Nominierungen 2017

Der Leseclub Augustiniok ist in der Jugendjury des Deutschen Jugendliteraturpreises.


Dienstag, 22. Dezember 2015

Rock 4 life

Jamie Scallion
Loewe Verlag

Vier Jungs, eine Band, ein Traum:
die beste Rockband aller Zeiten zu werden.


Auf den ersten Blick haben der Nerd Egg, die Sportskanone Clipper, der Bad Boy Tea und der Poser Burt nicht viel gemeinsam, doch so unterschiedlich sie sind, sie verbindet eine ganz große Leidenschaft zur Musik.
Burt versucht schon länger erfolglos, die schöne Bex für sich zu gewinnen, doch jeder Annäherungsversuch seinerseits schlägt fehl und stößt auf Ablehnung. Doch dann erfährt er, dass Bex auf Rocker steht und da er wild entschlossen ist, sie zu erobern, gründet er in weniger als zwei Wochen eine Band, deren Mitglieder verschiedener nicht sein könnten.
Nun steht die Band, doch nicht nur in der Musik gibt es einigen Diskussionsbedarf, es ist schon fast ein Wunder, die Proben mit so grundverschiedenen Personen zu meistern.
Anfangs treten sie in Garagen auf, auf Partys oder rocken kleinere Veranstaltungen, doch als einige Plattenlabel anfangen, auf sie aufmerksam zu werden, droht die Band aufgrund verschiedener Sichtweisen auseinanderzubrechen.
Schaffen sie es, die Band zu erhalten oder ist das gemeinsame Projekt zum Scheitern verurteilt, bevor es überhaupt angefangen hat?!

Das Buch hat mir richtg gut gefallen, vor allem, weil es immer wieder entweder aus Burts, Eggs, Clippers oder Teas Sicht erzählt wurde und damit noch einmal mehr die verschiedenen Sichtweisen auf viele Dinge deutlich wurden. Generell waren die einzelnen Charaktere, wie ich finde, schön ausgearbeitet, vielschichtig und nicht zu doll an ein Klischee gebunden.
Die Lovestory als Nebenhandlung einzufädeln, die ja im Prinzip sehr viel mit der eigentlichen Handlung zu tun hat, ist sehr klug, da dadurch noch mehr Spannung und Emotion übermittelt wird.
Das Cover hat richtig gut gepasst, rockig, aber irgendwie auch noch eine Wunschvorstellung, was auch durch die erste Buchhälfte hinweg vom Text her unterstützt wird.
Für mich ein rundum gelungenes Buch, das ich vor allem Mädchen ab dreizehn empfehlen würde, die vielleicht auch im "echten Leben" Bands mögen und die auch mal hinter die Kulissen einer neuen Musikgruppe schauen möchten.


Ab 13




Gelesen von Anna (14)

Sonntag, 13. Dezember 2015

Eine Woche, ein Ende und der Anfang von allem

Nina LaCour

CARLSEN- Verlag



Seit der Mittelstufe sind Bev und Colby beste Freunde. Sie malten sich gemeinsam die große weite Welt in allen Farben aus, wenn sie doch nur endlich aus der Schule raus wären. Jetzt ist die Schule geschafft und so ziemlich jeder in ihrem Jahrgang hat einen festen Platz an einem College. Nicht so Bev und Colby. Wie schon so lange erträumt, planen die beiden, ihre Weltreise in die Tat umzusetzen und endlich all die Orte wirklich zu bereisen, die sie sonst nur aus Lexika kennen.
Aber zuerst geht es eine Woche mit Bevs Band im alten VW- Bus von Colbys Onkel auf Tour quer durch die USA. Dieser Roadtrip soll perfekt werden, denn es ist die letzte Sache, die die vier gemeinsam machen, bevor es sie in alle Winde verstreut. Auch Colby, der selbst nicht in der Band spielt, sondern nur Autofahrer ist, freut sich auf die Tour als einen kleinen Vorgeschmack auf die Europa-Rundreise und steckt voll freudiger Erwartung. Umso entsetzter ist er, als er dann von Bevs radikaler Planänderung zu hören bekommt, nun doch die Weltreise abzublasen und wie alle anderen Langweiler aufs College zu gehen. Colby ist hin- und hergerissen. Einerseits ist er enttäuscht, weil sie es ja gemeinsam geplant hatten, verletzt darüber, dass sie ihm persönlich immer noch nichts gesagt hat, sondern es ihm einfach verheimlichen will, und natürlich wütend, wie sie ihm so was antun kann. Er schwankt zwischen Hilflosigkeit, Zorn, Flehen und Traurigkeit - die reinste Achterbahn der Gefühle.
So ist die Stimmung im Eimer, die vier driften voneinander ab und es stellt sich nicht dieses gestärkte Gruppengefühl ein, wenn man sonst von zu Hause weg ist, auf sich gestellt und frei ist, möchte, dass es nie vorbei geht. Jeder ist in seine Gedanken versunken, die meiste Zeit wird geschwiegen. Doch trotzdem kann Colby nicht leugnen, dass er immer stärkere Gefühle für seine beste Freundin entwickelt, die ihn ja weiterhin ignoriert.
Colby bleibt nur noch der Bruchteil einer Woche, die Sache zu klären und um endlich zu erfahren, wieso sie plötzlich nicht mit will.
Wird er sie doch noch überreden können?


