, sie sind sich überhaupt nicht sympathisch und trauen können sie sich auch nicht. Die Stimmung ist von Anfang an hochexplosiv. Endlich haben sie beschlossen, los zu wandern, als ihnen auch schon die erste Katastrophe passiert: sie finden einen der Fahrer tot in einer Schlucht, die bei ihrem Eintreffen noch nicht da war, und der Wagen, mit denen sie in die Wildnis gebracht wurden, ist auch verschwunden. 

Als sich herausstellt, dass auch das Handy nicht funktioniert, geraten sie alle in Panik und beschuldigen sich gegenseitig, etwas damit zu tun zu haben. Lida beschleicht das unheimliche Gefühl, beobachtet zu werden. Schon bald wird dieser erste Verdacht zur bösen Gewissheit: irgendjemand da draußen macht Jagd auf sie. Und der Jäger scheint es dabei vor allem auf Lida selbst abgesehen zu haben.Kurz danach passiert etwas mit Lida, das sie nicht begreifen kann, dann trifft sie auf Sten, der ihr hilft es zu verstehen und gemeinsam versuchen sie, eine Lösung für alle zu finden.

Die Idee ist genial und teilweise auch nicht schlecht umgesetzt. Ich bin oft überrascht worden, aber teilweise war es wie in einem schlechten Horrorfilm, wenn sie genau das machen, was sie nicht machen sollten. Die Personen in der Geschichte sind sehr leichtsinnig mit ihrer Situation umgegangen, ich konnte ihre Handlungen sehr oft nicht nachvollziehen. Mir gefallen auch die Protagonisten nicht besonders, sie sind nicht gut genug ausgearbeitet. Ich konnte mich nicht mit ihnen anfreunden.
Alles wirkte ein wenig platt. Der Schluss kam viel zu spät, es passte zwar,  hat mich aber nicht aus den Socken gehauen! LEIDER....


Ab 14



Gelesen von Raquel

Freitag, 27. März 2015

Die Luna-Chroniken

Band 1

Wie Monde so silbern


Cinder lebt bei ihrer Stiefmutter und ihren zwei Stiefschwestern, arbeitet als Mechanikerin und versucht, gegen alle Widerstände, sich nicht unterkriegen zu lassen. Als eines Tages niemand anderes als Prinz Kai in ihrem Marktstand auftaucht, wirft das unzählige Fragen auf: Warum braucht der Prinz ausgerechnet ihre Hilfe? Und was hat es mit dem plötzlichen Besuch der Königin von Luna auf sich, die den Prinzen unbedingt heiraten will? Die Ereignisse überschlagen sich, bis sie während des großen Balls, auf den Cinder sich einschmuggelt, ihren Höhepunkt finden. Und diesmal wird Cinder mehr verlieren als nur ihren Schuh...

Ich muss sagen, dass die Inhaltsangabe viel zu wenig über dieses Buch erzählt. Es ist so viel mehr als nur eine Märchenadaption. Ich kann auch nicht genau sagen, ob es eine Dystopie oder Science-Fiction ist. Es hat was von beidem! Auf jeden Fall ist es für alle, die Märchen lieben.

Das Märchen, um das es sich handelt, ist klar: Aschenputtel... Und als Leser ist man darauf vorbereitet, was als Nächstes kommt. Wenn du mit diesem Märchen aufgewachsen bist, kann dich die Geschichte nicht besonders überraschen, aber weil es in diesem Buch, noch so viel mehr zu entdecken gibt, wird es trotzdem nie langweilig und ab und zu wird man doch von den Socken gehauen.

Was mir besonders an der Geschichte gefällt, sind die Charaktere. Vor allem Cinder. Sie ist mutig, witzig, ehrlich, intelligent und einfach supersympathisch. Ich finde, dass es das ganze Buch und die ganze Geschichte viel interessanter macht. Manchmal jedoch, fand ich, dass sie sich zu viel gefallen lässt. Sie wird von ihre Stiefmutter und Schwestern schikaniert, aber versucht sich nicht mal dagegen zu wehren. Prinz Kai ist auch nicht schlecht ;-). Natürlich ist er nicht der typische Prinz! Er ist nett und höflich, hat keine Vorurteile gegenüber seinen Mitmenschen und ist ehrlich. Er versucht, ein guter Mensch und König für sein Volk zu werden, und würde alles dafür in Kauf nehmen. 

