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Mittwoch, 29. April 2015

Vakuum von Antje Wagner aus dem Gulliver Verlag



Im normalen Leben haben Kora, Alissa und Leon, Tamara und Hannes nicht viel gemeinsam. Alissa und Leon sind Geschwister, verstehen sich aber, nach dem Tod der gemeinsamen Schwester Nina, nicht besonders gut und ansonsten kennen sich die fünf überhaupt nicht.
Hannes hat gerade mit seiner großen Liebe Schluss gemacht und ist total deprimiert, Kora sitzt im Gefängnis und wünscht sich nichts sehnlicher, als endlich von jemandem verstanden zu werden, Tamara versteht sich nicht sonderlich gut mit ihrer Adoptivmutter, die sie schon lange für verrückt erklärt hat, weil sie das Verhalten von Tomaten auf Musik testet.
Alle haben also mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen, die für sie wie die größten auf der ganzen Welt erscheinen. Doch bei all dem wissen die fünf Jugendlichen nicht, dass sie eine ganz große Sache verbindet, sogar größer, als alle ihre Probleme zusammen. Denn am Samstag, dem 17. August um 15:02 geschieht das Unfassbare: die Zeit bleibt stehen und alle Menschen sind verschwunden. Jeder der fünf hat einen seltsamen Brief gefunden und da alle den dort geschriebenen Anweisungen folgen, führen sie die Briefe zueinander. Zuerst setzen sich die fünf zusammen, überlegen mögliche Gründe. Doch für dieses Spektakel findet sich einfach keine Erklärung.
Seltsamerweise werden die fünf noch von einem Geschöpf aus Nebel verfolgt, das sie alle umbringen möchte. Nur gemeinsam sind sie stark genug, um den Nebel zu besiegen. Aber können sie so auch das große Geheimnis lüften?
Anfangs war das Buch etwas verwirrend, weil die Einleitung von Kora im Gefängnis nun so gar nichts mit Vakuum oder Zeit-Stillstand zu tun hat. Deshalb war ich am Anfang etwas skeptisch über den weiteren Verlauf der Geschichte. Doch ich hätte mir keine Gedanken machen müssen, meine Sorgen blieben unbegründet! Es ist faszinierend, wie nach und nach das Hintergrundwissen eröffnet wird und man so Schritt für Schritt auch dem großen Geheimnis auf die Spur kommt. Dies schafft Antje Wagner zusätzlich mit einer ordentlichen Portion Spannung und auch ein bisschen Fantasy; also ein rundum gelungenes Buch.  Die Form der Kapitel, bei dem jedes von jemand anderem erzählt wird, kann durchaus auflockernd wirken, was jedoch hier, wie ich finde, nicht so ganz der Fall war. Es war jetzt nicht locker, auf keinen Fall, ich hatte nur manchmal eher das Gefühl, dass die Handlung dadurch verzögert wird und so Spannung leider auch herausgenommen wurde. Trotzdem, das Buch ist absolut empfehlenswert, sowohl für Jungen, als auch für Mädchen.
Zum Schluss noch eine kleine letzte Anmerkung: das Cover war sehr gut getroffen für meinen Geschmack und auch der Titel hat irgendwie gepasst, auch wenn im Buch mit keinem Wort ein Vakuum erwähnt wird. Lustigerweise hatte ich das aber beim Lesen sofort im Kopf und somit finde ich auch das passend. Auch die Farben des Covers entsprechen genau der Atmosphäre des Buches, idyllisch, einsam, aber auch eine Spur Trostlosigkeit und Unheimlichkeit.
Deshalb an alle Urban-Fantasy-Fans: unbedingt lesen!


Alter: all Age
Anna (13)

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