Nominierungen 2017

Der Leseclub Augustiniok ist in der Jugendjury des Deutschen Jugendliteraturpreises.


Samstag, 30. Mai 2015

Train Kids

Dirk Reinhardt

Gestenberg Verlag


>> Von hundert Leuten, die den Fluss überqueren, packen es gerade mal zehn durch Chiapas, drei zur Grenze im Norden und einer schafft's rüber. <<

Miguel lebt in Guatemala, das Leben dort ist aussichtslos, er träumt davon, zu seiner Mutter in die USA zu ziehen, die, weil die Familie kein Geld hat, in den Vereinigten Staaten arbeitet, um die Familie zu unterstützen. Doch er weiß, dass dieser Weg nicht leicht sein wird. Trotzdem ist er festentschlossen, diese Reise anzutreten, denn so zu leben wie jetzt ist keine Lösung! Dafür verlässt er sogar seine jüngere Schwester.

An der Grenze zu Mexiko trifft er gleich auf vier weitere Jugendliche. Fernando, der älteste von ihnen, hat die Reise schon ein paar mal versucht, Emillio, Angel und Jaz sind dagegen noch sehr jung. Doch sie haben alle das gleiche Ziel, und sie tun sich zusammen. Sie wollen quer durch Mexiko in die USA gelangen. Vor ihnen liegen mehr als zweieinhalbtausend Kilometer und wenn sie zusammenhalten, haben sie vielleicht eine Chance. Was die Jugendlichen auf ihrer Reise erwartet ist brutal: nicht nur Hunger und Durst, Hitze und Kälte sind ihre Gegner, auf den Zügen herrschen eigene Gesetze und unterwegs lauern zahlreiche Gefahren wie Unfälle, Banditen, korrupte Polizisten, Drogenhändler und Menschenschmuggler. Können sie ihr Ziel jemals erreichen?
Schon als ich den Klappentext las, wusste ich, dass mich eine sehr harte Geschichte erwartet. Ich hab mich darauf eingestellt und wurde leider nicht enttäuscht. Allein vom Gedanken daran, bekomme ich eine Gänsehaut und mein Herz wird schwer. Der Autor, Dirk Reinhardt, hat sich viel mit dem Thema beschäftigt. Er hat Kinder und Jugendliche interviewt, die dieses Schicksal erleiden mussten und ihre Erfahrungen in diesen Roman gepackt. Was Miguel auf seiner Reise erlebt, haben vor ihm schon Millionen Menschen erlebt und das macht diese Geschichte unglaublich und erschreckend zugleich. 

Authentisch 

Packend 

Intensiv

Eine reale Geschichte...

...die lange nachwirkt!!!


Ab 13



Gelesen von Raquel

Montag, 18. Mai 2015

Liv, Forever

Amy Talkington

Gulliver Verlag


Liv kommt auf einen sehr bekannte Zeichenschule mit gutem Ansehen. Dort gefällt es ihr am Anfang gar nicht. Denn es gibt einen sehr streng geregelten Tagesablauf und die anderen Mitschüler schließen sie aus. Doch ihr ist alles lieber wie zu ihren adoptiv Eltern zurück kehren zu müssen.
Nach kurzer Zeit hört sie von Gerüchten, dass es in der Schule spuken soll. Ihr bester Freund Gabe behauptet sogar, dass er die Geister hören und sehen kann. Auch Liv spürt immer wieder kalte Schauer.
Der Schulsprecher Malcolm ist ein ziemlicher Mädchenschwarm an der Schule und auch Liv verliebt sich in ihn. Doch alle sagen sie soll die Finger von ihm lassen. Als sie sich jedoch heimlich im Wald treffen wird Liv von einer unbekannten Person ermordet. Jetzt versucht sie ihre letzte Kraft zu nutzen um ihren Mörder zu finden und die anderen Geister zu befreien.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es ist auch mal etwas anderes aus der Sicht einer Toten zu lesen. Das zwischen den einzelnen Kapiteln immer wieder die Geschichten der anderen Geister erzählt werden fand ich auch sehr gut, da man so Zusammenhänge gut feststellen konnte. Es waren auch nicht zu viele Personen, so konnte man alle immer ganz gut auseinander halten.

