Nominierungen 2017

Der Leseclub Augustiniok ist in der Jugendjury des Deutschen Jugendliteraturpreises.


Dienstag, 20. Juni 2017

Morgen lieb ich dich für immer

von Jennifer L. Armentrout

aus dem CBJ-Verlag



Als Kinder kommen Mallory und Rider gemeinsam in dieselben Plegefamilien, bleiben zwar über Jahre hinweg zusammen, werden aber immer wieder in anderen Familien untergebracht und umhergereicht, bis sie schließlich in bei einem Ehepaar wohnen, dass sie nur des Geldes wegen adoptiert und íhnen das Leben zur Hölle macht: sie werden eingesperrt, geschlagen, dürfen nicht mit am Tisch sitzen- führen allgemein ein unmenschliches Leben. Und obwohl Rider verzweifelt versucht, für sie beide stark zu sein und Mallory immer zu beschützen, kann er die traumatischen Erlebnisse nicht völlig auslöschen. Als es zum Eklat kommt, die Situation ausufert und die beiden getrennt werden, gelingt Mallory der lang ersehnte Ausstieg aus diesem Leben: sie wird von einem fürsorglichen Ärzteehepaar adoptiert, dass versucht, die von ihrer Vergangenheit zu lösen und ihren Blick nach vorne zu richten. Mallory tut sich anfangs schwer, fasst aber mit der Zeit immer mehr Vertrauen und beginnt, sich langsam "normal" zu fühlen, sodass sie sich nach einem Jahr bereit fühlt, zur Schule zu gehen. Es läuft alles gut- bis sie auf Rider trifft, den sie seit dem abrupten Ende ihrer schweren Kindheit nicht mehr gesehen hat. Rider, ihre einzig positive Erinnerung aus Kindertagen; Rider, ihr Beschützer, der versprochen hat, immer für sie da zu sein. Was für ein Rider steht heute vor ihr? Er scheint sich verändert zu haben, hat eine Freundin und dubiose Freundschaften, aber dennoch fühlen sie sich sofort wieder so verbunden wie früher. Kann ihre Freundschaft auch in dem neuen Umfeld Bestand haben?

Mir hat das Buch gut gefallen, weil es den Spannungsbogen langsam aber stetig aufbaut. Riders Geheimnisse und die Unsicherheit ihrer Freundschaft und die ständig im Raum stehende Frage "Wie geht es mit uns weiter?" bringen den nötigen Kick in die Handlung und animieren zum Weiterlesen. Nichts desto trotz muss gesagt werden, dass mir gerade der Anfang etwas zäh und langatmig vorkam, fast so, als wäre verzweifelt versucht worden, Seiten zu füllen, obwohl dieses Buch das sicher nicht nötig hat. Ich für meinen Geschmack finde es natürlich immer schön, auch mal etwas länger an einem richtig guten Roman zu lesen, wenn man einen gefunden hat, aber generell lieber kompakt, kurz und auf den Punkt und nicht langgezogen, langweilig und mit zu vielen Füllsätzen.
Zu den Charakteren: Rider verkörpert natürlich den typischen "Bad Boy" in Romanen, wenn man so will: geheimnsivoll, beliebt, irgendwie auch unberechenbar wegen seltsamen Freundeskreisen, aber denoch anziehend, weil er stark wirkt, die Beschützerrolle übernimmt- quasi harte Schale, weicher Kern. Diese Charakterzüge vereint in der männlichen Hauptperson sind gewiss nichts neu Erfundenes, dennoch glaube ich, wurde bei Rider die Persönlichkeit feiner ausgearbeitet und er wirkt verletzlicher und nicht so perfekt wie andere ähnliche Charaktere.
Zu Mallory: auch die Rolle des psychisch angeschlagenen Mädchens ist nicht neu, aber wieder gut ausgearbietet, weil beim Rückblick in die Kindheit keine harten Zeiten ausgespart wurden, aber auch nicht zu sehr auf die Tränendrüse gedrückt wurde und eben auch wenige positive Momente geschildert wurden. Beide Charaktere erscheinen facettenreich und gerade in Mallorys Gefühlswelt bekommt man einen guten Einblick, wobei sie mir irgendwie trotzdem nie wirklich sympathisch war.
Ein guter, etwas langatmiger Roman, nicht mein Lieblingsbuch, aber trotzdem zu empfehlen!




Gelesen von Anna (15)

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