Als ich vor dem Bücherregal stand und nacheinander die Titel auf den Buchrücken las, ist mir "Eine Woche, ein Ende und der Anfang von allem" gleich ins Auge gestochen.
Warum? Weil allein schon im Titel eine so spannende Vielseitigkeit steckt, die viel Raum für freie Themeninterpretation lässt, aber dennoch haargenau für diesen Roman geschrieben ist. Erste Sahne.
Das Cover ist genau so, wie ich mir das Cover eines Roadtrip-Romans vorstelle: Collage-mäßig, bunt, fröhlich und es vermittelt sofort ein Gefühl der Freiheit, der Unbeschwertheit, des Träumens.
Vom Inhalt her fand ich es anfangs etwas vorhersehbar, vor allem in der Hinsicht, dass da etwas zwischen Bev und Colby läuft. Aber ansonsten, die wesentlichen Elemente, die eben zu einem Roadtrip dazugehören, schön in eine Neuinterpretation des Themas Reisen, Erwachsenwerden, Liebe, Zukunft und Freundschaft intergriert.
Die Charaktere waren mir größtenteils sympathisch, vor allem Colby, dessen Gefühle man meiner Meinung nach am besten nachvollziehen kann, wahrscheinlich auch deshalb, weil das Buch ja aus seiner Sicht geschrieben ist. Bev nimm für mich in einer eigenen Art die Rolle von Margo in "Margos Spuren" von John Green ein, die ja auch so mysteriös, geheimnisvoll, rätselhaft, unnahbar, schön, beliebt und ganz eigen und undurchschaubar ist.
Also wirklich rundum gut gelungen, ein nahezu perfektes Gesamtpaket!
Empfehlen würde ich es Jugendlichen ab circa vierzehn, die vielleicht auch (wie ich) Fans der John-Green-Bücher sind.

Alter: all age



Gelesen von Anna (14)

Samstag, 12. Dezember 2015

Throne of Glass - Die Erwählte

Sarah J. Maas

DTV



Celaena Sardothien ist jung, schön und zum Tode verurteilt. Sie ist die berüchtigtste Assassinin im ganzen Land. Schon im Alter von acht Jahren wurde sie vom König der Assassinen in der hohe Kunst des Tötens ausgebildet. 

Im Gefängnis, in das sie zum Sterben gebracht wurde, ist die Lage hoffnungslos. Doch dann taucht Chaol Westfall, Captain der Leibgarde, auf und bietet ihr einen Deal an, ihre einzige Möglichkeit zum Überleben. Kronprinz Dorian hat sie dazu ausersehen, einen tödlichen Wettkampf zu bestreiten: Wenn es ihr gelingt, für ihn 23 kampferprobte Männer zu besiegen, wird sie ihre Freiheit wiedererlangen. Beim gemeinsamen Training mit Captain Westfall findet sie immer mehr Gefallen an dem jungen, geheimnisvollen Mann. Und auch der Kronprinz lässt sie nicht kalt. Zeit, über ihre Gefühle nachzudenken, bleibt ihr allerdings nicht. Denn etwas abgrundtief Böses lauert im Dunkeln des Schlosses - und es ist da, um zu töten.

Mein erster Eindruck von Celaena war, dass sie oberflächlich, arrogant und überheblich ist und ohne Gnade oder Skrupel tötet. Im Laufe des Buches wuchs sie mir aber immer mehr ans Herz, denn nach und nach entdeckt man andere Seiten an ihr und begreift, dass sie sich dieses Leben nicht ausgesucht hat. Sie zeigt Mitgefühl mit den Sklaven, rettet selbstlos einen Widersacher und riskiert ihr eigenes Leben, um ein uraltes Böses zu besiegen. Kurz: sie ist ein Charakter voller Widersprüche, was mir gut gefällt. Auch ihr frecher Humor hat mich angesprochen, sogar die Dreiecksbeziehung hat mich, wider Erwarten, überhaupt nicht gestört. Allgemein ihre ganze Welt finde ich faszinierend und geheimnisvoll. Am Ende des Buches habe ich immer noch viele offene Fragen, die wahrscheinlich im den nächsten Bänden erklärt werden und darauf bin ich sehr gespannt. 

