Nominierungen 2017

Der Leseclub Augustiniok ist in der Jugendjury des Deutschen Jugendliteraturpreises.


Donnerstag, 30. April 2015

Silver Skye


Skye ist sechzehn Jahre alt und eigentlich ein ganz normales Mädchen. Gut, ihre Clique ist etwas außergewöhnlich mit dem in sich gekehrten Dan, der quirligen Cassie und dem eher gemütlichen Ian. Aber ansonsten lebt sie ihr ganz normales Teenagerleben mit all den kleinen Alltagsproblemen.
Doch bei der Party zu ihrem siebzehnten Geburtstag lernt sie die beiden Cousins Asher und Devin kennen. Diese zwei könnten unterschiedlicher nicht sein - Asher ist sehr selbstbewusst und Devin sehr schüchtern - und verändern ihr Leben trotzdem vollkommen. Zu beiden fühlt sich das Mädchen mit den silbernen Augen hingezogen und stürtzt sich eher kopflos in die Liebe. Doch irgendwann kommt sie an einen Punkt, an dem sie sich entscheiden muss.
Und zwar nur für einen der beiden Cousins mit der übersinnlichen Austrahlung.
Doch was hat diese alte Prophezeiung damit zu tun?
Und wann erkennt Skye endlich, dass diese Prophezeiung genau von ihr handelt?


Dieses Buch hat mir einfach total gut gefallen! Für mich hat den Reiz unter anderem auch der Mix aus Liebesgeschichte mit integrierter Dreiecksbeziehung, dieser alten Prophezeiung und einfach dieser mystischen Atmospähre ausgemacht.
Von der Atmospähre her hat es mich sehr an "Liv forever" von Amy Talkington aus dem Beltz- Verlag erinnert, mit der mystischen, übersinnlichen Stimmung und den dunklen Geheimnissen, obwohl es natürlich eine andere Handlung war.
Und für mich hat dieses Cover auf jeden Fall besser zu der Geschichte gepasst, als bei "Liv forever", aber ich möchte die beiden Bücher aufgrund ihrer Themenverschiedenheit hier nicht zu sehr vergleichen.
Der Name passt sehr gut zu dem Thema und verrät trotzdem nicht zu viel, macht einen also neugierig und ist einfach perfekt getroffen. Generell gefällt mir das gesamte Design der Buchhülle gut, die schwarze Farbe mit dem Mädchen und dann der Spruch über dem Klappentext - einfach genial. Der hat mir besonders zugesagt und hätte meiner Meinung nach absolut das Potential, auf einem Werbeplakat verewigt zu werden. Die Charaktere waren mir allesamt sympathisch und mir kommt es gerade etwas seltsam vor, aber ich konnte mich mit Skye sehr gut identifizieren, obowhl ja "etwas" an ihr anders ist- genauso wie in "Der Kuss der Sirene" von Mandy Hubbord aus dem Ravensburger Buchverlag. Kleine Randbemerkung: diese ganzen Vergleiche mit anderen Büchern sollen keinesfalls andeuten, dass ich denke, dass irgendwelche Charaketere oder Handlungen kopiert werden, ich möchte nur weitere Beispiele für ein besseres Verständnis geben, die diesem hier eben in mancher Hinsicht ähneln.
Empfehlen würde ich es auf jeden Fall Fans der oben genannten Bücher und zudem den Mädchen ans Herz legen, die den Mix aus Fantasy und realitätsnahen Büchern zu schätzen wissen.

