Nominierungen 2017

Der Leseclub Augustiniok ist in der Jugendjury des Deutschen Jugendliteraturpreises.


Posts mit dem Label Anna (14) werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Anna (14) werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 27. Februar 2016

Schlusstakt

Arno Strobel

Loewe Verlag 



Eine neue Castingshow läuft an, Germany´s Mega Star, bei der die Teilnehmer auf das harte Leben im harten Gesangsshowbusiness vorbereitet werden sollen. Vicky wird von ihrer Freundin mit zum Casting geschleppt, eigentlich nur zum Spaß. Nie im Leben hätte sie damit gerechnet, weiterzukommen, aber nun, wo die Teilnehmerzahl geschrumpft ist und es auf eine einsame Insel zum Proben geht, wird der Traum immer wirklicher und Vicky wurde angesteckt von der Idee, Sängerin zu werden. Doch auf der abgeschiedenen Insel ist alles anders, als erwartet: Missgunst, Neid und Intrigen unter den Teilnehmern machen Vicky genauso schwer zu schaffen wie der nervige Reporter Daniel, der sie auffordert, Dinge vor der Kamera zu tun oder zu sagen, die sie eigentlich gar nicht wollen, wegen denen sie aber sonst rausgeschmissen werden. So spitzt sich die Lage zu, die Jury trifft unfaire Entscheidungen und Vicky fühlt sich immer mehr hinters Licht geführt. Als dann auch noch Carolin, ihre Mitbewohnerin, tot aufgefunden wird und der Sender einfach weiterdreht, als wäre nichts gewesen, beginnt Vicky, die Sache zu hinterfragen.
Niemand weiß, wer der Mörder ist, aber er muss sich noch auf der Insel befinden...

Bewertung:
Ich habe noch nie zuvor ein Buch von Arno Strobel gelesen, aber ich werde mich vielleicht noch nach mehr von ihm umschauen, weil ich dieses hier regelrecht verschlungen habe.
Angefangen bei der Handlung, die gut aufgebaut, schlüssig und nachvollziehbar, aber dennoch so  geschildert war, dass es bis zur letzten Seite spannend blieb, über den Erzählstil im Allgemeinen, der richtig Bilder vorm geistigen Auge erscheinen ließ, ohne dabei kitschig zu wirken oder sich zu lange an Kleinigkeiten aufzuhalten, bis hin zu den Charakteren, die eindeutig sehr vielschichtig und gut durchdacht dargestellt wurden. So gab es im Lauf der Geschichte immer mehr Verdächtige, weil immer mehr Menschen dazukamen, die alle irgendwie ein Geheimnis bargen, einfach genial.
Zudem finde ich das Cover sehr gelungen, weil es schlicht ist, dennoch ein bisschen was über das Buch verrät, nämlich den Schauplatz, und es schafft, gleichzeitig die schöne, paradiesische und die düstere Seite zu zeigen. Und dann noch der passende Titel in weiß in einer coolen Schirftart, rundum gelungen.
Für mich schafft es der Autor auch, zwischen den Zeilen eine Art Kritik an Fernsehsendungen auszuüben, weil es meiner Meinung nach ein paar Parallelen gibt: zum Beispiel geht es ja bei DSDS soweit ich weiß auch jedes Jahr auf irgendeine Insel und es gibt immer Zoff zwischen den Kandidaten und ich selbst bin mir oft sicher, dass diese oder jene Szene gestellt war. Außerdem erinnert der Titel der Show Germany´s Mega Star stark an Germany´s Next TopModel und somit wurde auch dieses Konzept hintergründig und indirekt ein wenig in Frage gestellt.

 Alles in allem also ein sehr tiefgründiger, spannender und unbedingt empfehlenswerter Roman!

Ab 14



Gelesen von Anna (14)

Donnerstag, 25. Februar 2016

Die Glückssucher

Vera Kissel

Dressler Verlag


Lukas Leben ist eigentlich ziemlich normal und stinklangweilig, zumindest im Gegensatz zu dem seines besten Kumpels Birol. In den ersten Tagen der diesjährigen Sommerferien lungert er nur ein bisschen zu Hause rum, weil seine Eltern im Urlaub sind und er tun und lassen kann, was er möchte. Doch selbst das wird ihm irgendwann zuwider und so nimmt ihn Birol mit zu seinen täglichen Ausflügen: zu einem kleinen Strand am Fluss, Autofahren üben im Acker und eines Morgens auch türkische Mädchen und Frauen im Wald absetzen, die für Birol illegal Pilze sammeln, die der dann teuer auf dem Schwarzmarkt vertickt.
Und da passiert es: Lukas hat sich in Gülbahar verliebt, eines der Mädchen, das im Wald Pilze sammeln geht und es hat ihn zum ersten Mal so richtig erwischt. Gül scheint auch auf ihn zu stehen und sie reden öfter miteinander, aber mehr verbieten wohl die strengen türkischen Sitten.
Trotzdem treffen sie sich heimlich und kommen sich näher, doch ist eine Beziehung, der so viele Steine in den Weg gelegt werden, überhaupt möglich?