Ein spannendes Buch, das mich von der ersten Seite an gepackt und bis zum Schluss nicht losgelassen hat. 


Zwei Männer lieben sie. 

Das gesamte Land fürchtet sie. 

Nur sie kann das Königreich retten.

 


Ab 14

 

Hier kannst du dieses Buch kaufen! 


Gelesen von Raquel

Samstag, 5. Dezember 2015

Solitaire

von Alice Oseman bei dtv


Victoria Spring ist das komplette Gegenteil von der Person, die alle werden wollen, also beliebt, mit vielen Freunden und das totale It-Girl. Manchmal hasst sie Menschen und beschäftigt sich lieber mit allem anderen, als mit ihren Mitmenschen zu sprechen.
Irgendwie ist sie dann doch einmal in eine Clique gerutscht, die sie jedoch mehr toleriert, als sie als einen Teil der Gruppe zu akzeptieren. In dieser Clique ist auch Victorias vermeintlich beste Freundin Becky, die jedoch mittlerweile die Nase voll davon zu haben scheint, ihr ständig hinterher zu rennen und ihre schlechten Launen ertragen zu müssen. So hängt Victoria lieber alleine herum und bald geben die anderen es auf, sie mehr in die Clique zu integrieren.
Doch dann kommt Michael Holden an die Schule, ein enthusiastischer, durch und durch positiver Mensch, der so ziemlich das verkörpert, das Victoria an den Menschen hasst, und auch ihr Kindergartenfreund Lucas wechselt zu ihr auf die Schule, doch ihr Verhältnis kann sich nicht mehr so erwärmen, wie beide gehofft hatten, jeder hat sich zu stark verändert. Zur selben Zeit gerät die gesamte Schule durch verrückte Aktionen einer Gruppe, die sich Solitaire nennt, außer Kontrolle. Niemand weiß, wer dahinter steckt, welches Ziel sie verfolgen. Alle werden zu begeisterten Anhängern der anonymen Truppe, nur Michael und Victoria hinterfragen kritisch die Szenerie.
Was will Solitaire erreichen?

Die optische Aufmachung des Buches hat mich gleich überzeugt, es hatte etwas Modernes, wie ich finde, mit dem kreativen Cover und dem einfachen, aber einprägsamen Namen. Ich schätze mal, das Mächen auf dem Titelblatt soll Victoria darstellen und irgendwie passt es auch genau zu der Vostellung, die ich von ihr bekommen habe, während ich das Buch las.
Wenn wir schon bei der Protagonistin sind, anfangs haben mich ihre durchweg negativen Gedanken schon sehr deprimiert, andererseits ertappt man sich doch danach ab und zu selbst bei negativen Gedanken und versucht, positiver zu werden - das war zumindest bei mir der Fall.
Mal von ihrer Sichtweise gegenüber den Menschen abgesehen ist sie mir sehr sympathisch, vor allem weil sie immer sehr ehrlich rüberkam und das ausspricht, was man denkt. Dabei passt alles immer zu der Rolle, die sie im Buch einnimmt. Alice Oseman spielt gekonnt mit Gegensätzen, wie gerade am Beispiel Michael/Victoria deutlich wird, allerdings nie übertrieben. Das hat das ganze Buch sehr aufgelockert.
Sprachlich gesehen gibt es nichts zu meckern, genauso wenig wie an der Schriftgröße oder der Handlung, die ich, und das muss ich sagen, GROßARTIG fand, weil sie für mich komplett neu, spannend und absolut unvorhersehbar war.
Ein ganz eigener, toller Roman mit vielen neuen Ideen und einzigartigen, unverwechselbaren Charakteren!