Alter: all age



Gelesen von Anna (13)

Blitzlichtgewitter

 von Christian Linker aus dem dtv pocket- Verlag

Fabian war einmal der glücklichste Junge auf der ganzen Welt. Und Becca das glücklichste Mädchen, hat er geglaubt. Bis sie ihn an einem gewöhnlichen Schulmorgen in der Pause in ihre Knutschecke zieht und meint: "Wir müssen reden". Und dann macht sie mit ihm Schluss, einfach so, ohne dass er wüsste, warum.
Jetzt, paar Tage später, es könnten aber auch Wochen sein, Monate, Jahre, fragt sich Fabi wieso und warum. Hat sie einen Neuen? Oder war sonst jemand eifersüchtig?
Fabi erkennt keinen Sinn dahinter und umso schmerzhafter ist die Trennung für ihn. Vor allem, weil kurz darauf DIE Party des Jahres steigt, zu der Becca mit ihm hingehen wollte. Voller Hoffnung, die Beziehung wieder dort zu retten und sich mit ihr endlich auszusprechen, geht er auf die Party und wird nur erneut wieder zurückgestoßen. Schon nach kurzer Zeit ist Becca dicht und wird von ihren Freundinnen wie von Leibwächtern bewacht, also keine Chance auf einen Augenblick zu zweit.
Doch dann quatscht ihn ein Junge wegen Becca und ihrer Fremdflirterei blöd an, Becca verschwindet alleine im Haus und Fabi muss etwas unternehmen. Er weiß nicht, dass er diese Entscheidung später bitterlich bereuen wird. Innen liegt Becca schlafend auf einem Bett, ohne zu überlegen macht Fabi Fotos, und zwar richtig fiese, und verschickt sie an die gesamte Schule.
Der nächste Morgen ist ernüchternd, denn mittlerweile bereut er seine Tat. Doch die Verbreitung der Bilder ist nicht mehr zu stoppen und in der Schule wird er von allen komisch angesehen, niemand traut sich mehr, ihn anzusehen, geschweige denn, mit ihm zu sprechen.
Doch als er Drohmeldungen auf sein Handy von einer unbekannten, unterdrückten Nummer bekommt und die Polizei ihn zusätzlich zu den Fotos noch zu einem perversen Video verhört, mit dem er aber nichts zu tun hat, wird es ernst...

Zuallererst: es ist bestimmt nicht einfach, über so ein Thema zu schreiben, weil man bei solchen Themen wahrscheinlich schnell dazu neigt, Realität mit Wunschdenken oder überdramatisierten Bildern zu verwischen. Aus dieser Hinsicht ist dem Autor aber alles gelungen.
Es gäbe aber andere Kritikpunkte, die ich gerne ansprechen würde.
Fangen wir mit dem Titel an, der für mich anfangs (ohne das Cover zu betrachten) erst einmal nach einem Roman über Stars oder Ähnlichem klang. Dann fand ich zudem, dass die Schrift etwas groß und die Handlung leicht vorhersehbar war, was aber auch an dem fast schon zu ausführlichen Klappentext liegen kann, der Einiges vorausnimmt.
Trotzdem können sich meiner Meinung nach vor allem Jungs mit der Hauptfigur identifizieren, weil Fabi einfach ganz normal ist, eigentlich jedenfalls und alle Handlungsschritte, auch Entscheidungen seinerseits, so genau erläutert werden, dass man selbst diese gut nachvollziehen kann.
Die Geschichte basiert, denke ich, auch auf dem realen Leben, weshalb sie sehr glaubwürdig geschildert und dargestellt wurde.
Für mich wäre es auch  ein super Buch für den Deutschunterricht in der Schule, weil es sich mit den Problemen der heutigen Jugend und Generation beschäftigt, es sowohl Jungen als auch Mädchen lesen können und es einfach wichtig ist, über dieses Thema informiert zu sein, damit so etwas nicht mehr so häufig passiert.

Ab 12



Gelesen von Anna (13)

