Nominierungen 2017

Der Leseclub Augustiniok ist in der Jugendjury des Deutschen Jugendliteraturpreises.


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Montag, 30. November 2015

This song will save your life

Leila Sales

Kosmos Verlag


Bei der sechzehnjährigen Elise Dembowski läuft es im Moment überhaupt nicht rund: in der Schule wird sie von den anderen gemobbt, bei keinem ihrer getrennt lebenden Eltern fühlt sie sich richtig wohl, weder bei dem schweigsamen Vater, noch bei der Mutter, die mit dem neuen Freund und den beiden gemeinsamen Kindern eine Bilderbuchfamilie führt, in der Elise irgendwie fehl am Platz ist. Nicht mal sie selbst versteht sich richtig. Doch zum neuen Schuljahr beschließt Elise, sich zu ändern und sich anzupassen um neue Freunde zu finden. Doch weder neue Klamotten, noch ein über Klatschmagazine antrainiertes Wissen über Promis und Co. helfen ihr, sich zu integrieren. Erstens sehen die Mitschüler immer noch die alte Elise in ihr. Und zweitens nützen ihr neue Klamotten und Promiwissen nichts, wenn es um das Wichtigste geht: gemeinsame Erlebnisse, Erfahrungen oder Geheimsprachen mit Freunden. So fällt Elise zurück in ihren gewohnten Gang und alles bleibt beim Alten, bis sie nachts bei einem ihrer Spaziergänge in einem Lagerhaus versteckt eine Underground-Party namens Start entdeckt. Dort freundet sie sich schnell mit zwei Mädchen an und lernt von dem gutaussehenden Char Tricks rund um das DJ-Dasein. Von nun an führt sie zwei Leben in zwei Parallelwelten: tagsüber die unscheinbare Außenseiterin, nachts als DJane voll in ihrem Element. Doch wie lange kann sie das "neue Hobby" vor den Eltern geheimhalten? Und was ist, wenn sich plötzlich beides vermischt und das eine Leben droht, das andere zu zerstören?

Ganz klar, für mich entspricht dieses Cover so ziemlich allem, was ich von einem Cover erwarte; es ist ansprechend, ohne zu viel zu verraten, gibt aber einen Überblick über das grobe Grundthema des Buches. Wenn dann auch noch der Titel perfekt passt, wie bei diesem Buch, und genauso toll mit dem Cover harmoniert, bin ich vollends zufrieden. Also: optisch und äußerlich rundum gelungen.
Auch "innerlich", also die Handlung, der Aufbau, die Charaktere, hat es mir mehr als gefallen. Zuerst, muss ich gestehen, war ich etwas skeptisch, was Elise als Figur angeht, denn anfangs war sie für mich "nur" die klischeehafte Form des gemobbten Außenseiters, der nicht länger der gemobbte Außenseiter sein will. Doch im Verlauf des Buches und durch verschiedene Ereignisse gewinnt sie mehr Facetten und erschien mir gegen Ende sehr vielschichtig, was wohl auch mit den beiden "Gesichtern" Elises zusammenhängt. Spannung wurde immer wieder weiter aufgebaut und entlädt sich am Ende im Höhepunkt, den ich jedoch nicht verraten möchte... ;)
Auch die nett eingeflochtenen Liedertitel wirkten nicht, wie in vielen anderen Büchern, wie eine wahllos ausgewählte Playlist. Sie untersteichen vielmehr, wenn man sie zu den passenden Stellen hört, gewisse Gefühle oder eine bestimmt Atmosphäre. Also auch gelungen, würde ich sagen!
An diesem Buch gibt es also nichts zu meckern, ein Top-Roman rund um Mobbing, Selbstfindung, Freundschaft, Enttäuschung, Lebensträume und gaaaaanz viel Emotion! Unbedingt empfehlenswert!


Ab 13


Gelsen von Anna (14)

Freitag, 30. Oktober 2015

Sophie auf den Dächern

Katherine Rundell

Carlsen Verlag


Seit einem Schiffsunglück im englischen Kanal, als Sophie noch ein Baby war, ist sie Waise und lebt bei dem liebenswerten, etwas eigenartigen Charles, der sie in seiner Obhut hat. Zumindest glauben alle, sie wäre Waise, doch Sophie ist sich sicher, dass ihre Mutter noch lebt. Allerdings ist das Einzige, das sie mit Sicherheit von ihr weiß, dass sie Cello auf dem Schiff gespielt hat, Hosen trug - in einer Zeit, in der das nicht typisch für eine Frau war - und dieselben Haare hatte wie sie: leuchtend wie ein Blitz. Bei Charles lernt sie Cello, er unterrichtet sie in den mehr oder weniger wichtigen Sachen des Lebens und die beiden kommen super miteinander klar, bis eines Nachmittages das Jugendamt vor der Tür steht, das die "Erziehung eines Mädchens von einem Mann" für nicht vertretbar hält. So beschließen Sophie und Charles zu fliehen, nach Paris, dorthin, wohin sie die einzige Spur ihrer Mutter führt, denn von dort ist das Label des Cellokoffers, der von Sophies Mutter stammt.
In Paris suchen sie vergebenes nach der Mutter, doch dafür trifft Sophie einen seltsamen Jungen, der auf den Dächern wohnt, unternimmt abenteuerliche, nächtliche Touren über die Dächer von Paris, direkt unter dem Himmel und freundet sich mit dem geheimnisvollen Jungen an...