Alter: all age




Gelesen von Anna (14)

Mittwoch, 2. Dezember 2015

Das Juwel- Die Gabe

Amy Ewing

FJB-Verlag 


Violet Lasting lebt in der Einzigen Stadt auf einer Insel, die durch große Mauern vom Meer geschützt wird. Diese Mauern trennen aber auch die verschiedenen Bereiche der Insel, die kreisförmig um das Juwel, den Herrschaftssitz, angeordnet sind. Somit ist der äußerste Kreis, der Sumpf, der Teil, in dem die Ärmsten wohnen.
In diesem Kreis wächst Violet Lasting auf. Ihr Vater ist schon früh gestorben, der Bruder und die Mutter arbeiten hart, um die Familie ernähren zu können. Sie und ihre kleine Schwester Hazel gehen noch zur Schule. Doch obwohl es sehr ärmlich ist, haben sie einen starken Familienzusammenhalt, trösten einander, geben einander Halt. Im Alter von neun Jahren muss Violet zu einer sogenannten Vorsorgeuntersuchung, die überprüft, ob sie das sogenannte Surrogate-Gen hat, das ihr die besondere Fähigkeit verleihen würde, Dinge zu verändern oder wachsen zu lassen.
Durch das positive Ergebnis des Tests verändert sich ihr Leben komplett. Sie wird aus der Familie herausgerissen, um auf eine abgeschottete Verwahranstalt zu gehen, wo sie auf ein Leben als Surrogate in den höheren Kreisen vorbereitet wird. Sie lernt verschiedene Auspizien und außerdem wird Raven, die das System genauso verabscheut wie sie, ihre beste Freundin. Doch schon ein paar Jahre später werden sie getrennt, denn jedes Surrogate wird auf einer Auktion wie Ware an die Häuser des Juwels versteigert.
Violet kommt zu der Herzogin vom See. Ihr wird ein prächtiger Reichtum dargeboten, ein riesiger Palast, ein eigenes Cello, gutes Essen, eine eigene Zofe. Im ersten Moment fühlt sich Violet, die jetzt nur noch "Surrogate vom Haus vom See" genannt werden darf, überwältigt, wie im Paradies angekommen. Doch mit der Zeit kann auch der ganze Prunk nicht mehr verschleiern, dass es sich um einen goldenen Käfig handelt, aus dem es kein Entrinnen gibt: Violets einzige Aufgabe wird es sein, der Herzogin ein Baby zu gebären, mit all den Eigenschaften, die diese wünscht.
Aber was, wenn Violet trotz ihrer außergewöhnlichen Fähigkeiten der Herzogin nicht das geben kann, was sie wünscht?

Das Buch erinnerte mich sehr stark an "So wie Kupfer und Gold" von Jane Nickerson, zumindest in diesem Aspekt, dass es aus einer Situation, geblendet von Reichtum und Prunk, doch keinen Ausweg gibt. Die Atmosphäre wäre gut mit der "Selection-Reihe" vergleichbar, deren Hauptfigur mir ebenso sympathisch erschien, wie Violet in diesem Buch.
Das Cover passt bei diesem Buch meiner Meinung nach sehr gut, weil es durch das Violett den Namen der Protagonistin schön aufgreift und sie trotz des prunkvollen Kleides zusammengekauert dasitzt, also doch nicht zufrieden wirkt. Das ist super gelöst, weil man es nur versteht, wenn man das Buch gelesen hat.
Der Titel passt auch gut - eine Frage: gibt es einen Fortsetzungsband? Weil "Das Juwel - die Gabe" klingt so, als gäbe es noch weitere Teile - also, ich habe mal im Internet gesurft und es gibt tatsächlich einen weiteren Band: "Das Juwel - Die weiße Rose". Den werde ich auf jeden Fall lesen.
Ansonsten hat mich eigentlich nur eine Sache gestört: Durch die viel zu große Schrift bekommt die eigentlich nicht so kindlich geschriebene Geschichte so ein bisschen den Touch von Grundschul-Fantasy-Buch, was ihm leider etwas die Ernsthaftigkeit nimmt. Die Abbildungen der Kreise wirken zwar auch etwas zu jung für den Roman, aber im Endeffekt helfen sie einem gerade anfangs schon, den Überblick zu behalten. So viel dazu.
Violet war mir sehr sympathisch, eben weil sie so schön vielschichtig beschrieben wurde. Generell fand ich, waren die Charaktere sehr real und facettenreich beschrieben, mit vielen unterschiedlichen Eigenschaften. So war die Herzogin nicht nur böse, Violet nicht immer nur die "Arme". Das brachte zusätzlich Spannung in die Handlung, die übrigens sehr gut beschrieben wurde: detailreich, aber nicht zu ausführlich, viele Handlungsschritte, aber nicht unübersichtlich.
Ein großes Lob an die Autorin.
Ich muss allerdings dazusagen, dass ich kein so großer Fantasy-Fan bin aber hin und wieder lese ich gerne gute Fantasy-Bücher (wie dieses hier).
Empfehlen würde ich es Fans der oben genannten Bücher, oder einfach Leuten, die gute Fantasy-Bücher mögen.

Ab 13




Gelesen von Anna (14)