Mittwoch, 29. April 2015

Vakuum von Antje Wagner aus dem Gulliver Verlag



Im normalen Leben haben Kora, Alissa und Leon, Tamara und Hannes nicht viel gemeinsam. Alissa und Leon sind Geschwister, verstehen sich aber, nach dem Tod der gemeinsamen Schwester Nina, nicht besonders gut und ansonsten kennen sich die fünf überhaupt nicht.
Hannes hat gerade mit seiner großen Liebe Schluss gemacht und ist total deprimiert, Kora sitzt im Gefängnis und wünscht sich nichts sehnlicher, als endlich von jemandem verstanden zu werden, Tamara versteht sich nicht sonderlich gut mit ihrer Adoptivmutter, die sie schon lange für verrückt erklärt hat, weil sie das Verhalten von Tomaten auf Musik testet.
Alle haben also mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen, die für sie wie die größten auf der ganzen Welt erscheinen. Doch bei all dem wissen die fünf Jugendlichen nicht, dass sie eine ganz große Sache verbindet, sogar größer, als alle ihre Probleme zusammen. Denn am Samstag, dem 17. August um 15:02 geschieht das Unfassbare: die Zeit bleibt stehen und alle Menschen sind verschwunden. Jeder der fünf hat einen seltsamen Brief gefunden und da alle den dort geschriebenen Anweisungen folgen, führen sie die Briefe zueinander. Zuerst setzen sich die fünf zusammen, überlegen mögliche Gründe. Doch für dieses Spektakel findet sich einfach keine Erklärung.
Seltsamerweise werden die fünf noch von einem Geschöpf aus Nebel verfolgt, das sie alle umbringen möchte. Nur gemeinsam sind sie stark genug, um den Nebel zu besiegen. Aber können sie so auch das große Geheimnis lüften?
Anfangs war das Buch etwas verwirrend, weil die Einleitung von Kora im Gefängnis nun so gar nichts mit Vakuum oder Zeit-Stillstand zu tun hat. Deshalb war ich am Anfang etwas skeptisch über den weiteren Verlauf der Geschichte. Doch ich hätte mir keine Gedanken machen müssen, meine Sorgen blieben unbegründet! Es ist faszinierend, wie nach und nach das Hintergrundwissen eröffnet wird und man so Schritt für Schritt auch dem großen Geheimnis auf die Spur kommt. Dies schafft Antje Wagner zusätzlich mit einer ordentlichen Portion Spannung und auch ein bisschen Fantasy; also ein rundum gelungenes Buch.  Die Form der Kapitel, bei dem jedes von jemand anderem erzählt wird, kann durchaus auflockernd wirken, was jedoch hier, wie ich finde, nicht so ganz der Fall war. Es war jetzt nicht locker, auf keinen Fall, ich hatte nur manchmal eher das Gefühl, dass die Handlung dadurch verzögert wird und so Spannung leider auch herausgenommen wurde. Trotzdem, das Buch ist absolut empfehlenswert, sowohl für Jungen, als auch für Mädchen.
Zum Schluss noch eine kleine letzte Anmerkung: das Cover war sehr gut getroffen für meinen Geschmack und auch der Titel hat irgendwie gepasst, auch wenn im Buch mit keinem Wort ein Vakuum erwähnt wird. Lustigerweise hatte ich das aber beim Lesen sofort im Kopf und somit finde ich auch das passend. Auch die Farben des Covers entsprechen genau der Atmosphäre des Buches, idyllisch, einsam, aber auch eine Spur Trostlosigkeit und Unheimlichkeit.
Deshalb an alle Urban-Fantasy-Fans: unbedingt lesen!


Alter: all Age
Anna (13)

Donnerstag, 23. April 2015

Die Schatten von London

Der Tag von Rorys Ankunft im alterwürdigen Internat Wexford ist gleichzeitig der Tag, an dem eine Mordserie beginnt, die ganz London in Atem hält. Jack the Ripper ist zurück, oder vielmehr jemand, der exakt die Taten des Serienmörders kopiert. Unter den Augen der an den Bildschirmen mitzitternden Londoner Bevölkerung tötet der Ripper trotz Überwachungskameras und observierenden Hubschraubern weiter – und lässt die Polizei alt aussehen, so ganz ohne Zeugen. Was keiner weiß: Eine einzige Zeugin gibt es – Rory. Die junge Amerikanerin ist die Einzige, die den Mörder gesehen hat. Womöglich auch die Einzige, die ihn sehen kann? Und plötzlich ist der Ripper hinter Rory her ...

