Nominierungen 2017

Der Leseclub Augustiniok ist in der Jugendjury des Deutschen Jugendliteraturpreises.


Mittwoch, 22. März 2017

Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen

von Ulla Scheler 

aus dem heyne>fliegt-Verlag

Seit Hanna denken kann, ist Ben ihr bester Freund. Dabei könnten sie gegensätzlicher nicht sein: Hanna, die Brave, die Zurückhaltende und Ben, der Freigeist, der Künstler, der illegal Graffitis sprayt, von zu Hause ausreißt und das Abenteuer liebt. Als sie beide das Abitur in der Tasche haben, überredet er Hanna zu einer spontanen Reise ohne Ziel, die die beiden schlussendlich ans Meer bringt. Je länger sie dort gemeinsam Zeit verbringen, desto mehr entwickelt sich ihre Freundschaft zu einer Liebesbeziehung. Doch dann taucht auf einmal Chloé auf, ein seltsames Mädchen, das ihnen eine Legende erzählt, die besagt, dass jedes Jahr an diesem Strand ein junger Mann im Wasser stirbt und seine Freundin alleine zurücklässt. Anfangs belächeln die beiden das seltsame Mädchen und glauben nicht an die gruselige Legende, doch je länger sie bleiben, desto mehr fühlt sich Ben vom Meer angezogen. Auch die von dem Mädchen aufgezählten Anzeichen häufen sich und so langsam bekommt es Hanna mit der Angst zu tun. Mit Ben, der immer noch nicht an die Legende glaubt, streitet sie sich deswegen immer öfter - bis Ben eines Tages nicht vom Schwimmen zurückkehrt...
Dieses Buch hat mir richtig gut gefallen, weil die Handlung gleichzeitig berührend und spannend ist. Die Freundschaft entwickelt sich gerade in eine Liebesbeziehung, als ihr Verhältnis von Chloés Legende überschattet wird und sie sich schließlich deswegen voneinander entfernen. Glück, Trauer, Angst, das Gefühl von Freiheit, Wut und Action liegen hier nahe beieinander und gerade das macht das Lesen dieses Romans so spannend, weil man nie weiß, was als Nächstes kommt. Bis zum Schluss bleibt es spannend und man fiebert der Lösung entgegen - gibt es ein Happy End oder nicht?
Hannas Gefühle und Gedanken sind absolut nachvollziehbar, man kann sich gut in sie hineinversetzen, weil sie quasi die "Normale" in der Beziehung ist; gleichzeitig kann man aber auch ihre Faszination für Ben, den geheimnsivollen Geschichtenerzähler verstehen. Beide Protagonisten wirken menschlich, weil keiner als vollkommen und perfekt dargestellt wird. Lediglich Chloé war mir unsympathisch - was vielleicht auch ein bisschen gewollt war - selbst noch am Schluss (Leute, die das Buch gelesen haben, wissen warum).
Unbedingt empfehlenswert!
Gelesen von Anna (15)