Meiner Meinung nach war das Buch gut, es war flüssig zu lesen und man hatte keinerlei inhaltliche Verständnisprobleme, da alles klar strukturiert war. Allerdings war die Handlung etwas vorhersehbar, was aber auch daran liegen könnte, dass im Klappentext schon ziemlich viel verraten wird.
Lukas selbst ist soweit ganz sympathisch, allerdings recht durchschnittlich, nicht nur, was seinen Charakter angeht, sondern auch, was den Erzählstil betrifft. Natürlich ist es besonders, dass er Deutscher ist und sie Türkin, aber solche Geschichten gibt es einige und ich habe wahrscheinlich einfach schon zu viele dieser Art gelesen.
Der Titel ist in Ordnung, man kann es ja sowohl auf Lukas, als auch auf die Pilzesucherinnen beziehen und das Cover ist auch okay, allerdings kann ich dabei nicht so wirklich einen Bezug zum Text herstellen. Man könnte beispielsweise besser den Wald im Hintergrund haben und Lukas links und Gül rechts, durch den Zaun getrennt oder so.
Alles in allem ist es aber dennoch ein empfehlenswertes Buch, das zur Unterhaltung dient und vielleicht eher Lesestoff für etwas jüngere Mädchen darstellt.



Ab 12



Gelesen von Anna (14)

Mittwoch, 24. Februar 2016

Solange wir lügen

E. Lockhart 

Ravensburger

Cadence ist das älteste Enkelkind der Sinclairs, einer reichen, perfekten Familie aus Amerika. Somit liegt die besondere Bürde auf ihr, die Familie als Erste weiterzuführen und den Großteil des Familienbesitzes zu erben.
Die Sommerferien verbringt der ganze Clan, alle einheitlich groß, athletisch und blond, jedes Jahr auf der Privatinsel, die eine eigene Welt für sich bildet. Abgeschottet von der Außenwelt ist es wie ein Paradies, gerade für die Kinder: im Meer schwimmen, am Strand Muscheln suchen, so viele Karamellbonbons wie möglich essen und einfach mit den Cousins und Cousinen zusammen sein.
Von den Großeltern und den Müttern werden alle streng erzogen, die Familienehre aufrecht zu erhalten und ordentlich, wie es sich für einen Sinclair gehört, in die Fußstapfen der Vorfahren zu treten. Vor der Öffentlichkeit mimen die Erwachsenen die perfekte Familie, aber gerade in den Ferien streiten sich die Tanten um das Erbe, die Gunst der Eltern und um lauter unwichtige Sachen, was die Kinder mehr und mehr mitbekommen, je älter sie werden.
Mirren, Johnny, Gat und Cadence sind die Lügner, wie sie sich selbst nennen. Vier, die gegen die eingestaubten Familiensitten rebellieren, sich gegen die Mütter auflehnen, die sie alle nötigen, sich vor dem Großvater zu benehmen, um sich als rechtmäßiger Erbe zu präsentieren.
Doch in einem Sommer passiert etwas, das so schlimm ist, dass es selbst die Tanten wieder zusammenschweißt und über das nicht geredet wird. Die Erinnerung an diesen Sommer ist wie ein schwarzes Loch aus Cadences Kopf gelöscht, nur bruchstückhaft kommen die Erinnerungen zurück. Wird sie das düstere Familiengeheimnis ergründen können?

Anfangs hat es, zumindest bei mir, etwas gedauert, bis ich mich in die spezielle Form des Buches eingelesen hatte, weil es irgendwie fast schon in puristischer Gedichtform geschrieben ist, allerdings so passend, dass man sofort immer Bilder im Kopf hat und sich alles vorstellen kann.
Das war große Klasse.
So eine Familiensaga habe ich noch nie gelesen, das ist etwas ganz Besonderes: mystisch, verworren, düster, geheimnsivoll, sehr intelligente Gedankengänge, die zum Nachdenken anregen und eine perfekt aufgebaute Spannung, die durch diese fehlende Erinnerung an den Sommer kreiert wurde.
Ich muss es noch mal sagen, das war erste Sahne.
Die Charaktere genial, die Handlung neu und es ist echt mal ein Roman, bei dem man sagt, er hat einen verändert. Man weint mit der Protagonistin, man zweifelt, man ist genauso verwirrt, man lacht, man gruselt sich. Und als ich mit dem Lesen fertig war, habe ich längere Zeit darüber nachgedacht. Irgendwie zeigt es auch, dass man immer hinter die Fassade eines Menschen schauen kann und dass nicht nur andere eine haben, sondern auch man selbst, was aber manchmal schwieriger zu erkennen ist, als bei anderen. Diese Aussage (nur eine von vielen) finde ich für mich sehr wichtig.
Cover und Titel regen sehr zum Lesen an, ein perfektes Gesamtpaket, das ich vor allem Fans folgender Bücher ans Herz legen würde: "Herz aus Glas" von Kathrin Lange, "Gegen die Gezeiten" von Mia Salberg und "Silver Skye" von Jocelyn Davies