Zuallererst: das Buch hat mir wirklich gut gefallen, weil es von etwas handelte, das ich in dieser Form noch nie so gelesen habe. Klar, das Waisenkind auf der Suche nach den Eltern kommt in vielen Büchern vor, aber nie hatte es einen annähernd so coolen Stiefvater wie Sophie und die schön eingeflochtene Handlung mit dem Jungen und dem Leben auf den Dächern fand ich echt faszinierend. Ich muss auch dazu sagen, dass ich in der Zeit, nachdem ich das Buch gelesen habe, öfter mal nach oben zu den Dächern geschaut habe und mir vorgestellt habe, wie es wäre, dort oben zu laufen und auf alles hinunter zu sehen.
Auch das Cover und der Titel haben mir gefallen, denn beide spiegeln genau das wieder, um das es im Buch geht, allerdings ohne zu viel  zu erwarten. Schön am Cover fand ich auch die beiden Silhouetten von einem Mädchen und einem Jungen, da es so eine Situation im Buch wirklich gibt und die Verbindung mit Frankreich durch den Eiffelturm. Gerade die im Cover beschriebene Situation mit dem Mädchen und dem Jungen, die über die Hausdächer rennen, lässt sich für jemanden, der das Buch schon gelesen hat, leicht mit dem Gelesenen in Verbindung bringen, jemand, der das Buch zum ersten Mal sieht, kann sich noch kein deutliches Bild von der Handlung machen. Gekonnt, würde ich sagen.
Zuletzt gibt es allerdings auch Kritikpunkte, wenn auch kleine, aber ich finde, auch die müssen erwähnt werden. Erstens war die Schrift für meinen Geschmack zu groß und was mich daran so stört, ist, dass es für mich dann immer an Ernsthaftigkeit verliert, quasi für Jüngere. Dann hatte der ganze Roman etwas... Kindliches. Naives. Das soll jetzt nicht nur negativ klingen, denn es war eigentlich ganz süß, ein Buch aus der Sicht eines kleinen Mädchens zu lesen, nur an manchen Stellen war es dann auch schon fast wieder etwas nervig, über was sie sich alles Gedanken macht. Doch immer wieder bringt die wirklich berührende Suche nach der Mutter die nötige Ernsthaftigkeit in die Handlung und alles in allem ist es ein empfehlenswertes Buch, das ich vor allem Mädchen ab zwölf ans Herz legen würde, die sich für den oben beschriebenen Inhalt interessieren. Anders kann ich es leider nicht ausdrücken, denn ich habe noch nie ein Buch gelesen, das vom Inhalt her mit diesem vergleichbar wäre.



Ab 12


Gelesen von Anna (14)

Montag, 19. Oktober 2015

Auf und davon

David Arnold

Heyne fliegt


Mim Malones Eltern haben sich getrennt und nun wohnt sie mit ihrem Vater und seiner neuen, nervigen Frau im langweiligen Jackson in Mississippi. Was sie jedoch am meisten vermisst, ist nicht etwa der alte Wohnort, sondern ihre Mutter, zu der der Kontakt abgebrochen ist. Ihr Vater ist wirklich fürsorglich, fast schon ein wenig zu sehr, aber mit seiner neuen Freundin versteht sie sich überhaupt nicht und es gibt einfach niemanden in ihrem Leben, der sie so verstanden hätte, wie ihre Mutter. So beschließt sie an einem regnerischen Tag die 1.500 Kilometer nach Cleveland zu fahren, wo ihre Mutter anscheinend wohnt. Doch die Reise verläuft natürlich nicht ganz ohne Komplikationen und ganz anders als geplant. Das liegt nicht zuletzt an der älteren Arlene, die sich jedoch als sehr rentneruntypisch entpuppt, dem seltsamen Ponchomann und dem charmanten Beck. Mim ist auf dem Weg, ihre Mutter zu finden doch manchmal, wird sie feststellen, findet man auch andere Dinge, als die, die man eigentlich sucht.



Der Roman "Auf und davon" hat mir gefallen, nicht zuletzt auch wegen dem ansprechenden Cover, das mich sehr an "Heldentage" von Sabine Raml, ebenfalls erschienen bei heynefliegt, erinnert hat. Auch vom Inhalt her, einzelnen Charakterzügen der Protagonistin, dem Schreibstil und der Grundaussage des Buches gab es viele Parallelen zum eben genannten Buch, denn auch hier hatte ich wieder eher ein Roadmovie wie "Der Soundtrack meines Lebens" von Jessi Kirby aus dem Thienemann-Verlag erwartet. Die Art, wie Gedanken und Gefühle der Hauptfigur und die Protagonistin selbst dargestellt werden, sind sehr nahe an der Realität sind, sodass also alles sehr authentisch rüberkam, zumindest bei mir. Jedoch war mir Mim manchmal etwas zu verrückt, nicht im Sinne von "ich mag keine verrückten Leute", sondern ich finde lediglich, dass die Symbolwirkung der Kriegsbemalung manchmal etwas überstrapaziert wurde.
Und auch ansonsten fand ich ihr Verhalten, bzw. ihre Vorgehensweise, an manchen Stellen etwas gewöhnungsbedürftig, weil zwar schon jeder Schritt erklärt wurde, mir aber manchmal nicht logisch erschien.
Das sind jetzt kleine, eher unwichtige Dinge, über die man sich streiten könnte, über die man in der Gesamtbewertung des Buches aber getrost hinwegsehen kann. Als empfehlenswert empfinde ich den Roman für Mädchen, zwischen circa 12 und 15, die gerne einen Mix aus Alltagsproblemen, Liebe, Freundschaft, Wünschen und Sehnsüchten lesen!