Montag, 20. März 2017

All the strangest things are true

von April Genevieve Tucholke 

aus dem Thienemann- Verlag


Seit einem Jahr lässt sich Midnight immer wieder von Poppy umgarnen und er wird in ihrer Gegenwart stets zu ihrer Spielfigur, so wie jeder in Poppys Umfeld. 
Poppy, die aussieht wie ein Engel, die allen den Kopf verdreht, aber innerlich ein Biest ist und alle ständig nur rumkommandiert. 
Nun möchte Midnight endlich mit ihr abschließen und sich seelisch von ihr trennen und so kommt es ihm gerade recht, dass sein Vater ein Haus auf dem nahen Land gekauft hat, in Stadtnähe zwar, aber weit genug von Poppy entfernt, wie er anfangs glaubt.
Schnell freundet er sich mit Wink Bell an, dem seltsamen Mädchen vom Hof gegenüber mit vielen Geschwistern, wilden roten Locken, einer Mutter, die Tarotkarten legt und einer Sammlung von märchenhaften Geschichten über Helden, Liebe und Vergeltung. 
Doch Poppy kann Wink nicht ausstehen und kreuzt ständig auf, um ihnen die neu gewonnene Idylle zu verderben.
Die Anfeindungen gegen Wink von Poppy und ihrer Clique, den Gelben, werden immer schlimmer und Wink und Midnight beschließen schließlich, den Spieß umzudrehen, doch dann verschwindet Poppy und nicht mal ihre engsten Freunde haben eine Ahnung, wo sie stecken könnte. Es existieren nur Briefe, die mysteriöse Hinweise enthalten und die alle zu Midnight führen.
Treibt Poppy wieder eines ihrer intriganten Spiele, um sie gegeneinander aufzuhetzen oder ist es ihr diesmal ernst?
Der Roman ist echt fantastisch gut geschrieben- mit einer sehr poetischen Wortwahl und einer eigenen, zauberhaften Atmosphäre, wie in "Wir wussten beide, es war was passiert" von Steven Herrick aus dem Thienemann- Verlag.
Schon das Cover ist irgendwie genauso verträumt wie die Geschichte, lässt aber durch den Titel schon durchblicken: die verrücktesten Dinge sind wahr
Nun zu den Charakteren: die Grundkombination - ein Junge, die Schönheit und die Außergewöhnliche - ist natürlich keine Neuerfindung, aber grandios umgesetzt. Warum? Keiner ist von Grund auf gut oder böse und am Ende ist man als Leser, genau wie Midnight, im positiven Sinne total verwirrt, weil man nicht mehr weiß, wer auf welcher Seite steht. Die einzelnen Figuren sind gut ausgearbeitet und alle facettenreich dargestellt. Unterstrichen wird diese Vielseitigkeit auch dadurch, dass immer abwechselnd aus der Sicht von Midnight, Poppy und Wink erzählt wird, sodass Poppy einem - zumindest mir - nie so wirklich sympathisch ist, aber man sie trotz allem irgendwo noch verstehen kann
Mit jeder Seite baut sich die Spannung weiter auf, man weiß, das etwas passiert. Trotz ungewöhnlichem Ende und einem untypischen Happy End, ist man als Leser trotzdem "zufrieden".
Manchmal habe ich mich während des Lesens schon gefragt: geht es jetzt in Richtung Fantasyroman? Aber eigentlich hatte ich nie das Gefühl, es würde nur der magischen Spannung Willen zu dick aufgetragen oder zwanghaft versucht, es noch mehr krachen zu lassen. Klar, es ist vielleicht nicht für jeden etwas, weil es im Vergleich zu anderen Romanen kein "typisches Buch" ist, aber dafür ist es besonders und einzigartig. Routinierte Buchleser und Freunde verzwickter Handlungen mit Tiefe werden es lieben!


Ab 14
Gelesen von Anna (15)

Nichts ist okay

von Jason Reynolds und Brendan Kiely 

aus dem dtv-Verlag

Als Rashad vor einer Party noch kurz Chips in einem kleinen Laden kaufen möchte und er auf dem Weg zur Kasse kurz sein Handy aus der Tasche holt, wirft man ihm vor, die Chips klauen zu wollen. Ein Polizist, der zufällig im Laden ist, nimmt ihn nicht nur fest, sondern verprügelt ihn auch noch übelst, obwohl Rashad keinerlei Gegenwehr leistet. Quinn, der auch im Laden einkaufen wollte, hat den Vorfall beobachtet und ist geschockt: denn der Polizist war Paul, der große Bruder seines besten Freundes Guzzo, der für ihn wie ein Vater war und nun so brutal gehandelt hat.
Spoony, Rashads älterer Bruder, ist eindeutig davon überzeugt, dass der Polizist rassistisch gehandelt hat, weil Rashad dunkelhäutig ist. Doch Rashads Eltern stehen nicht hinter ihnen sondern glauben dass Rashad stehlen wollte.
Für welche Seite wird sich Quinn entscheiden?
Der Roman ist aus mehreren Gründen sehr spannend zu lesen, vor allem deshalb, weil die Geschichte abwechselnd aus zwei Perspektiven geschrieben ist und so quasi von verschiedenen "Parteien" erzählt. Es ist interessant zu sehen, mit welchen Problemen sowohl Quinn als auch Rashad zu kämpfen haben. Zudem ist das Thema gerade heute leider wieder hochaktuell und  ich finde es wichtig, gerade solche Bücher zu lesen, die nicht nur dokumentarisch irgendwelche Fakten auftischen, sondern eine Handlung schildern, die sich jeder zu Herzen nimmt und die wirklich zum Nachdenken anregt.
Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, auch wenn die Schilderungen der vielen Freunde und Familienangehörigen der beiden Jungen anfangs ziemlich verwirrend sind.
Titel und Cover finde ich passend, weil es im ersten Moment so harmlos aussieht und man erst auf den zweiten Blick sieht: Nichts ist okay.