Ab 14




Gelesen von Anna (14)

Sonntag, 14. Februar 2016

Und plötzlich klopft mein Herz

Kat Spears

cbj- Verlag


Jesse ist ein cooler Junge, wie er im Buche steht: hart, schonungslos, nicht hilfbereit, wenn er nicht selbst einen Nutzen aus einer Sache ziehen kann, bei allen beliebt, aber dennoch unnahbar und kühl.
Und mit seinem ganz besonderne Job hat er seine Schule, den Direktor inbegriffen, im Griff, denn Jesse erledigt wirklich alles, was die "Kunden", also Schüler und Lehrer, wünschen: Drogen auftreiben, Prüfungen fälschen lassen, Losern zu einem Date verhelfen. Alles kein Problem - Jesse bekommt im Gegenzug einen Haufen Geld von den meist verzweifelten Leuten. Und er ist um ein Geheimnis reicher, was ihn relativ sicher davor macht, von ihnen angegriffen werden, immerhin weiß er von ihnen, das sonst niemand weiß.
Das klappt auch soweit gut, bis Jesse von dem schulbekannten Vollidioten von Footballkapitän Ken den Auftrag bekommt, ihn mit der hübschen Bridget zu verkuppeln. Jesse versucht, einen Blick hinter die Fassade dieses scheinbar perfekten Mädchens zu werfen, aber dieses Mädchen ist wirklich perfekt. Trotzdem lernt er sie mehr und mehr kennen, freundet sich sogar mit ihrem kleinen Bruder an und begleitet sie zu ihrer Großmutter ins Altenheim. Er redet sich ein, alles natürlich nur für den Auftrag zu tun, aber irgendetwas ist anders... Jesse ist verwirrt: bisher hatte er immer alles unter Kontrolle, bisher hat er nichts an sich rangelassen. Nun kann er den Gedanken nicht ertragen, dass sich der schmierige Ken an der lieben Bridget vergreift. Was ist nur mit ihm los? Das geht ihn doch alles gar nichts an!
Jesse ist so verwirrt, dass er sogar Streit mit anderen Drogendealern anfängt, verprügelt wird und mehr über sich preisgibt, als er eigentlich je vor hatte und zu allem Unglück scheint auch Ken zu merken, dass Jesse gar nicht soo erpicht darauf ist, ihn mit Bridget zu verkuppeln...


Das Buch ist eine gelungene Lovestory, die zwar durchaus Klischees beinhaltet, diese aber teilweise neu kombiniert, sodass es doch irgenwie spannend wird. Süß, wenn auch etws voraussehbar, fand ich auch diesen Riss in der coolen Fassade, der, und das ist Kat Spears richtig gut gelungen, authentisch wirkte, weil er sich immer noch treu geblieben ist und sich nicht plötzlich komplett verwandelt hat. Das war gut.
Die Namen bedienen natürlich das volle Klischee, genauso wie die Charaktere: Ken, der eingebildete Footballkapitän und Bridget, das perfekte, hübsche Mädchen, das überhaupt nicht eingebildet ist und in das jeder verliebt ist, ohne dass sie etwas merkt. Allerdings muss dazu gesagt werden, dass vor allem Bridget eine Vielschichtigkeit aufgewiesen hat, die nicht in jeder Lovestory zu finden ist. Natürlich nicht unbedingt mit John Greens Meisterwerken von Charakteren zu vergleichen, aber durchaus wert, es zu erwähnen.
Die Geschichte war gut strukturiert und es war insofern eine neue Handlung, als dass Elemente von verschiedenen mir schon bekannten Geschichten kombiniert wurden: Drogenmilieu, Lovestory mit Dreiecksbeziehung, Probleme zu Hause.
Das Cover war auch ansprechend, genauso wie der Titel, der etwas vermuten lässt, allerdings noch viel Interpretationsfreiraum bietet und vor allem im Nachhinein richtig gut passt.
Eine gelungene Mischung aus Alltagsproblemen, Lovestory und Jesses besonderen Geheimnissen...

Ab 13



Gelesen von Anna (14)

Dienstag, 22. Dezember 2015

Rock 4 life

Jamie Scallion
Loewe Verlag

Vier Jungs, eine Band, ein Traum:
die beste Rockband aller Zeiten zu werden.


Auf den ersten Blick haben der Nerd Egg, die Sportskanone Clipper, der Bad Boy Tea und der Poser Burt nicht viel gemeinsam, doch so unterschiedlich sie sind, sie verbindet eine ganz große Leidenschaft zur Musik.
Burt versucht schon länger erfolglos, die schöne Bex für sich zu gewinnen, doch jeder Annäherungsversuch seinerseits schlägt fehl und stößt auf Ablehnung. Doch dann erfährt er, dass Bex auf Rocker steht und da er wild entschlossen ist, sie zu erobern, gründet er in weniger als zwei Wochen eine Band, deren Mitglieder verschiedener nicht sein könnten.
Nun steht die Band, doch nicht nur in der Musik gibt es einigen Diskussionsbedarf, es ist schon fast ein Wunder, die Proben mit so grundverschiedenen Personen zu meistern.
Anfangs treten sie in Garagen auf, auf Partys oder rocken kleinere Veranstaltungen, doch als einige Plattenlabel anfangen, auf sie aufmerksam zu werden, droht die Band aufgrund verschiedener Sichtweisen auseinanderzubrechen.
Schaffen sie es, die Band zu erhalten oder ist das gemeinsame Projekt zum Scheitern verurteilt, bevor es überhaupt angefangen hat?!