Ab 13



Gelesen von Anna (14)

Montag, 12. Oktober 2015

Wenn du dich traust

Kira Gembri

Arena Verlag

 

Auf den ersten Blick haben Lea und Jay nichts gemeinsam. Lea, die wegen ihrer zwanghaften Ordentlichkeit und Zählsucht sogar in die Psychatrie eingeliefert wurde, ist so ziemlich das genaue Gegenteil vom chaotischen Jay, der mit Drogen dealt und für den "feste Beziehung" ein Fremdwort ist. Und nicht mal auf den zehnten Blick käme man auf die Idee, dass genau diese beiden eine WG gründen.
Doch genau das passiert. Jay, der wegen dem Besitz und Verkauf von Drogen Sozialstunden in der Psychiatrie leisten muss, in die Lea eingewiesen wurde, weil sie mit ihrer Zähl- und Kontrollsucht fast ihren kleinen Bruder umgebracht hätte, versucht Geld aus dem Schreibtisch des Direktors der Anstalt zu klauen, um die Schulden bei dem fiesen Drogenboss zu begleichen, die durch die Wegnahme der Ware durch die Polizei entstanden sind. Dabei wird er von Lea erwischt- und diese ist nur bereit, ihn nicht zu verpfeifen, wenn er ihr aus der Klapse hilft und ihr für unbestimmte Zeit Unterschlupf gewährt, denn ihre Eltern würden sie postwendend wieder zurückbringen. Jay lässt sich schlussendlich auf den Deal ein, aber nur, weil Lea ihm im Gegenzug ihre Kette aus echtem Gold gibt, die er als Anzahlung für die Schulden bei seinem Boss abgibt. So kommt es, dass Lea tatsächlich auf das kaputte Sofa der Jungs- WG zieht.
Anfangs versuchen alle, einfach ihre Leben aneinander vorbei zu leben, doch das funktioniert nur kurz. Als sich dann Lea und Jay noch ineinander verlieben und es beide nicht wahrhaben wollen, beginnt eine Achterbahn der Gefühle, von heftigem Streit bis zu innigen Momenten...


Ehrlich gesagt kann ich nicht behaupten, dass mir Lea und Jay anfangs sympathisch waren. Beide sind die typischen Klischeerollen: sie das ordentliche Mauerblümchen, wobei es hier natürlich mit der Ordentlichkeit übertrieben wurde und er der chaotische Mädchenaufreißer.
Außerdem bin ich wie Jay der Meinung, dass sie ein echt tolles Leben haben könnte, wenn sie sich trauen würde. Genau das sagt ja auch der Titel: "Wenn du dich traust". Von dem her passt dieser eigentlich ziemlich gut und auch der Spruch auf der Rückseite passt: "Liebe ist keine gerade Zahl". Das Cover passt auch, ist aber nicht so eindeutig auf das Buch geschnitten, dass es einen hohen Wiedererkennungswert hätte und irgendwie erinnert es mich an "Draußen wartet die Welt" von Nancy Grossman aus dem cbj- Verlag.
Noch mal zu den Hauptfiguren Lea und Jay: ab dem Mittelteil ungefähr lernt man sie besser kennen und irgendwann fand ich sie auch in Ordnung. Ich konnte mich zwar das ganze Buch über nicht übermäßig mit einem von beiden identifizieren, doch die Gedanken und Gefühle werden ausführlich geschildert, so dass dies kein großes Problem darstellt.
Die Handlung, die einzelnen Handlungsschritte und auch der Spannungsaufbau haben mir sehr gut gefallen, weil es trotz der klischeehaften Rollenverteilung der Protagonisten eine abwechslungsreiche, meist unvorhersehbare Geschichte war und neben eingeflochtenen Nebengeschichten auch Nebenfiguren mitspielten, die dem Buch in ihrer Kombination noch mal die nötige Prise Individualität und Originalität verleihen und es Stück für Stück zu etwas Besonderem machen. 
Bezüglich der Schriftgröße könnte es für meinen Geschmack auch kleiner sein, doch es stört mich nicht so sehr wie bei anderen Büchern. Toll finde ich auch den Schutzumschlag (also generell; nicht nur bei diesem Buch) und auch das Lesebändchen, da ich auch so ein Mensch bin, der viele Lesezeichen hat, diese in dem Moment, in dem man sie braucht, aber nicht zur Hand hat.
Insgesamt also ein gut gelungenes Buch, das ich vorwiegend Mädchen ab 14 empfehlen würde.

Ab 13


Gelesen von Anna (14)