Ein brandaktueller Roman mit einer spannenden Story, der unbedingt gelesen werden sollte!

Ab 14
Gelesen von Anna (15)

Samstag, 18. März 2017

Eins

von Sarah Crossan 

aus dem mixtvision-Verlag


Tippi und Grace sind siamesische Zwillinge, d.h. sie sind zwei Personen, die sich die Beine teilen.
Bisher wurden sie immer zu Hause unterrichtet, um dem öffentlichen Entsetzen bei ihrem Anblick zu entgehen, aber als das Geld knapp wird und beide Eltern ihren Job verlieren, müssen Tippi und Grace wie ihre Schwester auf eine normale Schule gehen.
Wie erwartet sind die anderen ziemlich geschockt und meiden sie meistgehend, nur Jon und Yasmeen freunden sich schnell mit ihnen an.
Und obwohl Tippi und sie es sich gegenseitig geschworen hatten, kommt Grace nicht dagegen an: sie ist in Jon verliebt.
Doch außer zufälligen Berührungen passiert zuerst nicht viel weiter, bis es Tippi und Grace eines Tages plötzlich immer schlechter geht und folgenschwere Entscheidungen getroffen werden müssen...
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, weil es gegen meine anfänglichen Befüchtungen nicht auf die Tränendrüse drückt und die Protagonisten nicht immer nur in der "Opferrolle" dargestellt werden.
Da der Roman aus Graces Sicht geschrieben ist, bekommt man einen authentischen Einblick in das Leben siamesischer Zwillinge, mit allen Problemen und Schattenseiten, aber auch mit den positiven Aspekten. Interessant war auch, dass es für die beiden weniger schlimm war, zusammengewachsen zu sein, als für ihre Umgebung.
Das Buch ist etwas Besonderes, vielleicht auch wegen der außergewöhnlichen Form, in der es geschrieben ist. Von den Zeilen her ist es ein Gedicht, nur ohne Reime, ähnlich wie in "Wir wussten beide, es war was passiert" von Steven Herrick, das ich ebenfalls richtig toll fand. Die einzelnen Worte haben so eine größere Bedeutung und verleihen dem Text deutlichere Akzente und mehr Ausdruck.
Auch das Cover passt meiner Meinung nach super dazu. Der Titel erinnert mich aus irgendeinem Grund an "Zertrennlich" von Saskia Sarginson, auch wenn es um unterschiedliche Themen geht.
Jedenfalls ist es ein absolut empfehlenswerter Roman mit Tiefgang und traurigen, aber auch fröhlichen Szenen.

Ab 14 

Gelesen von Anna (15)

Mittwoch, 15. März 2017

So wüst und schön sah ich noch keinen Tag

von Elizabeth Laban 

aus dem Hanser- Verlag


Als Duncan das erste Mal als Senior, also Schüler im Abschlussjahrgang, das Irving-Internat betritt, erwartet er mit Spannung das ihm zugeteilte Zimmer und das darin hinterlassene Geschenk des zuvor dort wohnenden Seniors aus dem Vorjahr. Doch Duncans Enttäuschung ist groß, als er bemerkt, dass ausgerechnet ihm das kleinste Zimmer in der Ecke zugeteilt wurde, nur mit einem kleinen Fenster und ziemlich ab vom Schuss. Zudem hat auch noch Albino Tim zuvor dort drin gewohnt und das "Geschenk", worüber sich alle immer freuen, entpuppt sich bei ihm als Stapel CDs. Anfangs hört sich Duncan die CDs gar nicht an- was soll er mit den CDs eines Losers?- doch irgendwann kramt er sie doch wieder hervor und beginnt, sie sich anzuhören. Anders als erwartet hört er jedoch keine Musik, sondern Tims Stimme, die dessen Geschichte an der Irving erzählt. Bald ist er so gefesselt von Tims, dass er darüber fast sein eigenes Leben vergisst. 