Das Buch hat mir richtg gut gefallen, vor allem, weil es immer wieder entweder aus Burts, Eggs, Clippers oder Teas Sicht erzählt wurde und damit noch einmal mehr die verschiedenen Sichtweisen auf viele Dinge deutlich wurden. Generell waren die einzelnen Charaktere, wie ich finde, schön ausgearbeitet, vielschichtig und nicht zu doll an ein Klischee gebunden.
Die Lovestory als Nebenhandlung einzufädeln, die ja im Prinzip sehr viel mit der eigentlichen Handlung zu tun hat, ist sehr klug, da dadurch noch mehr Spannung und Emotion übermittelt wird.
Das Cover hat richtig gut gepasst, rockig, aber irgendwie auch noch eine Wunschvorstellung, was auch durch die erste Buchhälfte hinweg vom Text her unterstützt wird.
Für mich ein rundum gelungenes Buch, das ich vor allem Mädchen ab dreizehn empfehlen würde, die vielleicht auch im "echten Leben" Bands mögen und die auch mal hinter die Kulissen einer neuen Musikgruppe schauen möchten.


Ab 13




Gelesen von Anna (14)

Sonntag, 13. Dezember 2015

Eine Woche, ein Ende und der Anfang von allem

Nina LaCour

CARLSEN- Verlag



Seit der Mittelstufe sind Bev und Colby beste Freunde. Sie malten sich gemeinsam die große weite Welt in allen Farben aus, wenn sie doch nur endlich aus der Schule raus wären. Jetzt ist die Schule geschafft und so ziemlich jeder in ihrem Jahrgang hat einen festen Platz an einem College. Nicht so Bev und Colby. Wie schon so lange erträumt, planen die beiden, ihre Weltreise in die Tat umzusetzen und endlich all die Orte wirklich zu bereisen, die sie sonst nur aus Lexika kennen.
Aber zuerst geht es eine Woche mit Bevs Band im alten VW- Bus von Colbys Onkel auf Tour quer durch die USA. Dieser Roadtrip soll perfekt werden, denn es ist die letzte Sache, die die vier gemeinsam machen, bevor es sie in alle Winde verstreut. Auch Colby, der selbst nicht in der Band spielt, sondern nur Autofahrer ist, freut sich auf die Tour als einen kleinen Vorgeschmack auf die Europa-Rundreise und steckt voll freudiger Erwartung. Umso entsetzter ist er, als er dann von Bevs radikaler Planänderung zu hören bekommt, nun doch die Weltreise abzublasen und wie alle anderen Langweiler aufs College zu gehen. Colby ist hin- und hergerissen. Einerseits ist er enttäuscht, weil sie es ja gemeinsam geplant hatten, verletzt darüber, dass sie ihm persönlich immer noch nichts gesagt hat, sondern es ihm einfach verheimlichen will, und natürlich wütend, wie sie ihm so was antun kann. Er schwankt zwischen Hilflosigkeit, Zorn, Flehen und Traurigkeit - die reinste Achterbahn der Gefühle.
So ist die Stimmung im Eimer, die vier driften voneinander ab und es stellt sich nicht dieses gestärkte Gruppengefühl ein, wenn man sonst von zu Hause weg ist, auf sich gestellt und frei ist, möchte, dass es nie vorbei geht. Jeder ist in seine Gedanken versunken, die meiste Zeit wird geschwiegen. Doch trotzdem kann Colby nicht leugnen, dass er immer stärkere Gefühle für seine beste Freundin entwickelt, die ihn ja weiterhin ignoriert.
Colby bleibt nur noch der Bruchteil einer Woche, die Sache zu klären und um endlich zu erfahren, wieso sie plötzlich nicht mit will.
Wird er sie doch noch überreden können?