Donnerstag, 30. Juli 2015

Killing Butterflies

M. Anjelais

Chickenhouse Verlag

Als Sphinx´ und Cadence´ Mütter noch Kinder waren, schworen sie sich, dass ihre beiden Kinder Sphinx und Cadence später einmal heiraten würden. Dieser Gedanke ist zumindest soweit aufgegangen, als dass es diese zwei Kinder überhaupt gibt: Sphinx und Cadence.
Doch schon im Kindergarten sind die beiden unterschiedlich wie Tag und Nacht: Sphinx erwärmt mit ihren herzliche Art alle Herzen der Menschen und ist eher zurückhaltend und schüchtern, Cadence stummer Blick aus den eisigen Augen genügt schon, um selbst Erwachsene verstummen zu lassen.
Eines Nachmittags an ihrem gemeinsamen Geburtstag, beobachten die beiden Schmetterlinge im Garten und Spinx erfreut sich an deren leichten Flügelschlag und schönen Farbe. Doch mitten in Sphinx Glück tötet Cadence den Schmetterling, der auf ihrer Hand saß.
Viele tun es als Unfall ab, der kleine Junge habe ja nicht gewusst, was er tat.
Doch schon mit ihren zarten sieben Jahren versteht Sphinx, dass das nicht der vollen Wahrheit entspricht; sie war dabei und hat genau gesehen, dass er es absichtlich getan hat, er wollte den Schmetterling töten. Doch es bleibt immer noch die Frage, warum. 
Diese seltsame Art setzt sich auch in der Schule fort, Cadence spricht kaum mit jemandem und erdolcht nur alle mit seiner abweisenden, kalten Art und dem eisigen Blick. Trotzdem bleiben die beiden durch ihre Mütter, die weiterhin den Wunsch hegen, die beiden zusammen zu bringen, hin und wieder in Kontakt.
Dann der fatale Ausrutscher: Cadence verletzt Sphinx knapp unterhalb des Auges mit einem Messer und dabei ist er schon bedeutend älter. Nun kann niemand mehr behaupten, er wisse nicht mehr, was er tat und so ziehen Cadence und seine Mutter weg. Einige Jahre herrscht Funkstille, bis kurz nach Sphinx achtzehntem Geburstag der Anruf eintritt: Cadence ist totkrank, er möchte Sphinx noch einmal sehen und von Neuem kochen wieder alle Emotionen hoch...

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, weil es einfach diese Bindung zu jemanden beschreibt, den man schon ewig kennt und das mit all den Enttäuschungen, Narben und gemeinsamen Momenten. Natürlich wird hier ein Extremfall beschrieben und irgendwie wird einem auch beim Lesen klar, dass es nicht immer von Nachteil ist, "normal" zu sein. Wer das Buch liest, wird das verstehen.
Die Handlung war gut ausgewogen, damit meine ich genug Spannung, Action, Freundschaft, Drama, Emotion, für alles war gesorgt.
Sphinx war mir im Gegensatz zu Cadence sympathisch, genau wie die Protagonisten in "Sternenseelen - Wenn die Nacht beginnt" von Kerstin Pflieger aus dem Goldmann-Verlag, und ansonsten war mir nichts Negatives aufgefallen, das erwähnt werden müsste.
Cover und Titel haben gut gepasst, auch mit den versteckten Gesichtern und somit gibt es nicht viel auszusetzen.

Ab 13

Gelesen von Anna (13)

Mittwoch, 22. Juli 2015

Gedisst

Daniel Höra

Bloomsbury Verlag

Für Alex läuft es im Moment überhaupt nicht rund: generell haben er und seine Clique aus der Plattenbausiedlung im Osten überall, wo sie auftauchen, mit sozialen Vorurteilen zu kämpfen und Melanie, ein Mädchen aus seiner Clique, auf die er steht, gibt sich ausgerechnet mit Ronny, seinem Erzfeind ab, dem Anführer der Gegnergang, den White Boyz.
Doch für einen Typen aus der Siedlung geht es ihm noch verhältnismäßig gut: er kann die Schule besuchen, bewohnt mit seinem Vater, seiner Schwester Nora und deren Freund eine kleine Wohnung, hat mit kriminellen Machenschaften nicht mehr am Hut, als jeder andere hier auch und hat eine überschaubare, aber nette Clique um sich.
Dachte er zumindest bisher.
Denn eines Morgens wird eine alte Frau tot in ihrer Wohnung aufgefunden, in der Alex am Vortag noch war, weil er ihr geholfen hatte, die Einkäufe hochzutragen. Und für alle, selbst die Leute aus seiner Gang, ist klar: Alex ist der Mörder. Drohanrufe, Briefe mit der Aufschrift "Alex ins KZ", ähnliche Schmierereien an Schließfächern und offene Beleidigungen von Schülern auf dem Schulflur werden alltäglich, nur noch seine Schwester und deren Freund, sein Vater, Debbie und Fetcher, ein unscheinbarer Typ, mit dem er zuvor nie groß etwas zu tun hatte, halten zu ihm. Gemeinsam mit Fetcher und Debbie versucht er, den wahren Mörder zu finden, denn dies scheint der einzige Weg zu sein, alle von seiner Unschuld zu überzeugen. Denn: für die Öffentlichkeit, die Polizei und die neugierigen Nachbarn steht der Schuldige schon lange fest: Alex.
Doch es ist nicht einfach und auch nicht ganz ungefährlich, den wahren Mörder zu finden, und die Zeit rennt, denn in nur ein paar Tagen soll Alex´ Gerichtsverhandlung beginnen...