Tim erzählt von seinem Außenseiterleben, das abrupt Aufwind bekommt, als er Vanessa, das beliebteste Mädchen seiner Stufe, näher kennenlernt. Er spricht von Entscheidungen, Fehlern und nicht ergriffenen Chancen und gibt Tim den dringlichen Rat, nicht dieselben Fehler zu begehen. Kann Duncan Tims Rat umsetzen oder ist es schon zu spät?
Als ich das Buch einmal in die Hand genommen hatte, konnte ich mit dem Lesen nicht mehr aufhören. Ähnlich wie Duncan war ich von Tims Geschichte gefesselt, gleichzeitig wurde es für mich erst richtig spannend, dadurch dass immer abwechselnd Tims Geschichte auf der CD und Duncans Leben im Moment geschildert wurde. Man sah so direkt: Hat Duncan etwas aus Tims Geschichten mitgenommen? Kann er es umsetzen? Hat er mit ähnlichen Problemen zu kämpfen? Wo gibt es Parallelen, wo Unterschiede?
Mir persönlich gefällt auch der Gedanke der Autorin, der dahintersteht: aus den Fehlern von anderen lernen.
Würden wir dieses Schema auf unser eigenes Leben beziehen, würde man nicht selbst weniger Fehlentscheidungen treffen, wenn man um die Folgen eines anderen wüsste, der dieselbe Entscheidung schon getroffen hat?
Was ich damit meine, ist, dass man aus diesem Buch sehr viel für sich selbst mitnehmen kann.
Ein sehr berührendes Buch mit viel Charme und absolut sympathischen Protagonisten!
Gelesen von Anna (15)

Samstag, 11. März 2017

Annähernd Alex

von Jenn Bennett

aus dem Königskinder-Verlag

 

Bailey zieht von der Ostküste der USA zu ihrem Vater nach Kalifornien, genau in den Ort, in dem ihr Onlineschwarm Alex wohnt, aber das erzählt sie ihm vorerst nicht - schließlich könnte er ja doch ein Idiot sein.
Also fängt sie erst einmal einen Ferienjob in einem Museum an, der sich als der totale Horror entpuppt und beschließt, nebenbei heimlich nach Alex zu suchen. 
Schon am ersten Tag wird sie von Porter, einem Museumsmitarbeiter in ihrem Alter, blöd angemacht und wird dann auch noch an den meist verhassten Arbeitsplatz eingeteilt: der "Hotbox", dem Kassiererhäuschen, in dem immer eine Hitze herrscht, die kaum auszuhalten ist. 
Der einzige Lichtblick ist Grace, mit der sie sich schnell anfreundet. Einen Raubüberfall, einen Motorraddiebstahl, ein Date mit einem falschen Alex und eine misslungenen Party später fühlt sie sich trotz täglicher Neckereien immer mehr zu Porter hingezogen, aber da wäre ja auch noch Alex, den sie immer noch nicht gefunden hat…