"Sogar eine Heirat mit der bösartigen Luna-Königin?"

Man spürt ganz leicht, dass sich was zwischen Prinz Kai und Cinder entwickelt, es ist keine Liebe auf den ersten Blick. Je mehr sich die beiden kennenlernen, desto mehr verlieben sie sich ineinander. Das passt sehr gut zu Cinder und Prinz Kai, trotzdem hat es mich etwas gestört, es war spannend aber mir haben die tiefen Gefühle gefehlt.

Band 2

Wie Blut so rot


Zwei ganze Wochen ist Scarlets Großmutter nun schon verschwunden. Entführt? Tot? Die Leute im Dorf sagen, sie sei abgehauen. Sie sei ja sowieso verrückt. Aber für Scarlet ist Grandmère alles - von ihr hat sie gelernt, wie man ein Raumschiff fliegt, Bio-Tomaten anbaut und seinen Willen durchsetzt. Dann trifft Scarlet einen mysteriösen Straßenkämpfer, Wolf. Er fasziniert sie, doch kann sie ihm trauen? Immerhin: Die reißerischen Berichte über Cinder und das Attentat auf Prinz Kai hält Wolf ebenso wie sie für Quatsch. Aber irgendein Geheimnis verbirgt der Fremde...
Na ... um welches Märchen handelt es sich hier? 

Diesmal hat fand ich die Märchenadaption nicht ganz so gelungen wie im ersten Band. Es war sehr überraschend, was kein Nachteil sein soll, aber ich konnte vieles nicht mit dem klassischen Rotkäppchen-Märchen verbinden. Was mir im Band 1 gefehlt hat, hab ich aber hier gefunden.

Die Anziehungskraft zwischen Scarlet und Wolf ist enorm. Es wird superheiß! Da entdeckt man auch den Unterschied zu Band 1. Wolf ist sehr faszinierend und geheimnisvoll. Selbst als Leser hast du keine Ahnung, ob man Wolf vertrauen kann oder nicht. Er macht die ganze Geschichte spannender. Scarlet ist sehr naiv und impulsiv, meiner Meinung nach eine sehr schlechte Kombination. Sie gerät leicht in Schwierigkeiten und wird oft von Wolf gerettet. Sie hat mich ein wenig genervt. :-D

Das Besondere an diese Reihe ist, das alle Bände am Schluss, wie ein Puzzle, zusammen eine Geschichte ergeben. Alle Mädchen sind total unterschiedlich und lernen sich im Laufe der Geschichte kennen. Sie ergänzen sich prima. Momentan lese ich Band 3, "Wie Sterne so golden.", hier dreht sich die Geschichte um Rapunzel, die im Weltall gefangen gehalten wird.



 

Insgesamt gefällt mir die Reihe richtig gut. Die Idee ist toll umgesetzt und die Charaktere ergänzen sich super. Ich glaube, wenn ich alle Bände gelesen habe, werden mir die Bücher noch besser gefallen!

Gelesen von Raquel

Donnerstag, 26. März 2015

Aprikosensommer

von Deniz Selek aus dem Fischer- Verlag
 

Nie hat die fünfzehnjährige Eve ihren Vater gesehen, geschweigedenn ein Foto von ihm und schon seit jeher möchte sie ihn endlich kennenlernen, ihren türkischen Vater. Allerdings blockt ihre Mutter alle Fragen zu seiner Person ab und möchte mit der abgeschlossenen Vergangenheit nichts mehr zu tun haben. Erst nach vielen Diskussionen gibt die Mutter schließlich Eves Drängen nach und fliegt mit ihr nach Istanbul. Eve ist überwältigt - schließlich gehört ein Teil von ihr in diese Welt, eine Welt, die sie schon immer tief in sich gespürt hatte, aber nie richtig wahrgenommen. Doch dort trifft sie nicht nur ihren Vater, sondern auch noch Sinan, den smarten Sohn ihrer Gastfamilie, der sie durch die Stadt führt...


