Nominierungen 2017

Der Leseclub Augustiniok ist in der Jugendjury des Deutschen Jugendliteraturpreises.


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Freitag, 28. August 2015

Das Juwel - Die Gabe

Amy Ewing

 FJB



Violet Lasting lebt in der Einzigen Stadt, deren Mauern die Bewohner vor zerstörerischen Wassermassen schützen. Das 16jährige Mädchen ist aufgrund ihrer Gabe ein Surrogat, welches unglaublich wichtig für den Adel ist. Ihre Begabung besteht aus der Veränderung der Dinge durch pure Gedankenkraft und verhilft ihr zu einem Leben im Juwel, dem Herzen der Einzigen Stadt. Doch sie muss schnell erkennen, dass hinter dem Prunk und Protz des Juwels keine heile Welt steckt, sondern Hinterlistigkeit und Lügen des Adels den Ton angeben. Kann sie dieser Welt entkommen und eigene Entscheidungen treffen um endlich ein selbstbestimmtes Leben zu führen...?


Dieses Buch hat mir mittelmäßig gefallen. Einerseits habe ich es gern gelesen und wurde unterhalten, aber mehr auch nicht. Einige Kritikpunkte gibt es auf jeden Fall. Zuerst möchte ich aber auf die positiven Aspekte eingehen. Das Cover gefällt mir sehr gut, da es  in sich stimmig ist und das Thema Juwel sehr schön aufgreift. Auch der Klappentext hat mich neugierig gemacht. Ein weiterer Aspekt ist, dass die Geschichte an sich, wie schon erwähnt, sehr unterhaltsam und an einigen Stellen spannend ist. Auch das Umfeld und die Eindrücke der Protagonistin beschreibt die Autorin anschaulich, was mir sehr wichtig ist. Manche Autoren beschreiben indirekt, indem sie hauptsächlich die Gefühle der Personen beschreiben und man sich so das Umfeld konstruiert, doch Amy Ewing legt den Fokus eher auf Äußerlichkeiten.
Was mir schnell bewusst wurde ist aber, dass mir die beste Freundin der Protagonistin wesentlich sympathischer ist und ich erstaunlicherweise deren Geschichte sehr viel lieber gelesen hätte. Durch Violet erhält man nur Einblicke, diese fand ich aber sehr interessant und spannender als die eigentliche Geschichte. Die Protagonistin erschien mir oberflächlich und nervte mich teilweise. Ein anderer Punkt ist, dass es sich um ein Buch handelt, auf das erst ein zweiter Band folgen wird, das heißt, das Buch endet mitten in der Geschichte, was ich immer sehr schade finde. Ich denke, ich werde den zweiten Band auch lesen, allerdings nur weil ich hoffe, mehr über die beste Freundin zu erfahren. Der nächste Punkt ist der, dass die Aufgabe der Surrogate, die ich nicht verraten werde, mir fast pervers und grausam erscheint und die ich auf keinen Fall erwartet hätte! Als letzten Punkt habe ich den Titel "Das Juwel - Die Gabe". Hier frage ich mich, ob sich die Autorin vielleicht nicht entscheiden konnte. Geht es um das Juwel in der Einzigen Stadt oder um die Gabe der Surrogate, also von Violet Lasting? Natürlich geht es in dem Buch um beides, aber auf mich wirkt der Titel unentschlossen. Einer der beiden würde völlig reichen, also beispielsweise nur "Das Juwel". Dass es auch um eine Gabe geht, steht ja im Klappentext. Alles in allem eine unterhaltsame Geschichte für jeden, der einfach so mal wieder ein Buch lesen möchte. Das heißt allerdings, dass das Buch keinesfalls zu tiefgründigen Gedanken anregt!

leicht - unterhaltsam - anschaulich

All age



Gelesen von Merle (16)


Freitag, 17. Juli 2015

Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie

Lauren Oliver 

Carlsen Verlag




Kann eine einzige Entscheidung dein Leben verändern oder gar beenden, ohne dass du es merkst? Samantha Kingston durchlebt den selben Tag wieder und wieder nachdem sie am Abend des perfekten Valenstinstages nach einer Party bei einem Autounfall ums Leben kommt. Sie ist 7 Tage lang umgeben von immer denselben Menschen, demselben Himmel und denselben Abfolgen von Ereignissen. Doch kann sie diese beeinflussen? Hat sie eine Chance, ihr Leben wieder zurückzubekommen? Oder geht es eigentlich um etwas ganz anderes...

Dieses Buch ist der Hammer! Das Cover mit dem langen Titel hat mich sofort angesprochen. Anfangs war mir die Protagonistin extrem unsympathisch, weil ich sie nicht einordnen konnte und nicht wusste, was ich von ihr halten sollte. Doch das hat sich spätestens nach dem zweiten Kapitel wieder geändert, weil sie sich ab da mit jeder Seite weiterentwickelt hat. Man lernt im Verlauf der Geschichte so viele Facetten der Protagonistin kennen und merkt, wie sie sich erstmals wirlich selbst wahrnimmt und kennenlernt. Sie durchlebt die skurrilsten Situationen, die das ganze Buch unfassbar spannend und fesselnd machen. Rückblickend besteht das komplette Buch aus einem Austausch zwischen den Gedanken der Protagonistin und dem Leser. Die Fragen über das Leben, den Tod und die Frage des "Was kommt danach?" beschäftigen nicht nur die Protagonistin selbst sondern auch den Leser. Beeindruckt hat mich die Tatsache, dass ein komplettes Buch quasi nur aus Gedanken bestehen kann und nebenbei eine total spannende Geschichte erzählt. Ich empfehle das Buch auf jeden Fall an jeden weiter, der nach einem interaktiven "Randnotizen"-Buch sucht.

 nachdenklich - abwechslungsreich - fesselnd




Gelesen von Merle (16)