Schon das Cover hat mich gleich angesprochen, denn obwohl es jetzt nicht so spektakulär ist wie andere Cover (mit 3D- Effekt, Einprägungen, etc.) überbringt es meiner Meinung nach gleich so eine sommerliche, leichte Atmosphäre, die Kalifornien als Handlungsort aufgreift. Süß ist natürlich auch, dass Bailey´s Roller "Baby" gleich mit abgebildet ist. Mit dem Titel konnte ich anfangs wenig anfangen- was verbirgt sich auch da für eine Geschichte dahinter?- aber genau so soll es ja sein: er soll Lust machen, das Buch in die Hand zu nehmen und loszulesen. Und im Nachhinein passt der Titel ja auch ideal, genauso wie - und das muss ich einfach kurz erwähnen - das total knuffige Format dieses Buchs: es ist gebunden mit Umschlag und einem Lesezeichen (was ich ja schon toll finde, weil ich meine Lesezeichen nie finde, wenn ich sie brauche) und dann aber noch irgendwie kompakter als andere Bücher; nicht so hoch und nicht so breit, sodass es super in der Hand liegt. Perfekt!
Genauso perfekt wie der Inhalt: die Charaktere sind durchweg gut gelungen, nicht alle sympathisch, aber so soll das ja auch sein. Gerade Bailey und Porter waren super aufeinander abgestimmt, weil Bailey eben auch mal austickt und Porter einstecken muss, der nicht immer nur der Macho ist. Die Autorin baut den Spannungsbogen immer weiter auf und verflicht gekonnt die Haupt- mit diversen Nebenhandlungen, sodass am Ende ein stimmiges Gesamtkunstwerk entsteht. Die Atmosphäre ist immer leicht, auch wenn durchaus mal traurige Szenen vorkommen und irgendwie steht immer eine ganz eigene Romantik zwischen den Zeilen, nicht das Typische mit roten Rosen und Pralinen, sondern mehr persönliche Dinge. Es ist schwer zu beschreiben, am besten, man liest das Buch selbst. ;)

Wie man sieht, komme ich aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus: absolut empfehlenswert!



Ab 14

Gelesen von Anna (15)

Donnerstag, 9. März 2017

Mein Herz wird dich finden

von Jessi Kirby

aus dem Sauerländer-Verlag

Als Mias große Liebe Jacob bei einem Unfall stirbt, bleibt ihr Leben von einem Tag auf den anderen stehen.
Sie schottet sich ab, beendet Freundschaften und bleibt über ein Jahr weitestgehend zu Hause, weil sie die Vergangenheit nicht loslassen kann.
Nach seinem Tod wurden verschiedene Organe von Jacob zur Transplantation freigegeben und Mia hat all die Menschen getroffen, die durch Jacob´s Tod Leben geschenkt bekommen haben, nur der Empfänger mit dem Herz meldet sich nicht.
In der Hoffnung, endlich abschließen zu können, recherchiert sie auf eigene Faust und kommt unplanmäßig mit Noah ins Gespräch, der sich als der Junge entpuppt, dem Jacobs Herz implantiert wurde, ohne zu ahnen, dass sie davon weiß.
Noah und Mia verlieben sich, aber von Tag zu Tag wird der Gedanke unerträglicher, ihm zu gestehen, dass sie sein Herz besser kennt als er selbst ...
Dieser. Roman. Ist. Einfach. Nur. GENIAL.
Angefangen bei dem absolut passenden Cover, dem treffenden Titel und den authentischen und sympathischen Charakteren; weiter zu der steigenden Handlung und dem Spannungsbogen, der konstant aufgebaut wird und sich am Ende entlädt, über die tolle Atmosphäre in dem Buch und den absolut realistischen Gefühlen, bis hin zu der grandiosen Themenwahl und dem ansprechenden Schreibstil.
Man sieht, ich komme aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus...!
Eine Liebesgeschichte mit Charme, Spannung und Gefühlen, Tiefgang und magischen Momenten.

Unbedingt empfehlesnwert!

Ab 14
Gelesen von Anna (15)

Mittwoch, 1. März 2017

Wie das Licht von einem erloschenen Stern

von Nicole Boyle Rodtnes

aus dem Beltz Verlag


Seit Vega auf einer Party gestürzt ist, kann sie weder sprechen, lesen noch schreiben. 
Diagnose: Aphasie. Vega träumt immer wieder davon, das sie geschupst wurde, aber niemand glaubt ihr. Vega ist deswegen frustriert und fühlt sich völlig unverstanden und entsetzlich einsam. Bis sie Theo trifft und sie gemeinsam die fehlenden Puzzleteile in Vegas Erinnerung zusammensuchen.

Ein ergreifender Roman, poetisch und fesseld geschrieben. Man kann mit Vega gut mitfühlen und versteht vollkommen wie es ihr geht.