Der Titel hat mich sehr an "Blaubeertage" erinnert (auch eine Liebesgeschichte) und der Inhalt und das orientalisch angehauchte Cover sehr an "Yakamoz- eine Liebe in Istanbul", in dem es ebenfalls um eine Deutsche in Istanbul und deren Liebe zu ihrem Reiseleiter geht.
Gefallen hat mir die lockere, einfache Sprache, alle Charaktere waren trotz der sehr vorraussehbaren Handlung (solche Geschichten gab es schon öfter) gut ausgearbeitet und obwohl man schon bei der ersten Begegnung weiß, dass die beiden zusammen kommen, ist es doch immer wieder schön, es zu lesen. Fesselnd fand ich die Beschreibungen der Stadt (wie schon in "Yakamoz") und außergewöhnlich und deshalb auch sehr gut empfand ich, dass nicht die Liebe bedingungslos und übertrieben in den Vordergrund gestellt wurde, sondern schon die Suche nach dem Vater immer zentraler Mittelpunkt blieb. Das war überraschend und auch abwechslungsreich zu lesen.
Generell finde ich, dass die gesamte Geschichte natürlich noch ein bisschen weiter ausgebaut werden hätte können, aber dann käme es einem vielleicht nur in die Länge gezogen vor, deswegen finde ich das Motto schon gut: jung, spitzig, kurz und bündig und trotzdem nicht ohne Fantasie oder Details.
Eine gelungene Liebesgeschichte ab zwölf!


Alter: all age


Gelesen von Anna (13)

Zwillingssterne


 

von Christina Moracho

aus dem Königskinder Verlag

 
Seit ihrem sechsten Lebensjahr sind sie unzertrennlich. Spielen zusammen. Fallen die Kellertreppe runter. Erst Oliver, dann Althea. Sie zelten im Garten, schwimmen im Atlantik, betrinken sich an Halloween. Küssen sich das erste Mal unter einem Ahornbaum. Er sie; sie ihn. Im Juni. Und als Oliver das nächste Mal aufwacht, ist es August. Während er schläft, fängt Althea an zu rauchen und färbt sich die Haare. Während er schläft, verändert sich alles zwischen ihnen. Und als er aufwacht, ist nichts mehr wie es einmal war.
Zwillingssterne" habe ich als eine Art Lückenfüller von meiner Mutter ausgeliehen und ehrlich gestanden erwartete ich eine banal-sentimentale Liebesgeschichte à la Wir sind Sandkastenfreunde und nach einigen mehr oder minder schwerwiegenden Komplikationen werden wir ein Paar". Was ich stattdessen fand, war ein kleines Juwel im Jugendbuchgenre!
Nicht nur, dass Olivers seltene Schlafkrankheit (KLS) eine Vielzahl an Problemen aufwirft, ihn immer mehr von Althea entfremdet, ihm den Platz in ihrem Leben stiehlt und zudem auch komplett verunsichert und orientierungslos in seinem eigenen Leben zurücklässt, auch beschäftigt sich das Buch mit dem Erwachsenwerden an sich, einer Aufgabe, die Althea beinahe unüberwindlich erscheint. Ohne Oliver droht sie, an ihrem Alltag zu scheitern, sie fühlt sich unzureichend und verliert den Halt.
An dieser Stelle ist noch anzumerken, dass die Autorin imstande ist, das Leben und Fühlen junger Menschen sehr schonungslos und authentisch darzustellen. Sie schreckt auch vor einer gröberen, vulgären Wortwahl nicht zurück. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Passagen, die mit wunderschönen Metaphern geschmückt, luftig leicht und beinahe schon poetisch sind. Diese Ambivalenz in der Schreibweise ist ein wichtiger Punkt dafür, dass ich das Buch mit Freuden gelesen habe. Ein weiterer Punkt sind die Charaktere der beiden Protagonisten. Sowohl der ruhige, bedachte Oliver als auch sein spröder, impulsiver Zwillingsstern Althea wurden mit Ecken und Kanten versehen, die mir ihre Persönlichkeiten erst greifbar machten.
Das Ende des Romans ist genauso real und unkonventionell wie seine Handlung. Wer ein schillerndes Happy End erwartet, wird enttäuscht werden. Meiner Meinung nach wäre ein schillerndes Happy End dem Buch aber auch nicht gerecht geworden.
Alles in allem erhält Zwillingssterne" eine klare Leseempfehlung und fünf Marienkäfer von mir!
Wegen der teilweise doch sehr ordinären Wortwahl und gewissen sexuellen Aspekten, würde ich das Buch allerdings etwas älteren Lesern (14-18 Jahre) empfehlen.
 