Ab 12/13




Gelesen von Svenja (13) 

Freitag, 8. Mai 2015

Alles andere als normal

von Jörg Isermeyer aus dem Beltz&Gelberg- Verlag

Lukas und Jule haben auf den ersten Blick nichts gemeinsam: Lukas, aus gut behütetem Elternhaus. wohlerzogen und langweilig und Jule, ideenreich, kreativ und aus einer etwas gewöhnungsbedürftigen Familie.
Die beiden treffen sich eines Tages nach der Schule und freunden sich schnell an.
Sie spionieren fremden Leuten nach oder denken sich neue Spiele aus.
Lukas Mutter ist nicht allzu begeistert von der draufgängerischen Jule, die ihren Sohn "in Dinge hineinzieht, die er ihrer Meinung nach nicht tun sollte", aber auch Lukas hat seine Zweifel an ihr, beispielsweise, als sie unerlaubt in seiner heiligen Star-Wars-Kiste kramt.
Doch dann müssen die beiden Mut und vor allem Vertrauen beweisen, als sie Fahrraddieben auf die Schliche kommen...

Das Buch war wie der Titel schon sagt, etwas gewöhnungsbedürftig.
Cover und Klappentext waren gut, erinnerten mich aber eher an Bücher ab zehn. Diese Vermutung hat sich nach dem Lesen im Gesamteindruch für mich bestätigt.
Zuerst jedoch: die Handlung war okay, auch die Form, mit den abwechselnd von Lukas und Jule geschriebenen Kapiteln und beide waren mir auch auf ihre eigene Art sympathisch.
Etwas übertrieben fand ich jedoch die Aktionen der Mutter, die mich mit der Zeit einfach nur noch genervt haben, anstatt lustig zu sein und manche Dialoge waren ein bisschen unecht und wirkten nicht real.
Das war eigentich das Einzige, was es zu kritisieren gibt.
Eine süße Idee fand ich das Star-Wars-Lexikon des Fans Lukas hinten drin, weil ich persönlich mich auch nicht damit auskenne und er wirklich viel davon erzählt.
Noch einmal zu der Länge: für ein Jugendbuch zu kurz, aber durch die zwar spannende, aber nicht blutrünstige Handlung auch etwas für Jüngere, so ab zehn oder elf, und deswegen von der Länge absolut in Ordnung.


Ab 12




Gelesen von Anna (13)

Ein Thema, zwei Geschichten und wie unterschiedlich Hoffnung dagestellt werden kann!


Bunker Diary

Kevin Brooks

dtv Verlag

Als der sechzehnjährige Linus eines Tages auf offener Straße von einem Fremden entführt und in einen Bunker gesperrt wird, ist er anfangs noch voller Hoffnung auf Rettung. Zuerst ist er allein, der Bunker hat aber noch Platz für weitere fünf Personen, und nach und nach wird auch dieser Platz gefüllt. Zusammen mit den anderen versucht Linus, herauszufinden, warum und wohin sie entführt wurden, aber es ist nicht leicht. Keiner kann sich an den Entführer erinnern. Und sie erkennen kein Muster. Wurden sie willkürlich ausgesucht? Oder hat der Entführer einen Plan? Am Anfang werden ihnen Aufgaben gestellt und wenn sie diese erfüllen, bekommen sie Essen, Trinken und Strom. Um so öfter sie versuchen zu fliehen, um so härter werden sie bestraft, mit Gas und Dunkelheit. Dass Sie die ganze Zeit über beobachtet werden, ist ihnen klar, aber sie können nichts dagegen unternehmen. Sie sind machtlos!


Als Leser begleitest du Linus in seinen Tagebucheinträgen, er spricht direkt zu dir und das macht alles noch viel intensiver. Du weißt selber nur so viel wie Linus. Das haben Tagebücher so an sich! Du steckst praktisch in Linus Kopf, denkst und fühlst mit ihm. Bist mit ihm eingesperrt worden. Und hoffst, mit ihm aus dem Bunker zu entkommen.
Linus ist mir sehr ans Herz gewachsen. Was Kevin Brooks mit dieser Geschichte seinen Lesern vermitteln wollte, hat er bei mir zu 100 % geschafft. LEIDER! Denn mich hat die Geschichte ganz schön mitgenommen, ich habe noch nie so sehr mit eine BUCHFIGUR mitgelitten wie mit Linus. Ich denke oft daran, und es gruselt mich sehr, wenn ich denke, dass vielleicht irgendwo auf der Welt so etwas jemandem passiert. Weil es bestimmt so ist!