Ich bin eigentlich nicht der größte Fan von Urban-Fantasy, aber dieses Buch vermochte es, mich komplett in seinen Bann zu ziehen! Maureen Johnson kann mit wenigen, leichten Worten eine fiebrige Spannung erzeugen, sie lässt sie dunklen Straßen von London lebendig werden und flicht das Paranormale äußerst geschickt in ihre Handlung ein. Binnen zweier Tage hatte ich den Roman verschlungen!
Anfangs war ich etwas kritisch, da mir die Beschreibung des Internatslebens zu klischeehaft und seine Bewohner zu stereotyp erschienen. Außerdem hatte ich den Eindruck, die Handlung würde nicht in Schwung kommen. Dieses Gefühl hat die Autorin aber ab der fünfzigsten Seite revidieren können. Liebenswerte Nebenfiguren „geisterten“ durch die Seiten und auch die Hauptfigur Aurora (Rory) wurde mir zunehmend sympathischer. Sie unterscheidet sich auf wunderbare Weise von den klassischen Fantasy-Protagonistinnen. Ihr Humor und ihre sarkastische Ader lockern den Plot an den richtigen Stellen auf und lassen den Leser wissen, dass sich dieses Buch selbst nicht so ernst nimmt. Außerdem mochte ich Rorys amerikanischen Charme und die Anekdoten über ihre verschrobene Verwandtschaft. Zu diesen positiven Merkmalen gesellt sich dann noch eine beträchtliche Portion Mut, die sie Jack the Ripper die Stirn bieten lässt, anstatt sich winselnd hinter einem blondlockigem, muskulösem Geliebten verstecken zu müssen.
Apropos: Was die Liebesgeschichte angeht, hat Maureen Johnson sich auf herrliche Weise zurückgehalten. Weder rückt diese in den Vordergrund, noch ist von ewiger Verbundenheit, Seelenverwandtschaft und Engelschören die Rede. Hier begegnen sich einfach zwei junge Menschen, die einander charmant finden und beschließen, mehr Zeit miteinander verbringen zu wollen. Erfrischend realistisch!
Das Ende des Buches ist zwar in sich abgeschlossen, gibt aber zugleich einen sehr interessanten Ausblick auf den nächsten Band. Ich für meinen Teil freue mich schon darauf!

„Die Schatten von London“ erhält 5 Marienkäfer von mir




Gelesen von Alisa

Dienstag, 21. April 2015

Letztendlich sind wir dem Universum egal

David Levithan
Fischer FJB Verlag


A ist geschlechtslos. Jeden Morgen wacht A in einem anderen Körper, in einen anderen Leben auf. A hat die Möglichkeit, jeden Tag jemand anderes zu sein, doch A bleibt sich immer treu, auch wenn A vorher nie weiß, wer er sein wird. Ein Mädchen? Ein Junge? A hat sich an dieses Leben gewöhnt und er hat sich Regeln aufgestellt: Lass dich niemals zu sehr darauf ein. Falle nicht auf. Hinterlasse keine Spuren. Ich sage "er", weil es mir schwer fälllt, A kein Geschlecht zu geben, obwohl ich sagen muss, dass A auch ein Mädchen sein könnte. 

Er hat aufgehört, sich zu fragen, wer er ist und versucht nicht mehr herauszufinden, warum es ihn gibt.Doch dann verliebt A sich unsterblich in Rhiannon. Mit ihr will er sein Leben verbringen, für sie ist er bereit, alles zu riskieren.

Wie wäre das, wenn du nur du selbst sein kannst, und deine Familie ist immer eine andere? Niemand kennt dich. Du kannst versuchen, es jemanden zu sagen, aber wer glaubt dir? Du kannst jemanden lieben, aber kann DICH jemand lieben? Wenn du körperlich so gestaltos bist und jeden Tag anders aussiehst.


