Nominierungen 2017

Der Leseclub Augustiniok ist in der Jugendjury des Deutschen Jugendliteraturpreises.


Freitag, 27. Januar 2017

Zwei Tage, zwei Nächte und die Wahrheit über Seifenblasen

von Angela Mohr 

aus dem Arena-Verlag

Die erste Begegnung von Aino und Nik findet im Zug statt, wo sie nebeneinander sitzen, ohne sich zu kennen.
Nik rennt vor seinen Schulden und den Leuten, die ihn jagen, um Geld zurück zu bekommen davon.
Aino ist auf dem Weg in ein Schweigekloster, um ihrer Schuld zu entkommen.
Als Aino ihm aus der Patsche hilft, und ihm beim Kontrolleur eine Fahrkarte bezahlt, kommen sie ins Gespräch. Nik spricht sie an und Aino signalisiert ihm durch Schulterzucken bzw. Nicken ihre Zustimmung oder Ablehung, oder sie schreibt Antworten auf ihren Block.
Nik, der sonst eher einfach an Mädchen rankommt, ist total irritiert und redet ohne Unterbrechung, um ihr Schweigen zu übertönen.
Wegen einem Unwetter müssen sie an einer verlassenen Bahnhofsstation im Nirgendwo übernachten und in dieser Nacht schließen die beiden einen Pakt: Nik wird Aino für 48 Stunden zeigen, was sie auf dieser Welt verpasst. 
48 Stunden raus aus dem eigenen Leben und jemand anderes sein.
Wird Nik Aino überzeugen können oder wird ihre jeweilige Geschichte sie beide einholen?

Der Roman hat einen sehr eigenen Stil und trotzdem - oder gerade deshalb - hat er mir sehr gut gefallen.
Anfangs ist man, ähnlich wie Nik, von ihrem Schweigen irritiert, weil man ja auch noch nicht weiß, warum sie nicht mehr spricht. Gerade dadurch entwickelt sich aber eine ganz besondere Atmosphäre und Bindung zwischen ihnen, weil Dinge auf eine andere Art gesagt werden, als "bloß" mit Worten. Es muss für die Autorin wirklich schwierig gewesen sein, Schweigen mit Worten in einem Buch auszudrücken, sodass dennoch ein Subtext vermittelt wird. Kompliment!
Spannend war auch die Neuinterpretation des beliebten Buchthemas "Person A zeigt Person B, was es heißt zu leben", denn was sie erleben entspricht so gar nicht dem Klischee verglichen mit anderen Büchern dieser Art.
Auch die Legenden des Altaikriegers, die immer wieder dazwischen erzählt werden, bringen auf gewisse Weise Spannung mit, weil man ahnt, dass das gegen Ende mit der eigentlichen Handlung zusammengeführt wird.
Ein fesselnder Roman mit besonderen Protagonisten und einem eigenen Charme!



Ab 13

Gelesen von Anna (15)


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