Die unterirdische Sonne

Friedrich Ani

cbt Verlag

Eike, Sophia, Maren, Conrad und Leon sind entführt worden, sie sind in einem Haus auf einer Insel eingesperrt. Sie haben kein Sonnenlicht und werden 24 Stunden am Tag überwacht. Jeden Tag wird einer oder mehrere von ihnen geholt und über das, was mit ihnen passiert, dürfen sie nicht reden, denn sonst werden sie bestraft oder sogar getötet. 
Was ihnen angetan wird, ist schrecklich und grausam, und es erschüttert sie in ihren Grundfesten. Es ist auch nicht wieder gutzumachen, wenn sie überleben, werden sie für immer geschädigt sein. 
Aus Angst, Wut und Verzweiflung wünschen sie sich den Tod, alles andere wird ihnen keine Erlösung mehr bringen. Da taucht Noah auf. Er ist anders, er kennt die Hölle schon und er hat sich vorgenommen, sich von nichts und niemandem bedrohen zu lassen. Er fürchtet sich nicht mehr. Kann er den anderen ihre Hoffnung wieder bringen?

Am Anfang war es schwer, in die Geschichte rein zu kommen, weil der Autor von Charakter zu Charakter zu schnell hin und her springt. Das ändert sich aber schnell. Die Geschichte ist in drei Akte aufgeteilt, im Ersten sollen wir erfahren, wer die Protagonisten sind, wie sie sich kennenlernen und wie sie mit der Situation umgehen. Bis zum zweiten Akt erfährt man auch etwas über ihren Alltag, dann wird es intensiver, der Autor beschreibt zwar nicht detailliert, was den Kindern angetan wird, aber als Leser kann man es sich nur zu gut vorstellen. Im dritten Akt geht es dann darum, wie und ob sie es schaffen, aus der Hölle zu fliehen.

Ab 16

Alles im allem haben mir beide Bücher sehr gefallen. Ich wusste, dass beide Autoren ihre Geschichten unabhängig voneinander geschrieben haben, genau deshalb wollte ich beide lesen. Ich wollte Parallelen entdecken und wissen, wer die besseren Ideen hatte. Beide haben aus der gleichen Ausgangssituation ganz unterschiedliche Geschichten gemacht.
 
Beide Romanen sind sehr realistisch, gehen unter die Haut, machen dich nachdenklich, traurig und hinterlassen Spuren!

ACHTUNG

Die Alterempfehlung sollte bei beiden Büchern eingehalten werden!!!!!


Gelesen von Raquel

Mittwoch, 6. Mai 2015

Colours of Africa

von Ellen Alpsten aus dem Coppenrath Verlag


Für Ava ist das Land Kenia eine Explosion von Farben, Musik und Gefühlen. Sie macht dort ein Praktikum bei einer Hilfsorganisation und schwankt ständig zwischen den Extremen. Tagsüber arbeitet sie bei einer Initiative, die Kindern im Slum von Nairobi Kunst näher bringen will, abends stürzt sie sich in das pulsierende Nachtleben der kenianischen Hauptstadt. Dort lernt sie den charmanten James Cecil kennen. Er ist Sohn eines reichen Großgrundbesitzers und eröffnet Ava eine völlig neue Welt. Sie merkt aber, dass sie sich auch zu ihrem Teamleiter Mats hingezogen fühlt. Im Strudel der Gefühle droht Ava nicht nur ihr Herz, sondern auch sich selbst zu verlieren.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es ist sehr schön und auch spannend geschrieben und ich konnte mir durch die Details alles gut vorstellen.Das Buch beschreibt einmal die Geschichte von Ava, man erfährt aber auch etwas über das Land Kenia, die Stadt Nairobi und wie extrem dort der Unterschied zwischen arm und reich ist. Das Buch war nie langweilig, es ist gut, wenn man es am Stück liest, damit man gut in die Geschichte reinkommt. Ich empfehle das Buch eher für Mädchen, weil es auch eine Liebesgeschichte erzählt und ab einem Alter von 13 Jahren.




Gelesen von Marlene (13)

Montag, 4. Mai 2015

Buchbeprechungen von Jakob (13)

Kein einziges Wort

von Andreas Jungwirth aus dem



Simon ist neu in der Stadt, aber er findet schnell einen Freund. Dieser heißt Chris und ist zwei Jahre älter als Simon. Eines Tages findet Simon einen toten Hund auf dem Feld. In dessen Kehle steckt ein Messer mit dem Zettel „Letzte Vorwarnung“. Was hat das zu bedeuten? Zu Hause kommt prompt ein anonymer Anruf, dass er kein einziges Wort über den toten Hund sagen darf, sonst wird Simon wie der Hund enden. Also schweigt er. Auch als der Hundebesitzer verprügelt und sein Hof angezündet wird, schweigt er. Simon war in der Nähe und konnte ein Foto von dem Brandstifter machen. Chris erkennt die Person auf dem Foto…

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, weil es sehr spannend war. Vor allem gegen Ende. Außerdem habe ich alles verstanden, und nichts war unlogisch. Was ich auch gut fand, dass es mit jedem Kapitel gegen Ende spannender wurde.