 
 
Gelesen von Kimberly (16) 


We all looked up

von Tommy Wallach

aus dem cbj-Verlag

Anita, Eliza, Peter und Andy- vier Jugendliche in Seattle, die kurz vor ihrem Schulabschluss stehen und alle noch ihr ganzes Leben vor sich haben. Sie alle lassen sich zwar in Schubladen stecken- der Sportler, die Schlampe, die Streberin, der Faulenzer-, aber dennoch haben sie alle eine Zukunft, Träume, die sie sich verwirklichen möchten.
Doch dann geht eines Morgens die Nachricht um die Welt, dass sich ein Asteroid namens Ardor unaufhörlich der Erde nähern und er vielleicht sogar mit der Erde kollidieren würde. Ob es passiert, ist noch ungewiss, doch je länger die Wissenschaftler auf aller Welt forschen, desto höher wird die Wahrscheinlichkeit, dass Ardor auf die Erde krach - und das schon ziemlich bald. Mit 66,6%iger Wahrscheinlichkeit bleibt den Menschen auf dieser Erde nur noch eine Zeit von gerade mal 2 Monaten - für die vier Jugendlichen 8 Wochen, in die sie ein ganzes Leben packen müssen.
Und obwohl alle anders auf diese Schreckensnachricht reagieren - Anita läuft von zu Hause weg, Andy lebt weiter sein Faulenzerleben und zwischen Peter und Eliza bahnt sich eine Liebesromanze an - so brechen sie doch alle aus ihren Schubladen aus und versuchen, noch irgendetwas aus dieser Zeit herauszuholen. Doch nicht nur die vier sind aufgewühlt - schon jetzt im Vorraus bricht alles zusammen, die Kriminalität nimmt drastisch zu und die Polizei ist schlichtweg überfordert - und über allem schwebt immer unausgesprochen die Frage, was passiert, wenn Ardor einschlägt...
Dieses Buch hat mich begeistert, obwohl ich ehrlicherweise zugeben muss, dass ich der Apokalypsen-Story etwas kritisch gegenüberstand. Solche Geschichten, die diese "was wäre, wenn..."-Fragen aufwerfen, haben oftmals den Hang zum Dramatisieren und Übertreiben, zu wilden Spekulationen und unrealistischen Fantasy-Nebenhandlungen. Doch das hat dieses Buch überhaupt nicht nötig und dafür möchte ich dem Autor an dieser Stelle ein großes Lob aussprechen: die Charaktere sind absolut authentisch und menschlich und haben so gehandelt, wie man sich wahrscheinlich selbst in so einer Situation verhalten würde (obwohl das glücklicherweise keiner so genau sagen kann). Und auch wenn alle vier Protagonisten anfangs absichtlich klischeehaft dargestellt werden, sieht man im Laufe des Romans eine Wandlung, eine Weiterentwicklung im Charakter jedes Einzelnen. Dabei hat er es auch noch hinbekommen, das sie dem Leser allesamt auf ihre eigene Weise irgendwie sympathisch erschienen. Einziger und demnach verkraftbarer Kritikpunkt bei den Figuren ist: durch die Vielzahl an handelnden Personen (nicht nur die Hauptfiguren, sondern allgemein) kommt man gerade am Anfang manchmal durcheinander, weil man noch nicht weiß, wer jetzt mit wem in welcher Verbindung steht.
Ansonsten: großartige Spannungskurve, vielschichtige Handlung, Action, Liebe, Freundschaft und vor allem ein total realisticher Hintergrund, vor dem die Handlung stattfindet. Ich finde den Gedankengang des Autors faszinierend und gleichzeitig auch sehr realitätsnah, dass die ganze Zivilisation im Angesicht einer Apokalypse zusammenbricht und finde es spannend, mir das allgemeine Chaos vorzustellen.
"We all looked up" schockiert und berührt zugleich und dieser feine Ausgleich macht dieses Buch so lesenswert!
Über das Ende verrate ich nichts - es soll schließlich spannend bleiben...

Gelesen von Anna (15)