Als ich vor dem Bücherregal stand und nacheinander die Titel auf den Buchrücken las, ist mir "Eine Woche, ein Ende und der Anfang von allem" gleich ins Auge gestochen.
Warum? Weil allein schon im Titel eine so spannende Vielseitigkeit steckt, die viel Raum für freie Themeninterpretation lässt, aber dennoch haargenau für diesen Roman geschrieben ist. Erste Sahne.
Das Cover ist genau so, wie ich mir das Cover eines Roadtrip-Romans vorstelle: Collage-mäßig, bunt, fröhlich und es vermittelt sofort ein Gefühl der Freiheit, der Unbeschwertheit, des Träumens.
Vom Inhalt her fand ich es anfangs etwas vorhersehbar, vor allem in der Hinsicht, dass da etwas zwischen Bev und Colby läuft. Aber ansonsten, die wesentlichen Elemente, die eben zu einem Roadtrip dazugehören, schön in eine Neuinterpretation des Themas Reisen, Erwachsenwerden, Liebe, Zukunft und Freundschaft intergriert.
Die Charaktere waren mir größtenteils sympathisch, vor allem Colby, dessen Gefühle man meiner Meinung nach am besten nachvollziehen kann, wahrscheinlich auch deshalb, weil das Buch ja aus seiner Sicht geschrieben ist. Bev nimm für mich in einer eigenen Art die Rolle von Margo in "Margos Spuren" von John Green ein, die ja auch so mysteriös, geheimnisvoll, rätselhaft, unnahbar, schön, beliebt und ganz eigen und undurchschaubar ist.
Also wirklich rundum gut gelungen, ein nahezu perfektes Gesamtpaket!
Empfehlen würde ich es Jugendlichen ab circa vierzehn, die vielleicht auch (wie ich) Fans der John-Green-Bücher sind.

Alter: all age



Gelesen von Anna (14)

Samstag, 5. Dezember 2015

Solitaire

von Alice Oseman bei dtv


Victoria Spring ist das komplette Gegenteil von der Person, die alle werden wollen, also beliebt, mit vielen Freunden und das totale It-Girl. Manchmal hasst sie Menschen und beschäftigt sich lieber mit allem anderen, als mit ihren Mitmenschen zu sprechen.
Irgendwie ist sie dann doch einmal in eine Clique gerutscht, die sie jedoch mehr toleriert, als sie als einen Teil der Gruppe zu akzeptieren. In dieser Clique ist auch Victorias vermeintlich beste Freundin Becky, die jedoch mittlerweile die Nase voll davon zu haben scheint, ihr ständig hinterher zu rennen und ihre schlechten Launen ertragen zu müssen. So hängt Victoria lieber alleine herum und bald geben die anderen es auf, sie mehr in die Clique zu integrieren.
Doch dann kommt Michael Holden an die Schule, ein enthusiastischer, durch und durch positiver Mensch, der so ziemlich das verkörpert, das Victoria an den Menschen hasst, und auch ihr Kindergartenfreund Lucas wechselt zu ihr auf die Schule, doch ihr Verhältnis kann sich nicht mehr so erwärmen, wie beide gehofft hatten, jeder hat sich zu stark verändert. Zur selben Zeit gerät die gesamte Schule durch verrückte Aktionen einer Gruppe, die sich Solitaire nennt, außer Kontrolle. Niemand weiß, wer dahinter steckt, welches Ziel sie verfolgen. Alle werden zu begeisterten Anhängern der anonymen Truppe, nur Michael und Victoria hinterfragen kritisch die Szenerie.
Was will Solitaire erreichen?

Die optische Aufmachung des Buches hat mich gleich überzeugt, es hatte etwas Modernes, wie ich finde, mit dem kreativen Cover und dem einfachen, aber einprägsamen Namen. Ich schätze mal, das Mächen auf dem Titelblatt soll Victoria darstellen und irgendwie passt es auch genau zu der Vostellung, die ich von ihr bekommen habe, während ich das Buch las.
Wenn wir schon bei der Protagonistin sind, anfangs haben mich ihre durchweg negativen Gedanken schon sehr deprimiert, andererseits ertappt man sich doch danach ab und zu selbst bei negativen Gedanken und versucht, positiver zu werden - das war zumindest bei mir der Fall.
Mal von ihrer Sichtweise gegenüber den Menschen abgesehen ist sie mir sehr sympathisch, vor allem weil sie immer sehr ehrlich rüberkam und das ausspricht, was man denkt. Dabei passt alles immer zu der Rolle, die sie im Buch einnimmt. Alice Oseman spielt gekonnt mit Gegensätzen, wie gerade am Beispiel Michael/Victoria deutlich wird, allerdings nie übertrieben. Das hat das ganze Buch sehr aufgelockert.
Sprachlich gesehen gibt es nichts zu meckern, genauso wenig wie an der Schriftgröße oder der Handlung, die ich, und das muss ich sagen, GROßARTIG fand, weil sie für mich komplett neu, spannend und absolut unvorhersehbar war.
Ein ganz eigener, toller Roman mit vielen neuen Ideen und einzigartigen, unverwechselbaren Charakteren!