David Levithan kann sich richtig gut in Jugendliche hineinversetzen. Mit diesem Buch hat er es noch einmal bewiesen. Die Geschichte ist aus der Sicht von A geschrieben, er beschreibt seinen Alltag, warum er angefangen hat, zu akzeptieren, was er ist, und nicht versucht herauszufinden, wie er es ändern kann. Von Anfang an hat man als Leser Fragen, die wie ich finde, genau im richtigen Moment erklärt werden. Es ist logisch und irgendwie auch realistisch erzählt. Ich hatte nie das Gefühl, etwas nicht verstanden zu haben. Über manche Sätze musste ich sehr lange nachdenken. Philosophieren gehört hier dazu.
Levithan ist einer der großartigsten Jugendbuchautoren, die es gibt, er schafft es, dem Leser seine Gedanken und seine Sichtweise in einer Geschichte zu vermitteln, in einer Weise, wie es sonst keiner kann.

Mir hat die Geschichte gezeigt, dass Mädchen und Jungs gar nicht so unterschiedlich sind, wie alle immer denken. Dass wahre Liebe unabhängig vom Geschlecht ist, du kannst dir nicht aussuchen, in wen du dich verliebst. Und wenn diese Liebe echt ist, kannst du auch Grenzen überschreiten. Es öffnet dir die Augen für außergewöhnliche Menschen, es zeigt dir, wie du anderen gegenüber toleranter sein kannst und sie so sein lassen kannst, wie sie sind. Du musst niemanden verändern, um ihn zu verstehen.

Eine tolle Idee, die wie ich finde, super umgesetzt wurde. Ich glaube, ein anderer Autor hätte das nicht so gut hingekriegt. 
 Die Geschichte einer ungewöhnlichen ersten großen Liebe - und ein phantastischer Roman, wie er realistischer nicht sein könnte.
 
Ab 14


Gelesen von Raquel

Montag, 20. April 2015

We love Fashion- Röhrenjeans und Schulterpolster

von Maya Seidensticker aus dem LOEWE- Verlag


Endlich ist es so weit: Lucys Aufnahme an die Fashion School Bernstein steht bevor!
Doch um auf das angesagte Modeinternat zu kommen, muss sie erst eine schwierige Aufnahmeprüfung bestehen: eine Modenschau zum Thema 80er-Jahre. Zusätzliches Problem bei der Sache: Lucy ist nicht die Einzige, die sich um einen der begehrten Plätze des Modeinternates beworben hat. Ihre Konkurrenten sind Laetizia, die ihr anfangs noch sehr sympathisch erscheint, die sich aber mehr und mehr zur hinterhältigen Schlange entwickelt, der gutaussehende Lasse, der ihr schon am ersten Tag begegnet und der ihr zu dem ganzen Stress hinzu auch noch den Kopf verdreht und schließlich noch der eher unmotivierte Ben, dessen Eltern ihn gegen seinen Willen auf das Internat schicken wollen. Und nur genau ein Mädchen und ein Junge bekommen die beiden freien Plätze.
Lucys Schwester Hannah, die ebenfalls schon auf der Fashion High ist, unterstützt sie bei der gesamten Vorbereitung und steht ihr mit Rat und Tat zur Seite. Ein paar Wochen vor dem Termin der Aufnahmeprüfung kommt Hannah auf die Idee, auf eine 80er-Jahre-Party in Berlin zu gehen, um sich dort Inspirationen zu holen. Dort empfängt sie eine Atmosphäre wie aus einer anderen Zeit: das Dosenbier ist noch nicht erfunden, die Kleidung sieht täuschend echt aus und alle anderen Anwesenden verwenden Wörter wie "oberaffengeil" und schwärmen von Nenas Musik.
Die sind einfach in ihrer Zeit hängen geblieben, denken die Schwestern zuerst.
Doch dann stehen sie auf einmal vor der Berliner Mauer...