 

 
 
 
Gelesen von Alisa (16)


Freitag, 20. März 2015

Buchbesprechung von Amelie

Die Nordischen Sagen

von Katharina Neuschaefer

Dieses Buch ist schon ein etwas älterer Titel, lohnt sich aber trotzdem, zu lesen: Die alten nordischen Sagen werden in einer leicht lesbaren, fesselnden Sprache nacherzählt und so für jeden interessant und verständlich gemacht. Die Erschaffung der Welt und was Odin und seine Brüder damit zu tun haben, die drei Reiche Asgard, Midgard und Niflheim, die Verbannung der Riesen, die Frage, was Zwerge zu besseren Waffenschmieden macht und noch viel mehr Hintergrundwissen, das meiner Meinung nach zum Rüstzeug des modernen Fantasy-Lesers gehört, wird geklärt. Danach kennt man sich auf jeden Fall ein bisschen besser in germanischer Mythologie aus und hat außerdem einen spannenden Abenteuerroman gelesen.


Gelesen von Amelie

Montag, 16. März 2015

Das Gegenteil von oben

 von Oliver Uschmann aus dem Script5- Verlag

 
Dennis wohnt in einem der Hochhäuser am Bahnhof und beobachtet stets die Leute im Haus nebenan. Für die schreibt er dann sogenannte "Codes Yellow"- anonyme Mahnbriefe bei Ehekrach oder sonstigen Problemen. Das gibt natürlich Stress mit seiner Mutter, die ihn einen nutzlosen Mann wie seinen Vater nennt, den er nie kennen gelernt hat, weil er seine Mutter verlassen hat, als Dennis geboren wurde. Deshalb beobachtet er hauptsächlich die glückliche Hausmeisterfamilie, die ein Bilderbuchleben zu führen scheint. Doch eines Tage verschwinden Mutter und Sohn in den Weihnachtsferien spurlos und Herr Tange scheint merkwürdigen Geschäften nachzugehen.
Doch das reicht noch nicht: Dennis verliebt sich in Lara, ein Mädchen aus seiner Klasse, dass ständig Mutproben in Form von Diskussionen mit dem Lehrer erwartet und mit seiner Mutter gibt es wegen zu vielem Zocken weiter Stress. Als Dennis der einzige Beobachter eines Verbrechens wird, das im Keller des Nachbarturms vor sich geht, überschlagen sich die Ereignisse, und alles andere rückt in den Hintergrund...



Das Cover hat mich wegen des ungewöhnlichen Designs sofort angesprochen und dieses "ungewöhnliche" hat sich während des gesamten Buches ausnahmslos fortgesetzt. Die Charaktere waren neu und trotzdem sympathisch, aber am allermeisten hat mich die Handlung überrascht: komplett neu und pointenreich! Der Junge war mir auch sofort sympathisch und das gesamte Buch ist sehr komplex, weil es eben verschiedene Themen behandelt, die ich hier gar nicht alle anschneiden will, nur so viel: er macht sich sehr viele Gedanken über jeden und alles und damit konnte ich mich auch sehr gut identifizieren.
Ich denke, dieses Buch hat sowohl in der Jungs- als auch in der Mädchenabteilung, Block "all age", einen Ehrenplatz verdient und gehört somit in meine Hit-Liste der (minimum!) zehn besten Bücher!