Zuerst einmal möchte ich sagen, dass es dem Autor gelungen ist, sehr realitätsnah zu schreiben und auch eine authentische Atmosphäre zu erschaffen, was einem gleich geholfen hat, sich in die Situation und generell in die Handlung einzufinden. Verstärkt wurde dieser Eindruck meiner Meinung nach noch durch den sprachlichen Aspekt, denn das ganze Buch ist in Jugendsprache geschrieben, weil ja Alex erzählt und dadurch erschien mir das noch realistischer.
Zu den Protagonisten: ehrlich gesagt wusste ich anfangs nicht, was ich von Alex halten sollte, denn zu Beginn ist er ja noch "einer von ihnen", quasi auch einer dieser harten Typen der Gang und ich muss schon sagen, dass die mir allesamt nicht wirklich sympathisch waren. Natürlich mutiert er nicht zum gefühlsbetonten Softie, aber es ist schon eine deutliche Entwicklung ins Positive bemerkbar. Andererseits macht ihn gerade das sympathisch und grenzt ihn von den "anderen" ab, deswegen fand ich diese Idee gar nicht schlecht. Allgemein finde ich, dass sich gerade viele Jungs, vielleicht so zwischen elf und vierzehn Jahren, gut mit Alex identifizieren können und ihnen das Buch dann nicht langweilig wird. Apropos langweilig, beziehungsweise nicht langweilig: das ganze Buch über lässt sich ein guter Spannungsbogen erkennen, der Höhepunkt ist weder zu früh angesetzt, noch zu spät und es bleibt die ganze Zeit die Frage stehen: schafft er es, den richtigen Mörder zu finden? Schafft er es nicht? Was passiert?
Und genau diese Fragen sollte man sich ja auch bei einem Buch stellen und sie werden allesamt aufgelöst.
Süß fand ich auch die unauffällig eingebaute Nebengeschichte in Form von einer kleinen Romanze zwischen Debbie und Alex: das macht das Buch vielleicht auch für Mädchen noch interessanter zum Lesen. 
Nun zur optischen Aufmachung. Dazu kann ich eigentlich nur eins sagen: gut getroffen!
Der Titel passt wie die Faust aufs Auge und unterstreicht noch mal schön deutlich den teilweise harten Charakter der Szenen und durch die Jugendsprache noch dazu die Aktualität des Ganzen, auch das Bild der Plattenbausiedlung ist gut gewählt, weil es einfach einen Hintergrund für die Geschehnisse liefert und zudem ja auch Handlungsplatz der gesamten Story ist.
Eigentlich gibt es also nichts zu bemängeln, deswegen: auf jeden Fall empfehlenswert!
Ich könnte mir beispielsweise vorstellen, dass es Lesern/Leserinnen folgender Bücher gefällt, die einen ähnlichen Charakter haben:
- "Lost Places" von Johannes Groschupf aus dem Oetinger-Verlag
- "Blackout" von Alice Gabathuler aus dem Thienemann-Verlag
- "Schieflage" von Michael Northrop aus dem Loewe-Verlag
Viel Spaß beim Lesen!
Ab 12



Gelesen von Anna (13)

Mittwoch, 15. Juli 2015

Alle Augen auf dich

Gina mayer

Script5 Verlag

Jo ist verzweifelt: seine Freundin Myriam Bellinger wurde entführt und niemand hat auch nur einen Hinweis darauf, wo sie sich befinden könnte und bei wem. Es gibt nicht einmal Beweise dafür, ob sie noch lebt oder nicht. Selbst verdächtige Personen im näherern oder weiterern Umfeld gibt es nur zwei: ihren Chef Holm und Jo selbst.
Auch Myriams Schauspielfreundin Lily, mit der sie sich eine Wohnung geteilt hat, ist ratlos. Zur Tatzeit befand sie sich mit der Vermissten in der Wohnung, dem Tatort, war aber gerade unter der Dusche und wurde von den Verbrechern niedergeschlagen.
Allerdings gibt es merkwürdige Parallelen zwischen der realen Entführung und der Handlung der Internetserie "Missing", in der Myriam ebenfalls ein Entführungsopfer gespielt hat.
War es also womöglich ein fanatischer Fan?
Doch die Polizei ermittelt ergebnislos in alle Richtungen und zu Jos Sorge um Myriam kommen noch Schulden in Höhe von 1000 Euro und eine unerwartete Romanze...

Der Gedanke, der hinter der Geschichte steckt, und die Handlung selbst haben mir sehr, sehr gut gefallen, weil es einfach ein neues Thema war und ich noch nie ein Buch darüber gelesen habe. Das finde ich immer spannend und dafür gibt es schon mal einen Pluspunkt.
Die Sprache war ebenfalls "normal", beziehungsweise teilweise in Jugendsprache (bei Jo) und die Charaktere waren auch in Ordnung, zumindest die, die auch sympathisch rüberkommen sollten.
Die Aufmachung des Covers mit dem roten Hintergrund und den weißen und schwarzen Elementen hat mich optisch sehr an "Schattenzwilling" von Katrin Bongard aus dem Oetinger-Verlag erinnert, obwohl die beiden thematisch wenig miteinander zu tun haben.
Mich hat es auch sehr angesprochen, weil ich die ganze Zeit mitfiebern musste, es immer spannend blieb und ich bis zum Schluss nicht ahnen konnte, wie es endet. Als zusätzlicher Kick wurde ja auch noch die kleine Dreiecksbeziehung zwischen Myriam, Jo und Lily eingeflochten, für alle Action-Fans: keine Angst, diese Nebenhandlung wurde nicht übermäßig ausgebaut, sie verleiht allem nur noch so eine Extra-Priese Spannung.
Alles in Allem hat mir dieser Roman rund um Entführung, Alltagsprobleme, Polizei und auch ein bisschen Liebe gut gefallen und ist es auf jeden Fall wert, gelesen zu werden!