 Ab 12 Jahren

 Jakob (13)




Gods and Warriors

von Michelle Paver aus dem Cbj-Verlag


Der Hirtenjunge Hylas wird eines Tages in den Bergen von schwarzen Gestalten mit aschebeschmierten Gesichtern gejagt. Er weiß nicht, warum sie ihn jagen; an ihm ist eigentlich nichts Besonderes. Die Gestalten, auch Krähen genannt, glauben, dass Hylas ihre mächtige Waffe gestohlen hat - obwohl das nicht stimmt. Also flüchtet Hylas über das Meer, freundet sich mit einem Delfin namens Filos an und begegnet Pirra, der Tochter einer Hohepriesterin. Sie stranden schließlich auf einer heiligen Insel, auf der Hylas, Pirra und den Delfin Filos ein spannendes Abenteuer erwartet …

Ich fand das Buch sehr gut, es war spannend, es war genau, detailliert und gut geschrieben (gute Wortwahl …).Beim Lesen behielt man einen guten Überblick und es war sehr fesselnd.




 Ab 12 Jahren


Hier kannst du dieses Buch kaufen! Jakob (13)

Freitag, 1. Mai 2015

Der Circle

Dave Eggers  
KiWi - Verlag

Was wäre, wenn es statt deinem Facebook-Profil, deinem Google-Account, deinem Twitter- und Instagram-Profil, deiner PayPal-Identität und deinen verschiedensten anderen Internet-Accounts nur noch eine Online-Identität gäbe, mit der man alles abwickeln könnte? Vom Schuhkauf bis zum Behördengang, einfach alles ließe sich über deinen Circle-Account regeln. Klingt super, oder?!
Der Preis: deine Daten. Alles wird beobachtet, gespeichert, ausgewertet, aber selbstverständlich nur zu deinem Besten, um Vorschläge für deinen nächsten Schuhkauf genau auf deine Vorlieben abzustimmen zum Beispiel. Oder eben, um die ganze Welt wissen zu lassen, was du Samstagnacht so getrieben hast... Vollständige Tranzparenz im Internet; wenn niemand mehr etwas vor seinen Mitmenschen verbergen kann, werden Kriminalität und Schmutz im Internet bald der Vergangenheit angehören.
Die 24-jährige Mae ist begeistert, als sie ihren neuen Job beim Circle antritt: das hippste Unternehmen der Welt, das für die Mitarbeiter wie ein zweites Zuhause ist. Mit umfassender gesundheitlicher Betreuung, Sport- und Freizeitangeboten, coolen Partys jeden Abend und jeder Menge netter Kollegen, die wie eine große Familie zusammenhalten.
Doch Mae merkt bald, dass nach Regeln gespielt wird, die sie nur schwer akzeptieren kann, denen sie sich aber unterordnen muss. Hält man es aus, rund um die Uhr transparent zu sein? Gibt es nicht auch Momente im Leben, die man nicht mit tausenden Followern teilen will? Und was bedeutet deine Tranzparenz für dein nächstes Umfeld? Wollen deine kranken Eltern mit der ganzen Welt am Tisch sitzen, wenn du sie besuchst?
Gibt es überhaupt noch eine Möglichkeit, auszusteigen? Unsichtbar zu werden? Aus der Rolle zu fallen? Und welche Konsquenzen hätte das?

Ein hochaktueller Roman über die Chancen und Risiken der modernen Technik. Ein Lese-Muss für jeden, der einen Facebook-Account besitzt. Ich habe es mit großem Interesse gelesen, es liest sich leicht und hinterlässt dennoch nach jedem Kapitel einen Eindruck, der einen noch lange über das Lesen hinaus beschäftigt. Außerdem bietet der Roman einen schönen Anhaltspunkt, sich selbst gegenüber der Idee von Tranzparenz zu positionieren.
Die Charaktere sind leider etwas flach und eindimensional gezeichnet und auch die Sprache ist kein großer Wurf, aber die Thematik allein macht den Circle lesenswert.


ab 15



Gelesen von Amelie