Auf den ersten Blick wirkte das dünne Buch für mich wie ein Kinderbuch, eben weil es so dünn war. Doch es beinhaltete trotzdem knapp 200 Seiten und war deshalb mehr als ausreichend ausformuliert. Natürlich hätte man hier und da noch etwas ausführlicher beschreiben können oder die Gefühle und Gedanken jeder einzelnen Person noch mehr zur Geltung bringen, aber so stand die Handlung zumindest im Vordergrund.
Die Charaktere waren für mich sehr typische Rollen und auch die zusätzliche Hintergrundhandlung in einem Internat ist so ziemlich immer dieselbe. Nichtsdestotrotz, die Sprache war einfach und in Jugensprache gehalten und schön fand ich auch, dass die Autorin auch auf kleine Details wie bestimmte Redewendungen in den 80ern, berühmte Leute, technische Standards, trendige Möbel und eben nicht nur auf den modischen Aspekt eingeht und hier keine Kleinigkeit ausspart. Es ist also wirklich eine kleine, geschichtliche Reise durch die Zeit.
Das Cover hat sehr gut dazu gepasst und auch der Titel harmoniert perfekt mit der Handlung und bringt alles schön auf den Punkt.
Ein gelungens Buch!
Empfehlung geht hauptsächlich an Mädchen ab zwölf Jahren, die gerne Internatsgeschichten lesen und die sich zumindest etwas für Mode interessieren.


Ab 12 Jahre




Gelesen von Anna (13)

Sonntag, 19. April 2015

Sternschnuppenstunden

Rachel McIntyre
Magellan Verlag

Lara T. ist der Freak der Schule. Es gibt niemanden, von dem Sie nicht gehänselt, gemobbt und verspottet wird. Sie hat rote Haare, ist dünn und hat immer gute Noten. Was natürlich schon Grund genug ist, gemobbt zu werden. Zur Schule zu gehen ist für sie eine Qual, zu Hause ist es auch nicht viel besser. Ihre Eltern haben schon genug Probleme, sie streiten sich jeden Tag, und der Grund dafür ist, dass sie zu wenig Geld haben. Sie schlagen sich mit Jobs herum, die keiner machen möchte. Das ist für Laras Schulkameraden noch mehr Grund, sie fertigzumachen. Seit sich ihre beste Freundin mit dem "FEIND" zusammengetan hat, ist sie ganz allein. Am Anfang hat sie versucht, sich zu wehren, aber das hat alles nur noch schlimmer gemacht. Jetzt versucht sie, es nur noch zu ertragen und gibt sich selbst die Schuld für die ganze Misere.

Irgendwann ist Ben da. Er ist der neue Lehrer. Alle Mädchen himmeln ihn an. Er sieht gut aus, zu gut, um ehrlich zu sein. So heiß darf doch kein Lehrer sein! Doch er sieht, was die anderen Lehrer nicht sehen und er hilft Lara. Durch seine Augen sieht sie sich in einem neuen Licht: sie ist klug, witzig und hübsch, und gemeinsam suchen sie einen Ausweg aus Laras Situation. Und es könnte ihnen gelingen, wäre da nicht ein Problem: dass Ben ihr Lehrer ist.

Der Einstieg in Laras Geschichte ist mir sehr leicht gefallen. Lara war mir von Anfang an sehr sympathisch, ihr trockener Humor ist genau das, was sie braucht, um die Mobbingattacken zu überstehen. Und das macht dieses Thema, das wirklich ernst zu nehmen ist, seltsam komisch. Ich hab oft über ihre Sichtweise gelacht, aber auch sehr gelitten, weil ich gemerkt habe, dass es ihr doch viel mehr ausmacht, als sie es zugeben möchte.

Dieses Buch ist Lara's Tagebuch.
Lara schreibt in ihrem ersten Tagebucheintrag, von wem und warum sie das Tagebuch hat. Der Schreibstil ist so passend, dass ich wirklich dachte, dass das Buch von einer Sechzehnjährigen geschrieben wurde. Ich konnte mich so gut in Lara und ihre Situation hineinversetzen, konnte ihre Gefühle nachempfinden und habe an meine Zeit als 16-Jährige zurückgedacht

Und auch dass Sie sich in ihren Lehrer verliebt, wirkt selbstverständlich: er ist ihr Ritter in strahlender Rüstung, der mit seinem weißen Ross um die Ecke kommt, wenn es mal wieder brenzlig wird.