Ab13
Gelesen von Anna (13)

Montag, 13. Juli 2015

Teardrop

Lauren Kate

cbt-Verlag


Eureka und Ander könnten unterschiedlicher nicht sein, mehr noch, sie scheinen aus verschiedenen Welten zu stammen. Und doch verbindet sie mehr, als Eureka je ahnen könnte.
Doch von vorne: Als kleines Kind bekommt Eureka von ihrer Mutter diesen einen Satz gesagt, der sie ihr ganzes Leben verfolgen wird: "Weine nie!"
Und Eureka hält sich daran, selbst, als ihre Mutter stirbt, deren Auto von einer mysteriösen Riesenwelle auf einer Brücke erfasst wurde, um deren Ursprung heute noch Wissenschaftler aus aller Welt rätseln, und die sie mit ins Meer gerissen hat. Eureka überlebte diesen "Unfall" nur knapp. Weshalb?
Das soll sie um keinen Preis der Welt erfahren und auch Ander hütet sich davor, ihr ein Sterbenswörtchen zu verraten. Dabei bleibt es auch eine Weile, bis sich Ander und Eureka wieder begegnen, auf einer verlassenen Landstraße, auf der Ander in Eureka hineinrast. Es ist nur Blechschaden, und trotzdem vergießt Eureka eine einzige Träne. Bevor sie weiß, wie ihr geschieht, wischt der fremde, schöne Junge ihr die Träne weg: woher weiß er über sie Bescheid?
Als Ander sie in die Stadt fährt, wo sie beide an einem wichtigen Turnier teilnehmen sollen, erkennt sie immer mehr Gemeinsamkeiten, und dass der fremde Junge mehr über sie weiß, als ihr lieb ist.
Doch woher? Und warum scheint er ihr etwas Wichtiges zu verschweigen?
Eureka spürt, die Zeit drängt und bald wird es zu spät sein.
Die Frage ist nur: zu spät wofür?!


Mir hat dieses Buch sehr gefallen, weil es einen mystischen Charakter hat und trotzdem noch ansatzweise realistisch wirkt, weil Eureka eben sonst einfach ein ganz normales Mädchen ist.
Eureka war mir auch sehr sympathisch, eben weil sie ganz normal ist und ich mich gut mit ihr identifizieren konnte. Die Handlung war logisch aufgebaut und gut nachvollziehbar, Eurekas Fragen werfen auch beim Leser Fragen auf und so wird es immer spannender.
Im Hintergrund spürt man von Anfang an etwas Unheilsvolles, irgendetwas kommt noch, aber man weiß eben nicht was und das macht es schier unerträglich und man möchte unbedingt wissen, wie es weitergeht. Ab und an weiß man als Leser jedoch schon etwas mehr als Eureka und möchte sie am liebsten davor warnen, daraus folgt natürlich mehr Mitgefühl und generell mehr Emotion in der Geschichte, als sowieso so schon zwischen den Zeilen steht.
Auch die Grundidee des Buches ist genial: eine Welt, in der man nicht weinen darf und in der es von mystischen, unerklärlichen Dingen und Zauberei nur so wimmelt, ist unheimlich und irgendwie auf eine düstere Weise märchenhaft. Eureka mit ihrem gegensätzlichen, herzlichen Charakter schafft da einen gekonnten Kontrast zu dem tristen Umfeld der Welt, in der sie lebt und macht sie umso sympathischer und zu etwas Besonderem.
Das Cover des Romans hat mich durch die außergewöhnliche Aufmachung direkt angesprochen und passt, finde ich, nach wie vor dem Lesen perfekt zum Buch, auch der Titel ist gut gewählt. Die gesamte inhaltliche Erscheinung des Buches hat mich teilweise etwas an "Der Kuss der Sirene" von Mandy Hubbard aus dem Ravensburger-Buchverlag erinnert, weil in diesem Buch eben auch ein völlig "normales" Mädchen eine besondere Gabe hat. Andererseits ist das natürlich eine komplett andere Handlung und ich möchte auch nicht auf irgendeine Weise darauf anspielen, dass der eine vom anderen irgendetwas kopiert hätte, vielmehr möchte ich auf die Magie bei diesem Buch zu sprechen kommen, die besondere Verbindung zum Element Wasser macht sie einzigartig und vielleicht habe ich dabei auch die Verbindung gesehen.
Fest steht jedoch: es ist ein supergutes Buch, das ich auf jeden Fall Mädchen zwischen dreizehn und fünfzehn Jahren empfehlen würde!
Ab 13


Gelesen von Anna (13)

Samstag, 13. Juni 2015

Riley - Das Mädchen im Licht

Alyson Noel 

PageTurner- Verlag


Eigentlich ist Riley schon tot - ihre gesamte Familie und sie selbst kamen bei einem Autounfall ums Leben. Nun befindet sie sich im Jenseits, jedoch nicht, ohne vorher noch einmal allen Bekannten und Freunden unsichtbar hinterher zu spionieren. Sie lebt mit ihrer Familie weiterhin wie schon zuvor in einem Haus. Alles könnte friedlich sein - könnte.
Denn nun muss Riley auch hier die Schulbank drücken und geht zum ersten Mal in die Schule, die komplett anders ist, als sie gedacht hat; irgendwie überhaupt nicht wie eine Schule- nirgends sind Klassenzimmer zu sehen. Und manche Leute sind von einem seltsamen, grünen Schein umgeben...
Doch dann trifft sie auf den unsympathischen Bodhi, der sie zum Jüngsten Gericht führt, wo sie ihren neuen Job zugeteilt bekommt: sie wird als Seelenfängerin auf der Erde verloren gegangene Seelen über die Brücke führen müssen. Und dabei wird ausgerechnet Bodhi sie begleiten...