Alter: all age




Gelesen von Anna (14)

Mittwoch, 2. Dezember 2015

Das Juwel- Die Gabe

Amy Ewing

FJB-Verlag 


Violet Lasting lebt in der Einzigen Stadt auf einer Insel, die durch große Mauern vom Meer geschützt wird. Diese Mauern trennen aber auch die verschiedenen Bereiche der Insel, die kreisförmig um das Juwel, den Herrschaftssitz, angeordnet sind. Somit ist der äußerste Kreis, der Sumpf, der Teil, in dem die Ärmsten wohnen.
In diesem Kreis wächst Violet Lasting auf. Ihr Vater ist schon früh gestorben, der Bruder und die Mutter arbeiten hart, um die Familie ernähren zu können. Sie und ihre kleine Schwester Hazel gehen noch zur Schule. Doch obwohl es sehr ärmlich ist, haben sie einen starken Familienzusammenhalt, trösten einander, geben einander Halt. Im Alter von neun Jahren muss Violet zu einer sogenannten Vorsorgeuntersuchung, die überprüft, ob sie das sogenannte Surrogate-Gen hat, das ihr die besondere Fähigkeit verleihen würde, Dinge zu verändern oder wachsen zu lassen.
Durch das positive Ergebnis des Tests verändert sich ihr Leben komplett. Sie wird aus der Familie herausgerissen, um auf eine abgeschottete Verwahranstalt zu gehen, wo sie auf ein Leben als Surrogate in den höheren Kreisen vorbereitet wird. Sie lernt verschiedene Auspizien und außerdem wird Raven, die das System genauso verabscheut wie sie, ihre beste Freundin. Doch schon ein paar Jahre später werden sie getrennt, denn jedes Surrogate wird auf einer Auktion wie Ware an die Häuser des Juwels versteigert.
Violet kommt zu der Herzogin vom See. Ihr wird ein prächtiger Reichtum dargeboten, ein riesiger Palast, ein eigenes Cello, gutes Essen, eine eigene Zofe. Im ersten Moment fühlt sich Violet, die jetzt nur noch "Surrogate vom Haus vom See" genannt werden darf, überwältigt, wie im Paradies angekommen. Doch mit der Zeit kann auch der ganze Prunk nicht mehr verschleiern, dass es sich um einen goldenen Käfig handelt, aus dem es kein Entrinnen gibt: Violets einzige Aufgabe wird es sein, der Herzogin ein Baby zu gebären, mit all den Eigenschaften, die diese wünscht.
Aber was, wenn Violet trotz ihrer außergewöhnlichen Fähigkeiten der Herzogin nicht das geben kann, was sie wünscht?

Das Buch erinnerte mich sehr stark an "So wie Kupfer und Gold" von Jane Nickerson, zumindest in diesem Aspekt, dass es aus einer Situation, geblendet von Reichtum und Prunk, doch keinen Ausweg gibt. Die Atmosphäre wäre gut mit der "Selection-Reihe" vergleichbar, deren Hauptfigur mir ebenso sympathisch erschien, wie Violet in diesem Buch.
Das Cover passt bei diesem Buch meiner Meinung nach sehr gut, weil es durch das Violett den Namen der Protagonistin schön aufgreift und sie trotz des prunkvollen Kleides zusammengekauert dasitzt, also doch nicht zufrieden wirkt. Das ist super gelöst, weil man es nur versteht, wenn man das Buch gelesen hat.
Der Titel passt auch gut - eine Frage: gibt es einen Fortsetzungsband? Weil "Das Juwel - die Gabe" klingt so, als gäbe es noch weitere Teile - also, ich habe mal im Internet gesurft und es gibt tatsächlich einen weiteren Band: "Das Juwel - Die weiße Rose". Den werde ich auf jeden Fall lesen.
Ansonsten hat mich eigentlich nur eine Sache gestört: Durch die viel zu große Schrift bekommt die eigentlich nicht so kindlich geschriebene Geschichte so ein bisschen den Touch von Grundschul-Fantasy-Buch, was ihm leider etwas die Ernsthaftigkeit nimmt. Die Abbildungen der Kreise wirken zwar auch etwas zu jung für den Roman, aber im Endeffekt helfen sie einem gerade anfangs schon, den Überblick zu behalten. So viel dazu.
Violet war mir sehr sympathisch, eben weil sie so schön vielschichtig beschrieben wurde. Generell fand ich, waren die Charaktere sehr real und facettenreich beschrieben, mit vielen unterschiedlichen Eigenschaften. So war die Herzogin nicht nur böse, Violet nicht immer nur die "Arme". Das brachte zusätzlich Spannung in die Handlung, die übrigens sehr gut beschrieben wurde: detailreich, aber nicht zu ausführlich, viele Handlungsschritte, aber nicht unübersichtlich.
Ein großes Lob an die Autorin.
Ich muss allerdings dazusagen, dass ich kein so großer Fantasy-Fan bin aber hin und wieder lese ich gerne gute Fantasy-Bücher (wie dieses hier).
Empfehlen würde ich es Fans der oben genannten Bücher, oder einfach Leuten, die gute Fantasy-Bücher mögen.