Die Geschichte ist sehr tiefgründig geschrieben, ich habe lange darüber nachgedacht. Es zeigt, dass man stark sein muss und nicht aufgeben darf, wenn man in solch eine Situation geraten ist. Dass man eben auch nicht wegschauen soll, wenn es jemand anderem passiert, und dass jeder die Macht hat, etwas zu verändern.

Es ist wirklich einer der besten Mobbing-Romane, die ich je gelesen habe.

 Ab 13



Gelesen von Raquel 

Freitag, 17. April 2015

Die Mitte von Allem


Clare liebt ihren Bruder Luke über alles – er ist ihr strahlender Held, mit dem sie Abenteuer erlebt, der ihr das Schwimmen beibringt und der sie beschützt. Seit ihrer Kindheit sitzt Luke jedoch immer wieder im Gefängnis. Als er nun nach vier Jahren frühzeitig entlassen wird, hofft sie, dass er sich dieses Mal geändert hat. Aber bald darauf wird Luke erneut verhaftet. Während Clares Eltern versuchen, den schönen Schein zu wahren, und Luke immer wieder mit offenen Armen empfangen, beginnt Clare, an seiner Unschuld zu zweifeln. War er nur zur falschen Zeit am falschen Ort? Als Clare schließlich selbst in Lukes Machenschaften hineingezogen wird, will sie wissen, wer ihr Bruder wirklich ist. Sie geht der Vergangenheit auf den Grund. Doch was sie dort findet, übertrifft ihre schlimmsten Befürchtungen.

Um dieses Buch zu lesen, habe ich erneut mein angestammtes Genre der Fantasy verlassen, und ich muss sagen, dass ich nicht enttäuscht wurde. „Die Mitte von Allem“ ist ein Familiendrama und zugleich eine sehr ergreifende Geschichte über das Erwachsenwerden, über das Gefühl, den Eltern nicht zu genügen, über kindliche Naivität und über das unschöne, unvermeidliche Erwachen. Der Roman ist in der Ich-Perspektive geschrieben, was es dem Leser möglich macht, sehr direkt an dem Innenleben der Protagonistin Clare teilzuhaben. Und ihr Innenleben ist das eigentliche Thema. Tatsächlich konzentriert sich die Autorin so massiv auf Clares Denken und Fühlen, dass die anderen Figuren in den Hintergrund rücken und zu charakterlosen Schablonen verblassen. Was mich in einem anderen Buch gestört hätte, wirkt hier jedoch recht passend, da Clare zuweilen wirklich das Gefühl hat, in ihrem eigenen Kopf gefangen zu sein und sich immer mehr von der Außenwelt zu distanzieren. Dennoch: Ein wenig mehr Farbe hätte weder Clares Freunden, noch ihrem zweiten Bruder oder ihrem (sterbenslangweiligen) Schwarm geschadet.
Der Schreibstil des Buches ist recht schlicht und schnörkellos gehalten, sodass man „Die Mitte von Allem“ auch noch nach einem langen Arbeitstag, geistig umnachtet oder mit Geräuschshintergrund lesen kann. Trotzdem gelingt es der Autorin, Emotionen so mühelos zu transportieren, dass meine Augen zuweilen gebannt an den Seiten klebten. Auch einige literarische Kunstgriffe konnte mich begeistern, so zum Beispiel das Familienskelett Skel, das uns als klappernde, brandyschlürfende, radschlagende Metapher durch die ganze Handlung begleitet. Ehrlich gestanden war der Knochenmann meine Lieblingsfigur.
Ein weiterer Pluspunkt sind die vielen Rückblicke in die Vergangenheit, die mir begreiflich machten, warum Clare ihren Bruder Luke so innig liebt und warum es ihr anfangs so schwer fällt, an ihm zu zweifeln.
Das macht es umso interessanter, ihre Entwicklung zu beobachten, mitzuerleben, wie sie die teils schrecklichen Erfahrungen ihrer Kindheit aufarbeitet, wie sie sich zunehmend von ihren Eltern emanzipiert und auch aufhört, Luke in ewig goldenem Licht zu sehen. 