Anfangs schien mir das Buch gerade durch Cover und Titel sehr spannend zu sein, was die grob geschilderte Handlung auch bestätigte. Zum Cover zwei Dinge: erstens erkenne ich keinen Zusammenhang zwischen den Krähen und dem Buch und zweitens passt für mich die kitschige Blume überhaupt nicht in das Bild, weil sie dem Ganzen so einen Vampir-Touch gibt, der definitiv in diesem Buch nicht mal annähernd erwähnt wird.
Hinzu kommt, dass mir das Buch irgendwie vorkam, als wäre es für Jüngere geschrieben, was vielleicht daran liegt, dass es sehr dünn war, die Szenen durchaus noch weiter ausformuliert hätten werden können und der Hauptfigur einfach so ziemlich alles auf Anhieb gelang. Ich muss sagen, und ich sage es nicht gerne, aber ich hatte nie wirklich Zweifel, dass das Buch nicht gut ausgehen würde, das war irgendwie von vorneherein klar.
Man kann aber auch positive Seiten erkennen: etwa die sehr menschliche Hauptfigur Riley und andere, sehr lustige Charaktere, ob deren Sprüche man oft schmunzeln musste.
Eine leichte Verbindung durch die Protagonistin, die ja eigentlich schon tot ist, erkenne ich beispielsweise zu "Liv forever" von Amy Talkington aus dem Beltz-Verlag oder zu "Echt mieses Timing" von Martha Brochenbrough.
Vielleicht ein Buch für etwas Jüngere, aber trotzdem empfehlenswert!

Alter: all age



Gelesen von Anna (13)

Freitag, 8. Mai 2015

Alles andere als normal

von Jörg Isermeyer aus dem Beltz&Gelberg- Verlag

Lukas und Jule haben auf den ersten Blick nichts gemeinsam: Lukas, aus gut behütetem Elternhaus. wohlerzogen und langweilig und Jule, ideenreich, kreativ und aus einer etwas gewöhnungsbedürftigen Familie.
Die beiden treffen sich eines Tages nach der Schule und freunden sich schnell an.
Sie spionieren fremden Leuten nach oder denken sich neue Spiele aus.
Lukas Mutter ist nicht allzu begeistert von der draufgängerischen Jule, die ihren Sohn "in Dinge hineinzieht, die er ihrer Meinung nach nicht tun sollte", aber auch Lukas hat seine Zweifel an ihr, beispielsweise, als sie unerlaubt in seiner heiligen Star-Wars-Kiste kramt.
Doch dann müssen die beiden Mut und vor allem Vertrauen beweisen, als sie Fahrraddieben auf die Schliche kommen...

Das Buch war wie der Titel schon sagt, etwas gewöhnungsbedürftig.
Cover und Klappentext waren gut, erinnerten mich aber eher an Bücher ab zehn. Diese Vermutung hat sich nach dem Lesen im Gesamteindruch für mich bestätigt.
Zuerst jedoch: die Handlung war okay, auch die Form, mit den abwechselnd von Lukas und Jule geschriebenen Kapiteln und beide waren mir auch auf ihre eigene Art sympathisch.
Etwas übertrieben fand ich jedoch die Aktionen der Mutter, die mich mit der Zeit einfach nur noch genervt haben, anstatt lustig zu sein und manche Dialoge waren ein bisschen unecht und wirkten nicht real.
Das war eigentich das Einzige, was es zu kritisieren gibt.
Eine süße Idee fand ich das Star-Wars-Lexikon des Fans Lukas hinten drin, weil ich persönlich mich auch nicht damit auskenne und er wirklich viel davon erzählt.
Noch einmal zu der Länge: für ein Jugendbuch zu kurz, aber durch die zwar spannende, aber nicht blutrünstige Handlung auch etwas für Jüngere, so ab zehn oder elf, und deswegen von der Länge absolut in Ordnung.


Ab 12




Gelesen von Anna (13)

Donnerstag, 30. April 2015

Silver Skye


Skye ist sechzehn Jahre alt und eigentlich ein ganz normales Mädchen. Gut, ihre Clique ist etwas außergewöhnlich mit dem in sich gekehrten Dan, der quirligen Cassie und dem eher gemütlichen Ian. Aber ansonsten lebt sie ihr ganz normales Teenagerleben mit all den kleinen Alltagsproblemen.
Doch bei der Party zu ihrem siebzehnten Geburtstag lernt sie die beiden Cousins Asher und Devin kennen. Diese zwei könnten unterschiedlicher nicht sein - Asher ist sehr selbstbewusst und Devin sehr schüchtern - und verändern ihr Leben trotzdem vollkommen. Zu beiden fühlt sich das Mädchen mit den silbernen Augen hingezogen und stürtzt sich eher kopflos in die Liebe. Doch irgendwann kommt sie an einen Punkt, an dem sie sich entscheiden muss.
Und zwar nur für einen der beiden Cousins mit der übersinnlichen Austrahlung.
Doch was hat diese alte Prophezeiung damit zu tun?
Und wann erkennt Skye endlich, dass diese Prophezeiung genau von ihr handelt?