Ab 13




Gelesen von Anna (14)

Donnerstag, 17. September 2015

Du neben mir- und zwischen uns die ganze Welt

Nicola Yoon

Dressler Verlag



Ein weißes, steriles Zimmer, ein weißes, steriles Haus: das ist Madelines Zuhause. Sie kennt nichts anderes, ist seit siebzehn Jahren nicht ein einziges Mal aus dem Haus gegangen und ist permanent abgeschnitten von der Außenwelt, denn Maddy hat einen seltenen, unheilbaren Immundefekt und darf wegen zu hohem Infektionsrisiko nicht das Haus verlassen. Durch Bücher lernt sie das "normale" Leben draußen kennen; sie und ein paar Lehrer, die sie via Skype unterrichten sind ihr einziger Kontakt zur Welt. 
Dann zieht in das Nachbarhaus eine Familie ein, mit Olly, einem Jungen, der schätzungsweise genauso alt ist wie sie. Mit ihm führt sie nächtelang Gespräche via Internet oder per Handzeichen am Fenster.
Bis zu dem Tag, an dem Olly zu Besuch kommen will...


Als ich das Cover gesehen habe, war ich gleich gefesselt von dem Wirrwarr aus bunten Symbolen, die alle als Zeichen für unsere verrückte, große Welt stehen und mitten drin die Buchstaben: "Du neben mir". Das tiefergestellte "Und zwischen uns die ganze Welt" hat mich anfangs verwirrt, gibt aber im Laufe des Buches immer mehr Sinn, denn obwohl sie beispielsweise nebeneinander sitzen, steht immer ihre Krankheit zwischen ihnen und damit der Traum, die Welt zu entdecken.

Maddy und Olly waren mir beide sehr sympathisch, wenn auch beide der typischen, klischeehaften Rollenverteilung (er, der unnahbare, geheimnisvolle Coole und sie, die schüchterne, unerfahrene Leseratte) entsprungen sind. Man lernt beide im Buch richtig gut kennen und mögen und bemerkt eine leichte, sehr authentische Wesensveränderung im Laufe der Handlung.
Die Geschichte ist realitätsnah geschrieben und nett zu lesen und es wird auch durch das Hintergehen der Mutter mit den geheimen Treffen noch mal Spannung geschaffen.
Alles in allem also eine gelungene Geschichte, nach deren Lesen man selbst die kleinen Dinge mehr beachtet und zu schätzen lernt, weil nicht alles selbstverständlich ist. Diese Kernaussage macht auch dieses Buch nochmals liebens- und lesenswerter!
Empfehlen würde ich es vorwiegend Mädchen ab zwölf, denen Liebesgeschichten gefallen.


Alter: all age





Anna (14)

Sonntag, 13. September 2015

Die Bucht

Sarah Alderson

Ravensburger Verlag



Die sechzehnjährige Ren darf dieses Jahr als Au-Pair auf Nantucket verbringen, einer Insel an der Westküste der USA, auf der Luxusartikel wie ein Poolhaus, Personal und extra Partyhäuser bei den meisten Leuten zur Standardausstattung gehören. Umso toller für Ren, als sie zu den Tripps kommt, einer Familie mit zwei kleinen Kindern, auf die sie den Sommer über ab und an aufpassen soll, die aber sehr herzlich und freundlich ihr gegenüber und trotzdem mit einigen Reichen gut befreundet sind, sodass Ren auch die Glamourseite der Insel kennen lernt: jedes Wochenende Party, Party, Party.
Auf so einer Party lernt sie auch Jeremy kennen, der sie in die It- Clique der Insel einführt, bestehend aus aufgetakelten Mädchen mit heißen Bikinifiguren und sportlichen Jungs. Nur mit Sophie versteht sie sich auf Anhieb richtig gut, Jeremys Schwester Eliza und deren Busenfreundinnen lehnen sie partout als "Personal" ab. Zwischen ihr und Jeremy knistert es gewaltig doch sie fühlt sich auch zu Jesse hingezogen, der aber offensichtlich mit Jeremy und dessen Clique verfeindet ist.
Ren ist hin und her gerissen, doch so lange sie nicht weiß, was letzten Sommer passiert ist, möchte sie keine Entscheidung treffen. Plötzlich häufen sich Morde an Kindermädchen auf der Insel und nun muss sich Ren bald entscheiden: auf wessen Seite möchte sie stehen?

Anfangs hat mich das Cover und der Titel stark an mein Lieblingsbuch "Die Insel" von Manuela Martini erinnert, allerdings mit einem anderen Thema, wie sich bald herausstellte.
Anfangs war noch so eine richtige Urlaubsatmosphäre, verwandelt sich die Stimmung im Laufe des Buches in eine düstere unheilvolle Atmosphäre, die Spannung steht geradezu greifbar zwischen den Zeilen, spitzt sich zu und entlädt sich schließlich mit einem riesigen BOOM! Also in puncto Spannungsaufbau schon mal erste Sahne.
Basierend auf einer Grundgeschichte baut die Handlung mit einzelnen, geschickt eingeflochtenen Nebenhandlungen logisch aufeinander auf. Die Schriftgröße war für meinen Geschmack okay und auch die vereinzelten Chats mit der besten Freundin an den richtigen Stellen lockerten alles noch mal schön auf. Generell hatte der Mix aus Liebe, Urlaub, Action, Thriller, Zwiespalt und Feindschaft etwas sehr Packendes, aber durch den grandiosen Schreibstil Aldersons, der mich sofort durch die absolute Lässigkeit in den Bann gezogen hat, wirkt nichts überladen oder zugestopft, weil der ganze Roman sehr komplex ist. Und da muss ich noch mal auf den Anfang zurückkommen, denn in dieser Hinsicht ähnelt es sehr meiner Ansicht meines Lieblingsbuches.