Ich würde diesem Buch vier wohlverdiente Marienkäfer geben!
Altersempfehlung: ab 14 

 



Gelesen von Alisa

Donnerstag, 16. April 2015

Buchbesprechung von Ronja

GODS AND WARRIOS  - Die Insel der heiligen Toten.


Der 12-jährige Hylas und seine Schwester sind von einem Dörfler aufgenommen worden. Bei ihm müssen sie arbeiten um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Doch eines Tages kommen mysteriöse schwarzgekleidete Krieger in das Dorf und versuchen, ihn und seine Schwester zu töten. Als Hylas versucht, seine Schwester zu schützen, laufen sie in verschiedene Richtungen davon. Nachts versteckt er sich in einem Totenhaus, in dem er einen Mann trifft, der ihm einen Dolch gibt. Allerdings unter dem Versprechen, eine Haarsträhne des Mannes in das Meer zu werfen. Auf der Flucht trifft er seinen besten Freund Telamon, der ihm Pferde für die Flucht gibt. Am Meer angekommen sieht er die ,,Krähen"( Die schwazgekleideten Krieger).

Soll er jetzt nach diesem langen Weg aufgeben? Doch Hylas denkt gar nicht daran; zumal er noch seine Schwester finden muss. Er begibt sich auf eine waghalsige Flucht über das Meer.

Das Buch war recht spannend. Allerdings recht vorhersehbar. Außerdem konnte man manche Handlungen einfach nicht nachvollziehen. Der Schluss ist ein bisschen traurig.



Gelesen von Ronja (11)

Elfenseele- zwischen den Nebeln

 von Michelle Harrison aus dem LOEWE- Verlag


Red wird von ihrer eigenen Familie für verrückt erklärt, als die herausfindet, dass sie an Elfen glaubt. Aber nicht an die weit verbreitete positive Variante des lieben Menschengefährten, sondern an die echte, dunkle Seite dieser Wesen, die im versteckten Dickicht des Waldes leben, verborgen vor aller Augen. Denn sie hat, wie nur wenige Menschen, das sogenannte Zweite Gesicht. Damit hat sie die Fähigkeit, diese Wesen zu sehen. Als ihre Eltern bei einem Autounfall ums Leben kommen, müssen sie und ihr kleiner Bruder ins Waisenhaus. Dort wird der aber von Elfen entführt und so macht sich Red mit ihrer Freundin auf in den Wald, das Reich der Elfen. Doch der Weg dorthin ist schwierig und mit vielen Gefahren verbunden und fast noch schwerer ist es, dort wieder herauszukommen. Nur wenige wurden je wiedergefunden und wenn, dann seltsam verändert und halb tot. Doch erst als sie wirklich dort ist, begreift sie die lauernden Gefahren, denen sie sich stellen muss.

Für mich war es schwer, mich in die Handlung einzufinden und gleich in alle "Facts" über die Elfen einzusteigen, weil ich den dazu existierenden Vorband "Elfenseele - Hinter dem Augenblick" nicht gelesen habe. Allerdings klärt der Prolog sehr gut darüber auf und so war es schon ganz okay. Dann, ungefähr ab Seite vierzig, bin ich gut durchgestiegen und so war die doch recht komplexe Handlung gut verständlich. Allerdings war es ziemlich spannend und sehr gruselig und ich würde es mal so betiteln: nichts für schwache Nerven.
Das Cover passt meiner Meinung nach gut, genauso wie der spannende Titel, insofern war für alles gesorgt. Mehr zu sagen gibt es nicht, ich würde es nicht als Lieblingsbuch bezeichnen, aber durchaus als gute Leselektüre für Mädchen ab zehn, die gerne Fantasy lesen.



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Gelesen von Anna (13)