Dieses Buch hat mir einfach total gut gefallen! Für mich hat den Reiz unter anderem auch der Mix aus Liebesgeschichte mit integrierter Dreiecksbeziehung, dieser alten Prophezeiung und einfach dieser mystischen Atmospähre ausgemacht.
Von der Atmospähre her hat es mich sehr an "Liv forever" von Amy Talkington aus dem Beltz- Verlag erinnert, mit der mystischen, übersinnlichen Stimmung und den dunklen Geheimnissen, obwohl es natürlich eine andere Handlung war.
Und für mich hat dieses Cover auf jeden Fall besser zu der Geschichte gepasst, als bei "Liv forever", aber ich möchte die beiden Bücher aufgrund ihrer Themenverschiedenheit hier nicht zu sehr vergleichen.
Der Name passt sehr gut zu dem Thema und verrät trotzdem nicht zu viel, macht einen also neugierig und ist einfach perfekt getroffen. Generell gefällt mir das gesamte Design der Buchhülle gut, die schwarze Farbe mit dem Mädchen und dann der Spruch über dem Klappentext - einfach genial. Der hat mir besonders zugesagt und hätte meiner Meinung nach absolut das Potential, auf einem Werbeplakat verewigt zu werden. Die Charaktere waren mir allesamt sympathisch und mir kommt es gerade etwas seltsam vor, aber ich konnte mich mit Skye sehr gut identifizieren, obowhl ja "etwas" an ihr anders ist- genauso wie in "Der Kuss der Sirene" von Mandy Hubbord aus dem Ravensburger Buchverlag. Kleine Randbemerkung: diese ganzen Vergleiche mit anderen Büchern sollen keinesfalls andeuten, dass ich denke, dass irgendwelche Charaketere oder Handlungen kopiert werden, ich möchte nur weitere Beispiele für ein besseres Verständnis geben, die diesem hier eben in mancher Hinsicht ähneln.
Empfehlen würde ich es auf jeden Fall Fans der oben genannten Bücher und zudem den Mädchen ans Herz legen, die den Mix aus Fantasy und realitätsnahen Büchern zu schätzen wissen.

Alter: all age



Gelesen von Anna (13)

Blitzlichtgewitter

 von Christian Linker aus dem dtv pocket- Verlag

Fabian war einmal der glücklichste Junge auf der ganzen Welt. Und Becca das glücklichste Mädchen, hat er geglaubt. Bis sie ihn an einem gewöhnlichen Schulmorgen in der Pause in ihre Knutschecke zieht und meint: "Wir müssen reden". Und dann macht sie mit ihm Schluss, einfach so, ohne dass er wüsste, warum.
Jetzt, paar Tage später, es könnten aber auch Wochen sein, Monate, Jahre, fragt sich Fabi wieso und warum. Hat sie einen Neuen? Oder war sonst jemand eifersüchtig?
Fabi erkennt keinen Sinn dahinter und umso schmerzhafter ist die Trennung für ihn. Vor allem, weil kurz darauf DIE Party des Jahres steigt, zu der Becca mit ihm hingehen wollte. Voller Hoffnung, die Beziehung wieder dort zu retten und sich mit ihr endlich auszusprechen, geht er auf die Party und wird nur erneut wieder zurückgestoßen. Schon nach kurzer Zeit ist Becca dicht und wird von ihren Freundinnen wie von Leibwächtern bewacht, also keine Chance auf einen Augenblick zu zweit.
Doch dann quatscht ihn ein Junge wegen Becca und ihrer Fremdflirterei blöd an, Becca verschwindet alleine im Haus und Fabi muss etwas unternehmen. Er weiß nicht, dass er diese Entscheidung später bitterlich bereuen wird. Innen liegt Becca schlafend auf einem Bett, ohne zu überlegen macht Fabi Fotos, und zwar richtig fiese, und verschickt sie an die gesamte Schule.
Der nächste Morgen ist ernüchternd, denn mittlerweile bereut er seine Tat. Doch die Verbreitung der Bilder ist nicht mehr zu stoppen und in der Schule wird er von allen komisch angesehen, niemand traut sich mehr, ihn anzusehen, geschweige denn, mit ihm zu sprechen.
Doch als er Drohmeldungen auf sein Handy von einer unbekannten, unterdrückten Nummer bekommt und die Polizei ihn zusätzlich zu den Fotos noch zu einem perversen Video verhört, mit dem er aber nichts zu tun hat, wird es ernst...

Zuallererst: es ist bestimmt nicht einfach, über so ein Thema zu schreiben, weil man bei solchen Themen wahrscheinlich schnell dazu neigt, Realität mit Wunschdenken oder überdramatisierten Bildern zu verwischen. Aus dieser Hinsicht ist dem Autor aber alles gelungen.
Es gäbe aber andere Kritikpunkte, die ich gerne ansprechen würde.
Fangen wir mit dem Titel an, der für mich anfangs (ohne das Cover zu betrachten) erst einmal nach einem Roman über Stars oder Ähnlichem klang. Dann fand ich zudem, dass die Schrift etwas groß und die Handlung leicht vorhersehbar war, was aber auch an dem fast schon zu ausführlichen Klappentext liegen kann, der Einiges vorausnimmt.
Trotzdem können sich meiner Meinung nach vor allem Jungs mit der Hauptfigur identifizieren, weil Fabi einfach ganz normal ist, eigentlich jedenfalls und alle Handlungsschritte, auch Entscheidungen seinerseits, so genau erläutert werden, dass man selbst diese gut nachvollziehen kann.
Die Geschichte basiert, denke ich, auch auf dem realen Leben, weshalb sie sehr glaubwürdig geschildert und dargestellt wurde.
Für mich wäre es auch  ein super Buch für den Deutschunterricht in der Schule, weil es sich mit den Problemen der heutigen Jugend und Generation beschäftigt, es sowohl Jungen als auch Mädchen lesen können und es einfach wichtig ist, über dieses Thema informiert zu sein, damit so etwas nicht mehr so häufig passiert.

Ab 12



Gelesen von Anna (13)