Alter: all age


Gelesen von Anna (13)

Montag, 9. März 2015

Buchbesprechung von Charlotte (16)

Dunkelsprung - Vielleicht kein Märchen

von Leonie Swann
aus dem Goldmann Verlag

Der Londoner Flohzirkusdirektor und Goldschmiedemeister Julius Birdwell muss eine Meerjungfrau aus den Fängen Fawkes befreien, doch wer ist dieser Fawkes überhaupt?
Kann ihm die gehörnte Dame Elizabeth helfen?
Oder der Privatdetektiv Frank Green?


Das Buch trieft nur so von Phantasiewesen und tollen Charakteren. Es gibt kaum jemanden, den man wirklich nicht mag.
Die Autorin schreibt super und ihre Ideen sind echt klasse (wie zum Beispiel auch ihre Schafkrimis "Glennkill" und "Garou" beweisen).
Die Geschichte ist einfach wunderbar und so wie sie mir empfohlen wurde, kann auch ich sie nur weiterempfehlen!






Alter: ~14+

Charlotte (16)


Montag, 2. März 2015

Jetzt schon mein Highlight 2015!

Eleanor & Park

Von dem Moment an, als ich dieses Buch in den Händen hielt, und den Klappentext las, wollte ich sofort das ganze Buch auf einmal lesen. Als ich am Abend dann zu Hause war, konnte ich kaum erwarten, damit anzufangen. Also habe ich mich sofort auf den Weg ins Bett gemacht und nicht mehr aufgehört, bis ich mein schlechtes Gewissen nicht mehr ignorieren konnte und mitten in der Nacht endlich schlafen ging. Mir fehlten nur noch 23 Seiten bis zum Ende aber ich wollte 1. nicht total fertig auf der Arbeit erscheinen und 2. dieses unendlich schöne Buch nicht an einem Abend durchgelesen haben. Ich habe am nächsten Tag meinen Kolleginnen die ganze Zeit davon vorgeschwärmt und die Vorfreude auf den Abend war enorm. Als ich zu Ende gelesen habe, war ich unglaublich traurig aber gleichzeit habe ich mich so sehr gefreut, so etwas Wunderbares gelesen zu haben.

Eine Liebesgeschichte, die sich ganz langsam entwickelt.

ZART, ROMANTISCH UND TRAUMHAFT POETISCH.

Für mich war es Liebe auf den ersten Blick!


Sie sind beide Außenseiter, aber grundverschieden: Die pummelige Eleanor und der gut aussehende, aber zurückhaltende Park. Als er ihr im Schulbus den Platz neben sich frei macht, halten sie wenig voneinander. Park liest demonstrativ und Eleanor ist froh, ignoriert zu werden. In der Schule ist sie das Opfer übler Mobbing-Attacken und zu Hause hat sie mit vier Geschwistern und einem tyrannischen Stiefvater nur Ärger. Sie hat gelernt, unsichtbar zu sein und keine Ansprüche zu stellen. Und er ist froh, von niemandem besonders beachtet zu werden. Doch als sie beginnt, Parks Comics mitzulesen, entwickelt sich ein Dialog zwischen den beiden. Zögerlich tauschen sie Kassetten, Meinungen und Vorlieben aus. Dass sie sich ineinander verlieben, scheint unmöglich. Doch ihre Annäherung gehört zum Intensivsten, was man über die erste Liebe lesen kann.

"Er hielt immer noch das Ende ihres Schals und rieb die Seide träge zwischen Daumen und Fingern. Sie beobachtete seine Hand. Wenn er sie jetzt ansehen würde, wüsste er wie dumm sie war. Sie spürte, wie ihr Gesicht weich und gummiartig wurde. Wenn Park sie jetzt ansehen würde, wüsste er alles."  

Seite 81

 

An dieser Stelle möchte ich nicht mehr verraten, ich finde dieses Buch sollte jeder Leser für sich entdecken! 
 

Gelesen von Raquel