Also ein rundum gelungenes, wunderbares, spannendes Buch, das ich allen empfehlen würde, die beispielsweise ähnliche Bücher wie "Die Insel" von Manuela Martini oder "Indigosommer"  von Antje Babendererde schon gelesen haben.

All age



Gelesen von Anna (14)

Freitag, 11. September 2015

Es gibt uns doch!

Marina Budhos 

DTV-Pcket Verlag



Nadira lebt mit ihrer Familie in New York, wo sie ein ganz normales Leben lebt: Nadira und ihre Schwester Aisha gehen aufs College, ihre Eltern arbeiten.
Sie könnten eine ganz normale Familie sein, doch das sind sie nicht. Sie sind illegale Einwanderer aus Indien, die in den USA unter falschem Namen leben.
Bald müssen sie feststellen, dass sich das "Land der tausend Möglichkeiten" zumindest für sie nicht nur als rosig entpuppt: Abba, Nadiras Vater, findet immer weniger Stellenangebote, so sehr er sich bemüht und auch für die beiden Mädchen ist es nicht leicht, soziale Kontakte zu knüpfen, wenn ihnen verboten wird, über die Heimat zu reden, etwas von sich preiszugeben.
Doch die Situation für alle Muslime ändert sich vor allem durch den Anschlag am 11. September schlagartig: alle jungen, männlichen Muslime unterliegen der Meldepflicht und werden bei unzulässigen Papieren verhaftet. Nadiras Familie kennt viele, die sich melden lassen und dann nicht mehr zurück kommen. Und gerade Nadiras Mutter bekommt auch die Schicksale der zurückgebliebenen Frauen und Kinder mit, oft ohne Wohnung, ohne Geld, ohne alles.
Um einem solchen Schicksal zu entgehen, beschließt Abba eines Morgens, nach Kanada auszuwandern und dort Asyl zu beantragen. Nadira darf niemandem etwas sagen, sie verschwinden einfach genauso lautlos und ohne Spuren zu hinterlassen, wie sie gekommen sind.
Doch an der Grenze wird Abba als "Sicherheitsrisiko" eingestuft und inhaftiert.
Gemeinsam kämpfen nun Nadira, Aisha und ihre Mutter um die Freilassung ihres Vaters.
Denn im Prinzip wollen sie nur eines: genauso frei und mit vielen Möglichkeiten leben, wie alle anderen auch.

Zuerst einmal: ich würde sagen, dass der Titel hervorragend getroffen ist.
Aussagekräftig, verrät nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig - genauso wie der Klappentext.
Das Cover ist auch okay, für mich allerdings nicht spezifisch genug auf das Buch abgestimmt, weil man nicht einmal im Groben erkennt, um was es geht. Man könnte es quasi auch als Titelbild für alles Mögliche nehmen, aber so passt es auf jeden Fall.
Zum Inhalt möchte ich sagen, dass es natürlich ein Thema nah an der Zeit ist, das auch heute noch genauso aktuell ist wie 2006, als das Buch geschrieben wurde. Verwandte Bücher sind beispielsweise "Kick it like Beckham" von Narinder Dhami, das sich zwar nicht unbedingt um die Probleme illegaler Einwanderer dreht, aber doch um die Integrationskonflikte von Menschen, die einer anderen Kultur angehören.
Es war auch emotional berührend, das Schicksal dieser Menschen mitzuerleben, was sie alles durchmachen müssen, eigentlich nur, weil sie für das kämpfen, was für uns alle selbstverständlich ist: eine Zukunft. Gerade auch Aishas Abschlussrede ist sehr berührend und verdeutlicht noch mal alle Probleme.
Also könnte man schon sagen, dass es ein sehr tiefsinniges Buch ist, das auf alle Probleme genau eingeht und in dem nichts beschönt wird.
Allerdings muss man dem auch beifügen, dass mir eine Situation sehr seltsam vorkam, nämlich die, in der Nadira das Geheimnis des Vaters ihrer besten Freundin aufdeckt. Das geht ratz-fatz und geradezu problemlos. Ich weiß nicht, vielleicht soll das so eine Art Mittel sein, die Unwichtigkeit der Probleme unserer Gesellschaft zu demonstrieren?!
Aber auf jeden Fall war das, im Vergleich zu den ernsthaft beschriebenen restlichen Problemen im Buch irgendwie ein bisschen... kindisch. Oder zumindest zu schnell aufgedeckt.
Trotzdem alles in allem ein gelungenes Buch, das sich lohnt, zu lesen!
Empfehlenswert auch für den Schulunterricht (7. Klasse?), weil man über solche gesellschaftlich wichtigen Themen aufgeklärt werden sollte.



Ab 12





Gelesen von Anna (14)